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31. Spieltag

28.04.2013 | 17:30 Uhr

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  • FC Schalke 04
  • 4 : 1
    2 : 1
  • Hamburger SV

30.04.2013 - 10:23 Uhr


HSV auf dem Boden der Tatsachen: "Wir stoßen ans Limit"

HSV-Torwart Rene Adler wehrte sich gegen die Niederlage auf Schalke. Bei den vier Gegentoren war der 28-Jährige aber machtlos

Die frühe Führung gab der Mannschaft keine Sicherheit. Individuelle Fehler waren keine Seltenheit

"Das hat auch mit Cleverness zu tun - und Cleverness hat auch was mit Qualität zu tun", so ein sichtlich unzufriedener Thorsten Fink (r., mit Heiko Westermann)

Gelsenkirchen - Wieder von der Champions League geträumt, wieder unsanft aufgewacht. Mit der 1:4-Niederlage auf Schalke hat der HSV einmal mehr einen herben Dämpfer auf dem Weg nach Europa kassiert. Enttäuschung ist das Maß der Dinge in der Hansestadt, der Trainer sieht seine Mannschaft am Limit und der einzige Spieler, der sich gegen das Debakel wehrte, ist jetzt auch noch gesperrt.
Nach 76 Minuten feierten die HSV-Fans in der Schalker Arena ihren Torwart mit lautstarken Sprechchören. Und das bei einem 1:4-Rückstand. Aber Rene Adler hatte gerade im Gerangel mit Michael Bastos ein Zeichen gesetzt: Mit mir nicht! Ich wehre mich! Das kam an bei den Anhängern, denn es war die Ausnahme. Adler zeigte Leistung, Adler bewies Leidenschaft - beides war beim Rest der Hamburger Mannschaft Mangelware.

"Schalke hat verdient gewonnen"



Beim Keeper hatte man den Eindruck, er wäre nach seinen Abschlägen am liebsten selbst mit nach vorne gestürmt, so brodelte es in ihm. Adler wollte sich wehren, doch der Rest der Rothosen war Lethargie. Adler wollte das Spiel schnell machen, doch es fehlte an Anspielstationen. Dass sich der 28-Jährige in der Szene mit Bastos die fünfte Gelbe Karte abgeholt hat und nun am Sonntag gegen Wolfsburg pausieren muss, passt zurzeit irgendwie ins Hamburger Bild.

Mit einem Sieg hätte der HSV noch einmal die Chance auf die Königsklasse gehabt und wäre in der Tabelle sogar an den Schalkern vorbeigezogen. Man dürfe "ein bisschen an die Champions League denken", hatte Rafael van der Vaart vor dem Spiel gesagt. Jetzt musste Hamburgs Kapitän verbal zurückrudern: "Wir haben Schalke zu den Gegentoren eingeladen, das Spielgeschehen schlichtweg aus der Hand gegeben und den Gegner durch unsere Fehler aufgebaut. Deshalb hat Schalke auch verdient gewonnen."

Der Trainer wurde noch deutlicher. "Wir haben nicht die Konstanz, Cleverness und Qualität, um von der Champions League sprechen zu können. Das hat man gegen Schalke gesehen", stellte Thorsten Fink ebenso ernüchtert wie deutlich fest.

In der Offensive zu harmlos



Die starke Anfangsphase auf Schalke war nach wenigen Minuten verpufft, das frühe Führungstor hatte keine Sicherheit gegeben, der HSV hatte komplett die Linie verloren. Statt zunehmender Stabilität waren es wieder einmal die individuellen Fehler, die den Anfang vom Ende einläuteten. Und während die Hamburger in der Defensive ein ums andere Mal patzten, blieben sie in der Offensive ohne Durchschlagskraft. Neun Torschüsse gab die Mannschaft in den gesamten 90 Minuten auf das gegnerische Tor ab - genau so viele wie Schalkes dreifacher Torschütze Klaas-Jan Huntelaar alleine.

Grund für Thorsten Fink, im Endspurt der Saison auch die Qualitätsfrage zu stellen. "Das hat auch mit Cleverness zu tun - und Cleverness hat auch was mit Qualität zu tun. Es gibt immer wieder Spieler, die guten Partien ganz schlechte Auftritte folgen lassen. Wir geben zwar alles, um dranzubleiben. Aber wir stoßen ans Limit."

"Europa wäre eine Überraschung"



Aufgeben aber gilt im Schneckenrennen um Europa trotzdem noch nicht. "Wir müssen nach vorne gucken. Wir haben noch drei Spiele, von denen wir vielleicht zwei gewinnen können", meint der Coach mit Blick auf das Restprogramm gegen Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen.

Am Ende könnte es so für die Europa League reichen. Doch nach dem neuerlichen Debakel auf Schalke hat selbst Fink den Glauben daran offenbar etwas verloren. "Es wäre eine Überraschung, wenn wir uns dieses Jahr für Europa qualifizieren", stapelt der Trainer zurzeit zumindest ordentlich tief.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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