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10. Spieltag

26.10.2013 | 18:30 Uhr

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  • VfL Wolfsburg
  • 3 : 0
    1 : 0
  • SV Werder Bremen

27.10.2013 - 16:31 Uhr


Die "Mega-Wölfe" heulen auf

Ivan Perisic, Maximilian Arnold und Diego (v.l.n.r.) bejubeln den Sprung ins obere Mittelfeld (© Imago)

Ivica Olic erzielte sein fünftes Saisontor - so oft hatte der Kroate in seiner Bundesliga-Karriere nach zehn Spieltagen einer Saison sonst nie getroffen

Maximilian Arnold (r., gegen Elia) erzielte seinen fünften Bundesliga-Treffer

Wolfsburg - So schnell kann es momentan gehen: Maximilian Arnold, Ivica Olic und Ivan Perisic spielten die Bremer Defensive schwindelig und plötzlich ist Wolfsburg punktgleich mit Berlin und steht nun auf Rang 6. Der VfL schwingt sich auf, die vierte Kraft der Liga zu werden. Setzen die "Wölfe" zum großen Sprung an?
Klaus Allofs wirkte nach dem Abpfiff noch eine Spur glücklicher als für gewöhnlich nach Siegen seiner "Wölfe". Denn dieser 3:0-Erfolg über Werder Bremen war mehr, er tat dem Wolfsburger Sportdirektor einfach gut. "Das ist ein besonderer Sieg für mich, das sage ich ganz ehrlich", gab der 56-Jährige später zu. Seine 16 Jahre an der Weser konnte und wollte Allofs nicht einfach so abschütteln.

Allofs: "Ab jetzt drücke ich wieder Werder die Daumen"



"Bei aller Liebe zu Werder - ich wollte unbedingt gewinnen. Aber ab jetzt drücke ich wieder Werder die Daumen." Clemens Fritz war einer der ersten Spieler, die Allofs nach der Partie an der Seitenlinie herzlich begrüßten, und die Worte des Bremer Kapitäns waren sicherlich weit wärmer als jene, die der Werder-Anhang während des Spiels für Allofs gefunden hatte. "Das ist doch eine Auszeichnung", wiegelte Allofs ab und stellte den Vergleich an: "Es werden ja auch nie die schlechtesten Spieler beschimpft."

So wollte Allofs den Unmut aus dem ehemaligen Fanlager fast schon als Kompliment verstanden wissen, denn man blicke derzeit an seiner ehemaligen Wirkungsstätte wohl ein wenig neidisch auf seine Arbeit in Wolfsburg. In weniger als einem Jahr hatte Allofs den "Wölfen" bereits mächtig Beine gemacht und sie gemeinsam mit Trainer Dieter Hecking aus der Abstiegszone heraus nun zumindest mittelfristig bis auf Rang 6 der Tabelle geführt. Die Bremer hingehen stecken in ihrer Umbruchphase und rangieren bloß auf Platz 13.

"Das war ein ganz schlechtes Spiel von uns", ärgerte sich dann auch Allofs' Nachfolger Thomas Eichin über seine verunsicherte Mannschaft. Während die Bayern, Dortmund und Leverkusen mit bereits zehn Punkten Vorsprung in einer eigenen Liga spielen, hat sich Wolfsburg mit einer leidenschaftlichen und mutigen Leistung gegen Bremen aufgeschwungen, die vierte Kraft der Liga zu werden. So konnte sich Allofs ein süffisantes Lächeln auch nicht verkneifen, als er in den Katakomben des VfL-Stadions auf die Tabelle blickte: "Es ist toll, keine Frage. Schön, dass man es nachlesen kann, wie wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln."

Hecking: ein "glänzender Abend"



Hecking griff beim Lob für seine Mannschaft sogar zu den ersten Superlativen, ein "glänzender Abend", ein "hervorragendes Spiel", eine "megapräsente Vorstellung" sei es gewesen. "Mega", so fühlten sich die "Wölfe" an einem beinahe schon berauschenden Abend, an dem besonders das Trio aus Maximilian Arnold, Ivica Olic und Ivan Perisic die ohnehin fragile Bremer Defensive schwindelig spielte.

"Es war eine super Leistung von uns", jubelte Olic, "das war definitiv eine der besten Leistungen unserer Mannschaft überhaupt." Und der Oldie schob mit breitem Grinsen hinterher: "Der Blick auf die Tabelle macht sehr viel Spaß." Doch Allofs bremste schnell die Jubelarien ein wenig ein, schließlich hatten seine "Wölfe" gerade zum ersten Mal zwei Spiele in Folge gewonnen. Und in der Tabelle liegen hinter dem Top-Trio alle noch eng beisammen.

"Wenn wir zwei Spieltage hintereinander nichts holen, sind wir wieder im unteren Bereich", mahnte Allofs daher und ergänzte: "Bayer ist nicht zu weit weg, uns aber in der Konstanz noch deutlich überlegen. "Guten Leistungen folgten mäßige, das war zuletzt das Grundproblem der "Wölfe", doch die kleine Gala gegen den Nordrivalen könnte nun die Wende einläuten. "Die Lust aufs Gewinnen, darauf, sich da oben festzusetzen, muss jetzt wachsen", forderte Allofs, "wir werden jetzt nicht von Champions League reden, wir gehen unseren Weg in kleinen Schritten weiter."

Etablierte Stars und junge Hoffnungsträger



Doch der soll kontinuierlich nach oben führen, mit einer stabilen Mannschaft, die nun mit Stars wie Diego oder Naldo und neuen Hoffnungsträgern wie Arnold, Robin Knoche oder Debütant Willi Evseev eine vielversprechende Mischung gefunden hat. Rückschläge werden noch kommen, da sind sie sich in Wolfsburg sicher, und das sei auch gut so.

Eine Niederlage wie jene im Derby gegen Braunschweig hatte sie bei der Ehre gepackt, sie angespornt, noch mehr zu geben und lässt sie wachsen. In einer Phase der Saison, in der viele Konkurrenten noch nach Kontinuität und Rhythmus suchen, haben auch die "Wölfe" die große Chance, einen "Mega"-Sprung in ihrer Entwicklung zu machen. Abwehrchef Naldo kennt dafür das richtige Rezept: "Wir müssen auf dem Boden bleiben."

Aus Wolfsburg berichtet Petra Philippsen

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