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18. Spieltag

25.01.2014 | 15:30 Uhr

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  • VfL Wolfsburg
  • 1 : 3
    1 : 1
  • Hannover 96

26.01.2014 - 15:01 Uhr


Korkuts Ideen zünden, Slomka applaudiert

Einmal abklatschen bitte! Tayfun Korkut (r., mit Bittencourt) bewies ein glückliches Händchen bei der Aufstellung

Im neunten Auswärtsspiel der Saison holte Hannover seine ersten Punkte

Artjoms Rudnevs erzielte bei seinem Debüt für Hannover sein erstes Bundesliga-Tor seit Mai 2013

Wolfsburg - "Klasse! Ein Super-Gefühl!", sagte 96-Kapitän Lars Stindl und brachte damit die Stimmung in der Mannschaft nach dem 3:1 in Wolfsburg auf den Punkt. Ein perfekter Einstand für Tayfun Korkut.

Im ersten Spiel unter dem Neu-Trainer feierten die Hannoveraner nach acht Niederlagen in der Fremde ihren ersten Auswärtssieg der Saison. Ungewöhnlich: Auf der Tribüne freute sich Korkuts Amtsvorgänger Mirko Slomka über den Sieg seiner ehemaligen Mannschaft.

Der ursprünglich als Co-Trainer von Slomka eingeplante Korkut setzt als Chef auf der Bank auf Ballbesitz statt wie sein Vorgänger auf schnellen Konter-Fußball. Aber dem 39-Jährigen ist klar, dass es "ein halbes Jahr oder länger" dauern wird, "bis ich der Mannschaft meine Spielphilosophie vermittelt habe", hatte er in der Woche vor dem Wolfsburg-Spiel gegenüber bundesliga.de klargestellt.

"Ein bisschen andere Ideen"

Außerdem sei er kein Trainer, der alles ändert. "Es ist ja nicht alles schlecht", so Korkuts Begründung. Zu viele Veränderungen in zu kurzer Zeit würden die Gefahr bergen, dass es auf dem Spielfeld "konfus" zugehen könnte.

In der Kürze der Vorbereitung habe er "ein bisschen andere Ideen eingebracht" und auch kleine Fortschritte festgestellt. Die Statistik erinnert noch an die Philosophie des Vorgängers: 34 Prozent Ballbesitz erinnern an die vielen erfolgreichen Spiele unter Slomka, die 96 mit weniger Ballbesitz als der Gegner gewonnen hat.

Andreasen nur auf der Bank

Was also war anders in Wolfsburg? Am meisten hat die Beobachter der Roten überrascht, dass Leon Andreasen, in der Vorrunde Hannovers Feldspieler mit der größten Einsatzzeit, auf der Bank Platz nehmen musste.

Andre Hoffmann hat er aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung beordert und vorn hatte sich Korkut trotz der Auswärtsschwäche für eine offensive Variante entschieden. Hinter der Doppelspitze Mame Diouf und Artjoms Rudnevs sollten Szalbolcs Huszti über rechts und Leonardo Bittencourt über links für Druck nach vorn sorgen.

Prophet Rudnevs

Weiter kehrte Christian Schulz, der in den letzten drei Vorrundenspielen nicht einmal im Kader stand, in die Startelf zurück. Ansonsten baute Korkut auf die bewährten Kräfte.

Und die Maßnahmen griffen allesamt. Rudnevs, in der Vorsaison mit zwölf Treffern noch Top-Torschütze beim Hamburger SV und in der aktuellen Saison bei den Hanseaten nur sporadisch eingesetzt, sprühte vor Spielfreude. "Es war ein perfekter Einstand", freute sich der 26-Jährige, der seinen ersten Saisontreffer erzielte und sich als Prophet erwies. "Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wir drei Punkte holen", sagte er bundesliga.de.

Bittencourt rechtfertigt Vertrauen

Bittencourt spielte seine wohl beste Partie im Dress der Roten und schnürte  mit seinen Treffern zum 2:1 und 3:1 den ersten Doppelpack seiner Karriere in der Bundesliga. "Es gibt Tage, da geht eben alles. Der erste Auswärtssieg war eine große Erleichterung. Wir sind alle froh", sagte der 20-Jährige.

"Leo, Du hast mein volles Vertrauen. Du spielst auf deiner Lieblingsposition. Nun zeig’ mir, dass du es verdient hast", habe der Trainer ihm vor dem Spiel gesagt. "Ich bin ihm sehr dankbar." Außerdem "sollte ich Schulle (Christian Schulz; die Red.) nach hinten helfen".

96 stark in der Defensive

Auch die Defensiv-Vorgaben gingen auf. Nur einmal schaffte es Hannover, in der Vorrunde weniger als zwei Gegentreffer auf des Gegners Platz zu kassieren - beim  0:1 in Dortmund.

Mit der "gnadenlosen Effektivität" (Ex-Trainer Dieter Hecking, der jetzt Wolfsburg trainiert) hat Hannover einen weiteren Pluspunkt aus der Vorrunde über die Winterpause mitgenommen: Hannover hat die beste Großchancen-Verwertung aller Bundesligisten.

Ein Verdienst der vierjährigen Arbeit von Slomka, der den Club in der Bundesliga so lange betreut hat wie kein anderer Coach. Wie freundschaftlich der Trainerwechsel an der Leine verlaufen ist, zeigt nicht nur die Tatsache, dass Slomka auf der Tribüne mitzitterte, sondern dass die beiden Trainer in den kommenden Tagen gemeinsam Essen gehen wollen, wie Korkut verriet.

Sieg gegen Schalke bestätigen

Dem neuen Coach ist klar, dass der Sieg in Wolfsburg "nur ein erster Schritt ist. Den müssen wir am kommenden Wochenende bestätigen."

Dann kommt mit Borussia Mönchengladbach ein Champions-League-Aspirant in die HDI-Arena.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs

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