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4. Spieltag

01.09.2013 | 15:30 Uhr

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  • VfB Stuttgart
  • 6 : 2
    3 : 1
  • TSG 1899 Hoffenheim

03.09.2013 - 16:15 Uhr


Mit Maxims Zauberfuß läuft's beim VfB

Beim 6:2-Sieg gegen Hoffenheim überzeugte Alexandru Maxim (l., gegen Jannik Vestergaard) mit seinem feinen rechten Fuß, mit dem er zwei Tore erzielte und zwei weitere vorbereitete

Bei seinem Startelf-Debüt vergangene Saison gegen Dortmund ließ sich der Rumäne weder von einem Nasenbeinbruch noch der darauf folgenden Maske beirren und erzielte sein erstes Tor für den VfB

Sollten dem erfolgreichen Auftritt gegen Hoffenheim noch weitere ähnliche folgen, werden die Stuttgarter Maxim bald wohl nicht mehr huckepack, sondern nur noch auf Händen tragen

Stuttgart - Schon als er den weiten Ball von Christian Gentner annahm, an der rechten Ecke des Hoffenheimer Strafraumes, war jedem der 42.450 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena klar: Da passiert jetzt was, der Mann hat einen Plan. Und so war es auch.
Alexandru Maxim, rumänischer Fußballer in Diensten des VfB Stuttgart, legte sich in der 55. Minute den Ball zurecht, versetzte Gegenspieler Jannik Vestergaard mit einer Körpertäuschung und zirkelte ihn unter Missachtung des herbeieilenden Hoffenheim-Kapitäns Andreas Beck im hohen Bogen ins Netz. Hoffenheims Torwart Koen Casteels konnte das vom feinen rechten Füßchen getretene Spielgerät nicht erreichen, flog vergeblich - und es stand 5:1 für den VfB. Endstand: 6:2.

Techniker mit Trippelschritt



Solche Momente sind es, die die technischen Qualitäten von Maxim für jedermann sichtbar werden lassen: Der 23-Jährige ist überaus geschickt und gedankenschnell mit dem Ball, macht flotte, kurze Bewegungen, ist durch hastige Trippelschritte schnell auf den ersten Metern und kann in der Stuttgarter Offensiv-Reihe hinter dem Stürmer (meist Vedad Ibisevic) alle Positionen einnehmen. Zudem beherrscht er den Umgang mit dem ruhenden Ball prächtig: Seine Freistöße und Ecken sind scharf und regelmäßig gefährlich. So auch gegen Hoffenheim: Seine Ecke in der 26. Minute fand den Kopf von Vedad Ibisevic, der mit einem perfekten Timing zwischen drei Hoffenheimern hindurch zum 2:0 einköpfte.

Der spektakuläre 6:2-Heimsieg des VfB gegen 1899 Hoffenheim bei der Premiere von Thomas Schneider als Bundesliga-Trainer war wahrscheinlich Maxims bestes Spiel im weißen Trikot mit dem roten Brustring. Der Rumäne hatte zwar nicht die meisten Ballkontakte (Sakai und Boka/je 61), hatte weder die meisten Torschüsse (Ibisevic/4) noch die meisten Torschussvorlagen (Werner und Gentner/je 3) abgegeben - dafür allerdings zwei schöne Treffer selbst erzielt (3:1/28. und 5:1/55.) und die Tore zum 1:0 (Rüdiger/12.) und 2:0 (Ibisevic, 19.) aufgelegt.

Spektakulär mit Hang zum Schlendrian



Wichtiger noch: Maxim ist so ein Spieler, für den die Leute ins Stadion kommen. Sehen die Fans von der Tribüne, dass der Blondschopf angespielt wird und Platz hat, geht ein hoffnungsvolles Raunen durch das Stadion. Bei seiner Auswechslung in der 68. Minute standen die Fans auf und applaudierten begeistert. Gänsehautstimmung in der Mercedes-Benz Arena. Auch Mitspieler Vedada Ibisevic, selbst mit drei Treffern am Kantersieg beteiligt, war begeistert: "Maxim war überragend."

Der kleine Haken an der Sache: "Alexandru war ausgepumpt, er war platt", erklärte Coach Schneider später. Das weckte Erinnerungen an die Sommerpause, als der damalige Trainer Bruno Labbadia dem 1,77 Meter großen Rumänen vorwarf, er sei mit einigen Kilos Übergewicht nach Stuttgart zurückgekehrt. Dementiert wurden die Vorwürfe nie.

Weiterentwicklung im Ländle



Am 31. Januar dieses Jahres wechselte Maxim vom rumänischen Club Pandurii Targu Jiu an den Neckar. Als "technisch gut ausgebildeten Spieler" bezeichnete ihn der VfB-Sportvorstand Fredi Bobic. "Ich bin sehr froh, dass ich hier bin. Der VfB Stuttgart ist ein großer Club, die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt", frohlockte Maxim damals bei seiner Vorstellung vor den Journalisten. "Es ist eine tolle Möglichkeit und Herausforderung zugleich, mich hier weiter zu entwickeln".

Bobic und Labbadia hatten den Techniker, der im Alter von 13 Jahren sein Elternhaus verließ, zum CFR Cluj ging und dann mit 17 von Ardealul Cluj-Napoca nach Spanien wechselte (erst Espanyol Barcelona, dann FC Badalona), eigentlich als Vorgriff für die aktuelle Saison eingeplant - doch Maxim machte schnell von sich reden. Nach drei kurzen Einwechslungen stand er am 30. März vor ausverkauftem Haus gegen Borussia Dortmund erstmals in der Bundesliga-Startformation und traf zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. In der 73. Minute wurde er ausgewechselt, zehn Minuten später erzielte der BVB das 1:2.

Auf dem Weg zum Regisseur



Maxim kann, wenn es gut läuft, der entscheidende Mann in der Offensive des VfB sein. Der achtmalige Nationalspieler Rumäniens (zwei Tore), der fließend Spanisch und Englisch spricht, ist ehrgeizig, will Stammspieler werden und lässt sich auch von einer Gesichtsmaske nicht abhalten. Die musste er im Frühjahr tragen, nachdem er sich im Europa-League-Spiel gegen Lazio Rom das Nasenbein gebrochen hatte.

Beim VfB hat er einen langfristigen Vertrag bis zum Sommer 2017. Tamas Hajnal und Zdravko Kuzmanovic haben Stuttgart längst verlassen - Maxim und Gentner sollen in den nächsten Monaten diejenigen sein, die die VfB-Offensive mit verwertbaren Bällen beliefern.

"Wir hatten schwierige Wochen zuletzt und wollten Gas geben und Spaß haben. Und gerade Maxim hat überragend gespielt, keine Frage", erkannte VfB-Torjäger Ibisevic an. Und auch Trainer Thomas Schneider lobte seine Nummer 44 öffentlich: "Alexandru hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Welche großen fußballerischen Qualitäten er hat, haben wir alle gesehen." Und wenn die Luft dann bald reicht, könnte er sie vielleicht auch über 90 Minuten zeigen.

Aus Stuttgart berichtet Henrik Lerch

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