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27. Spieltag

30.03.2013 | 18:30 Uhr

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  • FC Bayern München
  • 9 : 2
    5 : 0
  • Hamburger SV

31.03.2013 - 10:29 Uhr


"Ich schäme mich"

Es ist nicht zu fassen - Heiko Westermann hat "keine Erklärung" für die deftige Niederlage beim FC Bayern

Westermann und Co. konnten gegen die Bayern, die einen Arjen Robben (v.) in höchster Spielfreude aufboten, nur hinterher laufen

Die Anzeigetafel in der Allianz Arena dokumentiert das Unglaubliche - das 2:9 ist die höchste Niederlage in der HSV-Geschichte seit dem 1:8 in Oberhausen im September 1970

Der HSV muss sich schnell wieder aufrichten, wenn die Europapokalteilnahme doch noch geschafft werden soll

München - "Frech und flott", so wollte Thorsten Fink mit seinem Hamburger SV ins Spiel beim FC Bayern München gehen und mit ein bisschen Glück Zählbares aus der Allianz Arena entführen. Doch der Bundesliga-Dino erlebte im Topspiel des 27. Spieltags ein Fiasko, kassierte beim 2:9 die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte.
Mittendrin statt nur dabei war Heiko Westermann. Der Abwehrchef des HSV stellte sich nach der Partie als einer der wenigen Hamburger den Medienvertretern. "Ich schäme mich, dabei gewesen zu sein", gab der 29-Jährige konsterniert zu Protokoll. Im Interview sprach er vom "schwärzesten Tag in der HSV-Geschichte" und fand für die Leistung seiner Mannschaft klare Worte.

Frage: Herr Westermann, 2:9 beim FC Bayern München verloren. Mir fehlen, um ehrlich zu sein, die Worte. Haben Sie schon eine Erklärung zu dem Spiel?

Heiko Westermann: Nein, ich habe keine Erklärung. Ich schäme mich, in diesem Spiel das Trikot getragen zu haben, dabei gewesen zu sein. Ich schäme mich für die Mannschaft. So eine Leistung ist unerklärlich. Es ist für mich unerklärlich, so in ein Spiel zu gehen und zu denken: Wir spielen hier mal locker so mit. Wir machen kein einziges Foul und laden den Gegner zu Toren ein. Das ist die höchste Niederlage der HSV-Geschichte. Wenn jetzt noch keiner gemerkt hat, welche Uhrzeit es geschlagen hat, tut es mir leid.

Frage: Wie Sie sagen, sind einige Tore ohne Gegenwehr zustande gekommen. Ist das Respekt? Ehrfurcht? Was ist das?

Westermann: Da pennen wir einfach. In der ersten Halbzeit spielen wir bei vier der fünf Tore dem Gegner in den Fuß. Und dann gibt's Konter. Und dann pennen wir noch zweimal bei den Standardsituationen. Schlechter kann man nicht mehr aussehen.

Frage: Wie ist das zu erkären?

Westermann: Was soll ich jetzt sagen? Dafür eine Erklärung zu finden, ist Wahnsinn. Für mich ist dieser Tag einer der schwärzesten in der HSV-Geschichte. Mir tut es leid für die Fans, die hier her gekommen sind, am Bildschirm, dass sie so ein Spiel sehen mussten.

Frage: Wie bitter ist dieses Ergebnis für die Tordifferenz? Es kann ja sein, dass es am Ende beim Rennen um Europa ganz knapp wird.

Westermann: Das ist genau das Ding. Wir können froh sein, dass wir 38 Punkte haben. Sich nach so einem Spiel wieder aufzurichten, ist schwer genug. Da müssen diese Woche klare Worte fallen, weil es so natürlich nicht geht, zu denken, dass wir mal nach vorne spielen und nach hinten müssen wir nichts machen.

Frage: Würden Sie sich trainingsfrei wünschen?

Westermann: Von mir aus können wir jeden Tag dreimal trainieren. Fit sind wir alle, darüber brauchen wir nicht reden. Es müssen einfach klare Worte fallen. Dem Gegner solche Sachen zu schenken, das ist für mich unerklärlich. Als wäre es ein Trainingsspiel gewesen.

Frage: Was war in der Kabine los?

Westermann: Ich war bisher noch nicht in der Kabine. Ich weiß nur, dass es in der Halbzeit ziemlich laut war, dass es aber nichts genutzt hat.

Frage: Was bedeutet das für den April, wo mit Freiburg, Mainz und Schalke direkte Konkurrenten warten?

Westermann: Das bedeutet jetzt erstmal, dass wir uns aufrappeln müssen. Jeder, der jetzt noch denkt, dass das genug war, der soll von mir aus in die 3. Liga gehen. Aber für den HSV war das für mich persönlich und für die Mannschaft zu wenig.

Aus der Allianz Arena berichtet Gregor Nentwig

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