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9. Spieltag

18.10.2013 | 20:30 Uhr

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  • TSG 1899 Hoffenheim
  • 1 : 2
    0 : 1
  • Bayer 04 Leverkusen

19.10.2013 - 20:53 Uhr


Diskussionen überlagern Bayer-Sieg

In der 69. Minute köpft Stefan Kießling den Ball nach einem Eckball Richtung Hoffenheimer Tor... (© imago)

Kurze Zeit später dringt der Ball durch das Außennetz ins Tor der Gastgeber (© imago)

Am Ende gewinnt Bayer Leverkusen 2:1 gegen Hoffenheim

Sinsheim - Diesmal gab es kein Torfestival in Hoffenheim, aber die 1:2 (0:1)-Niederlage der TSG gegen Bayer Leverkusen lieferte am Freitagabend eines der kuriosesten Tore der Bundesliga-Geschichte. Schiedsrichter Felix Brych gab den vorentscheidenden Treffer von Bayers Stefan Kießling zum 2:0 (69.), obwohl der Ball von Kießlings Kopf erst ans Außennetz ging und von dort durch ein Loch im Netz ins Tor (Spielbericht).
"So eine Entscheidung ist schwer zu akzeptieren", sagt Hoffenheims Trainer Markus Gisdol. Sein Club, das erklärte TSG-Manager Alexander Rosen, wird Protest gegen die Spielwertung einlegen. Schon einmal wurde ein ähnliches Tor in der Bundesliga-Geschichte anerkannt, das eigentlich keines war; 1994 durch Thomas Helmer von Bayern München gegen den 1 FC Nürnberg. Damals gab es ein Wiederholungsspiel. Seitdem ist aber Fifa-Regel, Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters anzuerkennen.

"FIFA-Entscheidung ist maßgeblich"



"Dass ein solches Phantomtor als ungerecht empfunden wird, können wir alle absolut nachvollziehen. Der reflexartige Ruf nach einer Wiederholung des Spiels ist verständlich, aber wir wissen aus der Vergangenheit auch, wie sehr die Fifa die Tatsachenentscheidung eines Schiedsrichters schützt", sagt Dr. Rainer Koch, zuständiger DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen, und erinnert an das nicht gegebene Tor der Engländer bei der WM 2010 gegen Deutschland. "Entscheidend ist für uns, welche Möglichkeiten uns die sportrechtlichen Statuten und Vorgaben überhaupt geben, denn letztlich ist die FIFA bei einer solchen Entscheidung maßgeblich."

Kießling erklärte, er habe zunächst gedacht, der Ball sei vorbei gegangen, dann sei der Ball aber beim zweiten Blick im Netz gewesen. Das habe er auch dem Schiedsrichter gesagt. Der traurige Referee Brych erklärte: "Auch von der Bank gab es keine Hinweise. Der Ball lag im Tor, für alle auf dem Platz, ich hatte meine Zweifel, aber für alle war es ein reguläres Tor."

Sam führt Torjägerliste an



Auch sein Kollege Sami Hyppiä von Bayer sieht das so. Zumal sich ja nicht nur die benachteiligten Hoffenheimer unwohl fühlten nach dem Abpfiff. Auch die Leverkusener brachten ihr Unbehagen zum Ausdruck. "Das ist uns natürlich auch unangenehm, wir wollen unsere Spiele normal gewinnen. Wir können aber ja nichts dafür." (Reaktionen zum Kießling-Tor) Auch Bayer-Trainer Sami Hyypiä hatte gemischte Gefühle: "Wir wollen die Spiele natürlich nicht in solcher Manier gewinnen", sagte der Finne. In der Spielanalyse sparte Hyppiä aber nicht mit Kritik an seiner Mannschaft: "Wir sind mit und ohne Ball nicht an unser mögliches Niveau herangekommen, Hoffenheim hat gut gespielt."

Die Hoffenheimer aber nutzten vor allem in der ersten Halbzeit ihre Chancen nicht und Bayer zeigte vor allem beim 1:0 sein großes spielerisches Potenzial. Nach einen geradlinigen Konter über Hilbert und Castro schloss der starke WM-Kandidat Sidney Sam (auf der Tribüne schaute Bundestrainer Joachim Löw zu) mit einem Schuss aus 16 Metern erfolgreich ab. Der kleine Linksfuß führt nun mit sieben Treffern vorübergehend die Torschützenliste an.

"Schade, dass die Leistung wegen einer Szene untergeht"



Und Bayer war zumindest vorübergehend Tabellenführer. Zwar spricht ganz Fußball-Deutschland von der drohenden Vorherrschaft der zwei Champions-League-Finalisten Bayern München und Borussia Dortmund, dennoch thronte Leverkusen nach dem Erfolg im Badischen eine Nacht an der Spitze der Liga.

Sven Schipplocks Anschluss-Treffer in der 88. Minute war nur noch Ergebniskosmetik für Hoffenheim. Doch das überlagernde Thema des Spiels war natürlich dieses seltsame Tor von Kießling, das eigentlich keines war.Hoffenheims Manager Alexander Rosen erklärte "Schade, dass die sehr gute Leistung unserer Mannschaft wegen einer Szene nun untergeht." Der Sport stand spätestens ab der 70. Minute am Freitagabend in Sinsheim nicht mehr im Mittelpunkt.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter

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