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5. Spieltag

13.09.2013 | 20:30 Uhr

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  • Hertha BSC
  • 0 : 1
    0 : 0
  • VfB Stuttgart

14.09.2013 - 11:24 Uhr


"Schneider hat Blockaden gelöst"

Christian Gentner (l.) geht als Stuttgarter Kapitän in Berlin nicht nur in Sachen Defensivarbeit vorneweg

Kurz nach dem Seitenwechsel markiert der 28-Jährige zudem das entscheidende Tor

Dafür darf er sich die berechtigten Glückwünsche der Kollegen abholen

Berlin - Eigentlich ist Christian Gentner als Sechser eher dafür zuständig, beim VfB Stuttgart den Defensivverbund zusammenzuhalten. Doch beim 1:0-Auswärtssieg bei Hertha BSC war er zugleich der torgefährlichste Schwabe. Drei der acht Stuttgarter Torschüsse gab der neue VfB-Kapitän ab, darunter den zum Tor des Tages in der 49. Minute.

Damit war der 28-Jährige neben Keeper Sven Ulreich, der unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw ebenfalls eine Klasseleistung zeigte, der Matchwinner.

Im Interview spricht der fünfmalige deutsche Nationalspieler über die Fortschritte des VfB unter dem neuen Trainer Thomas Schneider, Stuttgarts 17-jährigen Shootingstar Timo Werner und seine eigene Rolle als neuer Kapitän der Schwaben.

Frage: Herr Gentner, wie beurteilen Sie den Auftritt Ihrer Mannschaft bei der Hertha?

Christian Gentner: In der momentanen Situation geht es hauptsächlich um Ergebnisse. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass wir jetzt jede Woche sechs Tore schießen. Es war vorher klar, dass es ein schweres Spiel wird. Hertha hat sehr gut begonnen. Es war wichtig, diese Anfangsphase gut zu überstehen. Danach hatten wir auch die eine oder andere Möglichkeit. Nach der Pause haben wir ganz gut agiert und sind dann zum Glück auch in Führung gegangen. Danach haben wir aber zu viel zugelassen, das müssen wir uns vorhalten lassen. Da hätten wir uns nicht über den Ausgleich beschweren können. Aber Sven Ulreich hat uns überragend im Spiel gehalten. So war es unter dem Strich ein glücklicher, aber vielleicht auch nicht ganz unverdienter Sieg.

Frage: Wie ist jetzt das Klima unter Ihrem neuen Trainer Thomas Schneider?

Gentner: Wir sind noch in der Kennenlernphase. Trotzdem hat er uns in der kurzen Zeit schon sehr viel vermittelt. Er hat es geschafft, Blockaden zu lösen, die unübersehbar da waren. Das ist schon mal etwas sehr Positives. Der Trend geht in die richtige Richtung. Das müssen wir so beibehalten. Jetzt haben wir bis zum nächsten Spiel eine relative lange Woche, in der wir vielleicht das eine oder andere einspielen können.

Frage: Welche Blockaden hat denn der neue Trainer gelöst?

Gentner: Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass wir vorher nicht gerade vor Selbstvertrauen gestrotzt haben. Auch durch die schlechten Ergebnisse, gerade in der Europa League. Deswegen hat der Coach uns Mut zugesprochen, so dass jeder seine Stärken wieder auf den Platz bringen kann.

Frage: Sie sind ja mittlerweile einer der Erfahrenen im Team: Was kann Schneider gerade den jungen Spielern mitgeben?

Gentner: Die jungen Spieler kennen den neuen Trainer ja zum Teil schon aus der A-Jugend. Insgesamt geht es aber nicht um jung oder alt, sondern um Qualität. Die versucht der Coach so gut wie möglich aus den Spielern herauszukitzeln.

Frage: Nach dem Abgang von Serdar Tasci sind Sie neuer Kapitän geworden. Hat sich dadurch auch Ihre Rolle im Team verändert?

Gentner: Nur nach außen hin. Intern habe ich vorher schon meine Meinung geäußert, wenn wir aus meiner Sicht auf dem Platz etwas zu korrigieren hatten. So gesehen ändert sich nichts. Ich versuche sicherlich, den Jungen die eine oder andere Erfahrung mitzugeben. Aber ich selbst kann natürlich auch immer noch dazulernen.

Frage: Wie würden Sie Ihren Einfluss auf und außerhalb des Platzes beschreiben?

Gentner: Ich stehe im ständigen Austausch mit dem Trainerteam und auch mit den Spielern. Ich sehe mich da als Bindeglied. Damit Trainer und Sportdirektor wissen, was in der Mannschaft los ist. Es ist kein Geheimnis, dass ich damals nach Stuttgart zurückgekehrt bin, weil es mein Verein ist. Hier bin ich groß geworden, dem VfB habe ich viel zu verdanken. Ein bisschen konnte ich schon was zurückgeben. Aber das Kapitänsamt ist natürlich jetzt der Höhepunkt.

Frage: Wie kann man sich Ihren Umgang mit den jungen Mitspielern konkret vorstellen, auf welcher Ebene etwa kommunizieren Sie mit dem 17-jährigen Timo Werner?

Gentner: (lacht) Also, es ist jetzt nicht gerade so, dass ich ihm bei den Mathe-Hausaufgaben helfe. Aber es sind schon über zehn Jahre Altersunterschied zwischen uns. Wenn es um Fußball geht, versuche ich schon, ihm bestimmte Dinge zu erklären. Er saugt alles auf. Denn er weiß, dass er am Anfang einer großen Karriere steht, wenn ihm keine schlimmen Verletzungen in die Quere kommen. Timo ist sehr schnell integriert worden und fühlt sich wohl in der Mannschaft. Außerdem kommt er aus Stuttgart, darüber freuen sich besonders die Fans.

Frage: Müssen Sie so einen jungen Spieler manchmal dann auch wieder erden?

Gentner: Ich glaube, Timo ist keiner, der abhebt. Aber natürlich muss man sich als junger Spieler auch mal den eine oder anderen Spruch anhören.

Frage: Wo steht die Mannschaft jetzt?

Gentner: Es ist zu früh, um das zu sagen. Wir sind jetzt nach dem Trainerwechsel auf einem guten Weg. Wir können solche Spiele wie gegen Hoffenheim abliefern, uns aber auch mit weniger Glanz Siege erarbeiten, so wie gegen Hertha. Trotzdem sollten wir das Bewusstsein behalten, wo wir herkommen.

Aufgezeichnet von André Anchuelo

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