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3. Spieltag

24.08.2013 | 15:30 Uhr

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  • FC Bayern München
  • 2 : 0
    0 : 0
  • 1. FC Nürnberg

25.08.2013 - 16:37 Uhr


Götze: Himmelsstürmer im Halbgalopp

Bei seinem ersten Bundesliga-Spiel für den FC Bayern München hat Mario Götze (r.) noch keine Gala hingelegt

Als zentraler Mann im offensiven Mittelfeld zeigte der 21-Jährige dennoch gute Ansätze - Trainer Pep Guardiola war offensichtlich zufrieden

Bastian Schweinsteiger (l.) adelte den Neuzugang von Borussia Dortmund nach dem Schlusspfiff als "Bereicherung" für die Mannschaft

München - Glanzvoll war es nicht, das erste Bundesliga-Spiel von Mario Götze im Dress des FC Bayern München. Als der Neuzugang beim verdienten 2:0 im 187. bayrisch-fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg in der 68. Minute das Feld verließ (zum Spielbericht), hatte er gewiss noch nicht für die ganz besonderen Momente gesorgt, vielversprechende Ansätze waren hier und da dennoch bereits zu erkennen.
Trainer Pep Guardiola hatte Götze bei seiner Premiere sogleich in die Mittelfeldzentrale beordert. Nach einer Muskelverletzung und über vier Monaten Pause zeigte er sich dort zwar sehr bemüht und wechselte mit seinen Nebenmännern immer wieder die Positionen, blieb insgesamt aber wirkungslos. Das Tempo war eher ein vorsichtiges Traben denn der explosive Vollsprint.

Debüt mit Licht und Schatten



Sechs Mitspieler zogen im Vergleich häufiger zum Spurt an als er (zwölf Mal), zudem liefen acht davon auch noch weiter (8,82 km) und auch die höchste erreichte Geschwindigkeit (30 km/h) lag im Durchschnitt. Bei seinen 59 Ballkontakten schaffte er es darum nur selten, für spielerische Überraschungsmomente zu sorgen.

Der 21-Jährige bereitete bloß einen einzigen Torschuss vor und scheiterte nach gut einer Stunde selbst bei einem Tunnelversuch am gegnerischen Torwart - das wäre natürlich ein absoluter Traumeinstand gewesen. Was von Götzes Debüt somit letztlich blieb, war eine schier beängstigende Präzision im Passspiel - 91 Prozent seiner Zuspiele landeten beim Mitspieler - und eine durchaus beachtliche Zweikampfbilanz (52,6 Prozent gewonnen).

Großes Lob für Götze



"Es war wichtig für mich, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, dass ich helfen kann, wenn ich meinen Rhythmus wiederfinde", blieb Götze bescheiden. Trotzdem waren seine Teamkollegen schon voll des Lobes. "Er ist ein super Spieler für uns. Man hat gesehen, wie er sich zwischen den Linien dreht, mit Tempo nach vorne läuft und den Gegner so immer provoziert - das war super. Ich bin mir sicher, dass er uns helfen wird", schwärmte Dante. Bastian Schweinsteiger adelte die neue Nummer 19 im Interview nach dem Schlusspfiff als "Bereicherung" für die Bayern (zum Interview).

Und auch Guardiola war hinterher sichtlich zufrieden mit Götzes solider Vorstellung, "vor allem in den ersten 15 Minuten" - zumal sich seine sehr dominant auftretende Mannschaft als Ganzes erneut verbessert habe. In der Tat nahmen die angriffslustige Spielphilosophie und die Taktikvorgaben des Spaniers mehr und mehr Gestalt an: Bei eigenem Ballbesitz agierten die Münchner mit einer Dreierkette, die extrem weit nach vorne aufrückte. Bei Ballverlusten schaltete der FCB dagegen sofort auf eine Fünferverteidigung um. Dazwischen gab Schweinsteiger zumeist eine Art modernen Libero, der permanent zwischen Abwehr und Mittelfeld pendelte, gegnerische Angriffe eindämmte und das Spiel von hinten heraus gestaltete.

Guardiola zufrieden



"Der Sieg war wichtig. Ich bin zufrieden - vor allem mit der zweiten Halbzeit und unserer Spielkontrolle. Wie in Frankfurt haben wir nur wenige Konter zugelassen, darüber habe ich mit der Mannschaft mehrere Male gesprochen", bilanzierte Guardiola, der sich seiner bewährten Trumpfkarten bewusst ist: "Vor allem wenn Franck und Arjen den Ball haben, können wir schnell angreifen."

So gab die gefürchtete Flügelzange mit den Torschützen Franck Ribery (69.) und Arjen Robben (78.) unter dem Strich mal wieder den Ausschlag zugunsten des Rekordmeisters, dessen Saisonstart mit drei Siegen in drei Spielen zweifellos gelungen ist. Darauf ausruhen will man sich allerdings nicht. Der Terminkalender ist gut gefüllt, bereits am Dienstag hat der Triple-Sieger im vorgezogenen Spiel beim SC Freiburg die Chance, die Tabellenführung zu erobern, bevor es am Freitag dann mit dem Finale um den europäischen Supercup gegen den FC Chelsea weitergeht.

FCB zwischen Freiburg und Chelsea



"Freiburg hat Remis gespielt, nach den ersten beiden Schlappen war das ein wichtiges Resultat für sie und sie werden bestimmt versuchen, am Dienstag nachzulegen", warnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummennige, der sich von dieser ersten englischen Woche erst einen Dreier im Breisgau erhofft - und dann die Komplettierung des Briefkopfes: "Der Supercup ist uns wichtig. Wir haben schon drei Mal um ihn gespielt, drei Mal sind wir mit leeren Händen nach Hause gefahren. Das ist ein Pokal, der uns noch fehlt."

Thiago wird den "Roten" dabei definitiv nicht helfen können, Guardiolas Wunschspieler ist nach einem Riss des Syndesmosebandes am Samstag erst einmal für einige Wochen außer Gefecht (zur Meldung), doch dafür hofft Götze, einen weiteren Schritt nach vorne zu machen: "Ich fühle mich gut, merke aber selbst, dass ich Spiele brauche, um wieder die Sicherheit zu bekommen."

Aus München berichtet Stefan Missy

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