offizielle Webseite

Liveticker

Spieltag & Spielplan

10. Spieltag

26.10.2013 | 15:30 Uhr

s04.png bvb.png
  • FC Schalke 04
  • 1 : 3
    0 : 1
  • Borussia Dortmund

27.10.2013 - 20:07 Uhr


Süßer Lohn für harte Arbeit

Der Derbysieg war bitter nötig - das sieht man am Gesicht von Elfer-Held Roman Weidenfeller

Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang (r.) und Kevin Großkreutz feiern ebenso ausgelassen

Aubameyang (l.) trifft gleich in seinem ersten Derby. Der Gabuner, Nuri Sahin und...

Kuba (r.) sorgen für den zweiten Big Point für Dortmund gleich nach dem Coup bei Arsenal

Henrikh Mkhtaryan (l.) brilliert mit zwei Vorlagen - er hätte sich sein erstes Derby sicher auch kaum schöner vorstellen können

Die BVB-Defensive um Mats Hummels (l., gegen Adam Szalai) steht bei den Schalkern meist sicher und ließ nur ein Gegentor zu

Dortmund - Er riss den Arm in die Höhe, schrie die Anspannung heraus. Mitten vor der Schalker Nordkurve feierte Roman Weidenfeller im Derby auch seinen ganz persönlichen Triumph, als er den Elfmeter von Kevin-Prince Boateng parierte. Am Ende hatte der BVB mit dem 3:1-Sieg nicht nur die Machtverhältnisse im Revier zurecht gerückt, sondern auch eine perfekte Woche gekrönt.
Glücklich und zufrieden wirkte er, ein bisschen müde vielleicht, aber vor allem unheimlich stolz. "Keine Frage, es ist auch im 20. Derby für mich noch etwas ganz Besonderes, auswärts auf Schalke zu gewinnen", erlaubte Dortmunds Torhüter nach dem Abpfiff einen Einblick in seine Gefühlswelt.

Weidenfeller pariert gegen alten Bekannten



Dass das Ergebnis nach 90 Minuten tatsächlich auch den Spielverlauf widerspiegelte, hatte Borussia Dortmund nicht zuletzt Weidenfeller zu verdanken. Als es jenen kleinen Moment gab, als das Spiel hätte kippen könne, da war er da, parierte von den letzten acht Strafstößen gegen den BVB den vierten Elfmeter.

Dass ihm ausgerechnet sein ehemaliger Mitspieler Kevin-Prince Boateng den Gefallen getan hatte, zum Punkt zu gehen, kommentierte der 33-Jährige später schmunzelnd: "Wir haben damals das eine oder andere Mal Elfmeterschießen geübt. Für einen Schützen ist es sehr schwer, gegen einen Torwart anzutreten, mit dem man mal zusammengespielt hat".

Schalker Hoffnung währt nur kurz



Noch einen zweiten Moment gab es, in dem Schalke so etwas wie Hoffnung schöpfte, weil der BVB es kurze Zeit zuließ. Max Meyer hatte nach seiner Einwechslung mit frischem Schwung und seinem Tor Unruhe verbreitet. "Da haben wir etwas nachgelassen und Schalke kam so ins Spiel. Das war total unnötig", kritisierte Dortmunds Denker und Lenker im Mittelfeld, Nuri Sahin, nach dem Spiel.

Am Ende aber gewann die Borussia nicht nur souverän, sondern revanchierte sich für die beiden Derby-Niederlagen der Vorsaison auch mit einer Lehrstunde. "Der Sieg ist völlig verdient. Wir waren ganz klar besser, das hat man von der ersten Minute an gesehen", durfte Kevin Großkreutz zufrieden feststellen.

Großkreutz heizt an



Dass der Dortmunder Junge im Vorfeld nichts unversucht gelassen hatte, seine Mitspieler auf nichts anderes als den Derbysieg zu fokussieren, plauderte Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang leicht amüsiert aus. Täglich habe Großkreutz ihn in den Tagen zuvor angerufen und auf die Bedeutung dieses einen so besonderen Spiels hingewiesen. "Ich habe ihn zwar nicht direkt verstanden, aber herausgehört, dass es sehr, sehr wichtig ist."

Vielleicht war dieser Derby-Triumph auch ein Stückweit der Vorarbeit von Großkreutz zu verdanken, vielmehr aber der spielerisch strukturierten Leistung der Borussia, die dabei aber auch die kämpferischen Elemente nicht vernachlässigte. "Brutal harte Arbeit" sei die Partie gewesen, stellte Jürgen Klopp fest, der genau das auch von seiner Mannschaft verlangt hatte. "Wir wussten, dass es ein richtiger Kampf wird. Den haben wir angenommen und uns gewehrt. Wir wussten, dass unsere fußballerische Qualität sich durchsetzt, wenn wir läuferisch und kämpferisch dagegen halten", erklärte Nuri Sahin die Marschrichtung. Insgesamt liefen die Dortmunder rund fünf Kilometer mehr als die Gastgeber. "Wenn wir Gas gegeben haben, hatten wir die Blauen im Griff", brachte es Großkreutz auf den Punkt.

Geklärte Machtverhältnisse im Revier



Spielerisch bot die Partie noch einmal Anschauungsunterricht für das, was diesen BVB so stark macht - und was anderen Mannschaften wie Schalke eben abgeht. Das erste Tor von Aubameyang entstand aus dem aggressiven Pressing, das diese Mannschaft unter Klopp so sehr verinnerlicht hat. Und Tor Nummer drei, glänzend vorbereitet von Henrikh Mkhitaryan und vollendet von Jakub Blaszczykowski, war ein Musterbeispiel für Ballgewinn und schnelles Umschalten.

Innerhalb von fünf Tagen hat der BVB nun nicht nur die Machtverhältnisse im Revier nachhaltig geklärt, sondern sich selbst auch bewiesen, dass man sich auch gegen die Großen des Fußballs nicht verstecken muss. Das trifft in dieser Form zwar nicht auf Schalke zu, aber umso mehr auf den FC Arsenal, wo die Borussia am Dienstag mit 2:1 in der Champions League triumphiert hatte.

So endete für den BVB eine perfekte Woche, für die Jürgen Klopp noch das süße Sahnehäubchen spendierte. "Wenn der Trainer jetzt noch gnädig ist und uns mal frei gibt, wäre es das I-Tüpfelchen", hatte Roman Weidenfeller unmittelbar nach dem Derbysieg gemeint, "vielleicht lässt er sich ja überreden." Das hat geklappt - den Sonntag verlebten die Profis komplett trainingsfrei.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

Twitter

Tabelle
Ab ins Stadion
Tippspiel
Tabellenrechner

© 2014 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH