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Spieltag & Spielplan

7. Spieltag

28.09.2013 | 15:30 Uhr

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  • Hertha BSC
  • 3 : 1
    0 : 1
  • 1. FSV Mainz 05

01.10.2013 - 10:28 Uhr


Krise in Mainz

Nicolai Müller traf für Mainz zwar zur frühen Führung gegen die Herthaner...

später jubelten aber die Berliner um Sami Allagui (l.), der das Spiel quasi im Alleingang drehte

Am Ende verließen Niki Zimling (l.) und Co. den Platz zum vierten Mal als Verlierer - in Mainz herrscht Ratlosigkeit

Berlin - Es ließ sich so gut an: Mit neuformierter Aufstellung war das Team von Thomas Tuchel im Gastspiel bei Hertha BSC zur Pause mit einer 1:0-Führung auf einem guten Weg. Doch nach dem Seitenwechsel zerfielen die 05er in ihre Bestandteile, am Ende stand eine verdiente 1:3-Niederlage.
Nun muss man sich in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt endgültig mit dem bösen K-Wort beschäftigen. K wie Krise. War der FSV mit vier Pflichtspielsiegen noch perfekt in die Saison gestartet, lesen sich die jüngsten Ergebnisse wie eine Bilanz des Grauens. Die vergangenen fünf Pflichtspiele, darunter die Pokalpartie gegen Zweitligist Köln, gingen allesamt verloren - solch eine Negativserie gab es in Thomas Tuchels Amtszeit noch nie. In den letzten vier Bundesligaspielen setzte es im Schnitt drei Gegentore pro Partie, selber schossen die Mainzer in diesem Zeitraum nur drei Tore insgesamt. In der Tabelle ging es von Platz 4 am dritten Spieltag runter auf den 12. Rang.

Zimling: "Befinden uns im Teufelskreis"



Nun ist in Mainz Ursachenforschung angesagt. Niki Zimling antwortete nach der 1:3-Niederlage in Berlin auf die Frage nach dem Grund für das Auseinanderfallen nach dem Ausgleichstreffer mit entwaffnender Offenheit: "Ich weiß es nicht." Sein Team, so der dänische Mittelfeldmann, befinde sich in einem Teufelskreis. "Wenn eine Sache gegen uns läuft, geht gleich immer alles schief."

"An der Einstellung hat es heute nicht gelegen", versuchte es Zimlings Hintermann Heinz Müller mit dem Ausschlussprinzip. Es scheint tatsächlich eher ein mentales Problem zu sein – die Verunsicherung nagt an den 05ern. "Wenn man nicht gewinnt, hat man kein Selbstvertrauen, das kriegt man eben nur durch Punkte", erklärt Zimling. "Jeder in der Mannschaft und im Umfeld weiß, dass wir Fußball spielen können. Wir haben das in den ersten drei Spielen bewiesen, aber das ist nicht genug", weiß der 28-jährige Routinier.

Fathi: "Uns fehlt die Konstanz"



Malik Fathi hatte sich die Rückkehr in seine Geburtsstadt auch anders vorgestellt - alle drei Gegentore fielen nach seiner Einwechslung zur Pause für den gelb-rot-gefährdeten Kapitän Nikolce Noveski. Der Deutsch-Türke verweist auf die Grundlagen: "Wir müssen die Basics wieder hinkriegen, das ist momentan das Wichtigste." Der Abwehrspieler konstatiert: "Uns fehlt die Konstanz. Um die wieder reinzubringen, muss man an einfachen Dingen arbeiten."

Das Problem: Auch personell gibt es beim FSV keine Konstanz. Thomas Tuchel verwies auf die erzwungenen Umbaumaßnahmen im Abwehrzentrum – es sei ein großes Handicap gewesen, "beide Innenverteidiger auswechseln und auf Julian Baumgartlinger verzichten zu müssen". Schon in der Startelf hatte der 05-Coach gegenüber der Pokalpleite gegen Köln auf vier Positionen umgebaut.

Baumgartlinger und Bungert schmerzlich vermisst



Im Tor verdrängte der wiedergenesene Heinz Müller Christian Wetklo. Außerdem mussten Christoph Moritz, Sebastian Polter und Elkin Soto für Johannes Geis, Dani Schahin und Eric Maxim Choupo-Moting weichen. Polter und Soto standen nicht einmal im Kader - erklärtermaßen wegen Formproblemen. Der am Knie verletzte Baumgartlinger wird als Mittelfeldorganisator schmerzlich vermisst. Gleiches gilt für Niko Bungert in der Innenverteidigung, der ebenfalls an Knieproblemen laboriert.

An den Verletzungen kann Tuchel logischerweise nichts drehen. Mehr denn je ist der Mainzer Trainer aber nun als Psychologe und Motivator gefordert. Doch seinem Team die Überzeugung, das Vertrauen in die eigene Stärke wiederzugeben - "das kann ein langer Weg werden", fürchtet der 40-Jährige.

Immerhin weiß Tuchel seine Mannschaft auf diesem Weg hinter sich: "Wir müssen sofort aufwachen", forderte Niki Zimling schon in Berlin. Das habe gleich im nächsten "Training zu beginnen und muss dann die ganze Woche weitergehen bis zum Hoffenheim-Spiel". Die Hoffnung des Dänen: "Wenn wir da ein gutes Resultat erzielen, können wir während der Länderspielpause in Ruhe weiterarbeiten. Vielleicht ändert das unsere Situation."

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo

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