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19. Spieltag

25.01.2013 | 20:30 Uhr

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  • Borussia Dortmund
  • 3 : 0
    2 : 0
  • 1. FC Nürnberg

27.01.2013 - 20:24 Uhr


Breite Brust dank weißer Weste

Applaus vom Chef: Coach Jürgen Klopp feiert mit seinen Spielern den zweiten zu-Null-Erfolg in Serie

Roman Weidenfeller musste gegen den "Club" aber in der Anfangsphase gleich zwei Mal retten

Erfreulich: Dortmunds Markenzeichen - das Gegenpressing - funktionierte gegen die Franken wieder hervorragend

Dortmund - Roman Weidenfeller verließ das Stadion nach dem 3:0-Sieg gegen Nürnberg mit einem zufriedenen Lächeln. Wieder gewonnen, wieder zu Null gespielt - da schlägt das Torwart-Herz höher. Dank der zurück gewonnenen Stabilität in der Defensive verbucht der BVB einen optimalen Start in die Rückrunde. Und scheint bestens gerüstet für das "Kronprinzen-Duell" bei Bayer Leverkusen.
20 Gegentore waren in der Hinrunde ein für Borussia Dortmund ungewöhnlich hoher Wert. Gerade einmal zwei Treffer mehr kassierte Roman Weidenfeller in der Meistersaison 2010/11 über die gesamte Spielzeit. Damals war er in 14 Spielen auch dank eines schwarz-gelben Abwehrbollwerkes gar nicht zu bezwingen und durfte sich am Ende nicht nur über den Meistertitel freuen, sondern auch über die weiße Weste für den Keeper mit den meisten Zu-Null-Spielen.

Fokus in der Vorberitung auf die Defensive



In dieser Saison suchte der BVB Sicherheit und Kompaktheit in der Defensive bislang manches Mal vergeblich. Ausbaden musste es Weidenfeller. Trotz überragender Leistungen wie beim Remis in München musste er immer mal wieder hinter sich greifen. Nur vier Mal blieb die Borussia in der Hinserie ohne Gegentreffer, was den 32-Jährigen mächtig gewurmt hat: "Nur wenn du gewinnst und zu Null spielst, dann ist auch der Torwart so richtig zufrieden."

Nicht minder geärgert hat es den Trainer. Und daher hatte Jürgen Klopp seiner Mannschaft in der Winterpause Nachhilfe im Defensiv-Verhalten verordnet - offenbar mit Erfolg. Spektakulärer 5:0-Sieg in Bremen, souveräner 3:0-Erfolg über Nürnberg: Die Null steht jetzt wieder an der richtigen Stelle.

"Darauf haben wir in der Vorbereitung den Fokus gelegt. Von der Qualität unserer Offensive waren wir immer überzeugt. Aber wir wollten hinten wieder stabiler stehen, als es in der Hinrunde teilweise der Fall war. Wir haben im Training gewisse Abläufe wieder mehr verinnerlicht und wieder mehr Dinge in unser Spiel gebracht, die uns kompakter stehen lassen", erklärt Ilkay Gündogan, gegen den Club mit 126 Pässen und 147 Ballkontakten Dreh- und Angelpunkt seiner Elf.

Gegenpressing und Umschalten funktioniert



Auch Weidenfeller sparte nach dem zweiten Spiel ohne Gegentreffer nicht mit Lob für seine Mitspieler. "Wir sind konzentrierter als noch in der Hinrunde. Insgesamt treten wir im Moment über 90 Minuten sehr fokussiert und professionell auf, das ist entscheidend. Man sieht einfach, dass wir wirklich sehr konzentriert bei der Arbeit sind."

Was gegen Nürnberg vor allem auch für den Torhüter selbst galt. Mit zwei Weltklasseparaden innerhalb von sechs Sekunden gegen Pekhart und Feulner bewahrte er seine Mannschaft nach 15 Minuten vor einem frühen Rückstand und einer ebenso unnötigen wie schwierigen Aufholjagd. Für Jürgen Klopp war es schlicht "sensationell" und auch Mats Hummels war Weidenfeller mehr als dankbar: "Wenn Nürnberg da das 1:0 macht, wären wir in Probleme geraten."

Davon abgesehen aber ließ der BVB den Club kaum zur Entfaltung kommen. Das Gegenpressing, Markenzeichen eines kompakten und zugleich offensiv orientierten Dortmunder Spiels, funktionierte ebenso wie das Umschalten bestens. Zudem sorgten Gündogan und Kapitän Sebastian Kehl auf den beiden Sechser-Positionen im Mittelfeld wie schon in Bremen für die richtige Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiven Akzenten. Auch ein Grund, warum Klopp trotz einer "Luxus-Bank" mit Nuri Sahin und Sven Bender hier zuletzt keinen Grund zum Wechseln sah.

Saisonrekord für Kuba



Die Partie gegen Nürnberg war aber nicht nur ein Beweis für die neue, alte Stabilität im Dortmunder Spiel. Sie belegte auch einmal mehr, dass der BVB bei Toren nicht nur auf die Treffsicherheit von Robert Lewandowski angewiesen ist. Zwar hat der Stürmer auch schon wieder zwölf Tore auf dem Konto. Doch mit Jakub "Kuba" Blaszczykowski (8), Marco Reus (7) und Mario Götze (7) tauchen gleich drei weitere Spieler in der Torjägerliste weit vorne auf.

Gegen Nürnberg stellte Kuba mit seinem dritten Doppelpack im BVB-Trikot sogar einen persönlichen Rekord auf. Acht Saisontreffer waren ihm in der Bundesliga bislang noch nie gelungen.

Bei aller Zufriedenheit über den guten Start in die Rückrunde wollte Jürgen Klopp vor dem Duell bei Bayer Leverkusen am kommenden Sonntag aber auch die Dinge nicht verschweigen, bei denen er noch Steigerungspotenzial sieht. Die eine oder andere Offensivaktion, so der Trainer, hätte man gegen Nürnberg geschickter lösen können: "Wir hätten dem Gegner noch mehr Probleme bereiten und viel häufiger in die Tiefe kommen können. Das können wir noch besser machen." Weidenfeller kritisierte zudem, "dass wir zwar schönen Fußball gezeigt haben, es aber in der einen oder anderen Situation ein wenig an der nötigen Zielstrebigkeit fehlte."

Gerüstet fürs "Kronprinzen-Duell"



Weiter hart arbeiten und die Bodenhaftung bewahren, heißt es beim Deutschen Meister also auch nach zwei Siegen und 8:0-Toren. "Und es gibt keinen Grund, jetzt irgendwelche Angriffsparolen Richtung Meistertitel zu formulieren", stellt Gündogan mit Blick auf Bayern München klar. "Aber keine Frage: Wir wollen auch in Leverkusen bestehen, uns Platz 2holen und unsere Serie ausbauen!"

Ein Erfolg im Duell der "Kronprinzen" am Sonntag in der BayArena wäre für Borussia Dortmund der vierte Sieg in Serie - das gab es in dieser Saison noch nie.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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