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17. Spieltag

15.12.2012 | 18:30 Uhr

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  • FC Schalke 04
  • 1 : 3
    1 : 2
  • Sport-Club Freiburg

17.12.2012 - 12:16 Uhr


"Wir sind erwachsen geworden"

Oliver Baumann (l.) verhindert mit einer Fußabwehr gegen Klaas-Jan Huntelaar einen weiteren Schalker Treffer

Sein Gegenüber Timo Hildebrand (M.) hatte drei Mal das Nachsehen - Freiburgs Jan Rosenthal (l.) jubelt über eines seiner beiden Traumtore

Nach der von S04 bestimmten Anfangsphase bekam der SCF um Cedrick Makiadi (r.) immer mehr Zugriff im Mittelfeld

Gelsenkirchen - Mit dem 3:1-Sieg beim FC Schalke 04 hat sich der SC Freiburg auf Platz 5 der Tabelle katapultiert. Für Torhüter Oliver Baumann ist das das Ergebnis eines hart erarbeiteten Reifeprozesses - aber noch lange kein Grund zu träumen.
Stolze 26 Punkte nach der Hinrunde können sich für die Breisgauer sehr gut sehen lassen. Im Interview mit bundesliga.de erklärt Baumann die Gründe für den Sieg auf Schalke und die bislang so erfolgreiche Saison, weist aber auch deutlich auf Fehler und Defizite hin. Ein Gespräch über Abgeklärtheit und Willen, Meckern auf hohem Niveau und das anstehende Pokalspiel gegen den Karslruher SC.

bundesliga.de: Glückwunsch zum Sieg auf Schalke, Oliver Baumann. Der Lohn ist Platz 5 in der Tabelle - so etwas wie die persönliche Herbstmeisterschaft für den SC Freiburg?

Oliver Baumann: Dass wir auf diesem Tabellenplatz überwintern, ist wirklich extrem positiv. Das hätte vor der Saison niemand gedacht - wir auch nicht. Aber was der Trainer von uns verlangt, bringen wir sehr gut rüber. Damit haben wir uns diese Platzierung erarbeitet. Wir sind erwachsen geworden auf dem Platz. Wir spielen es taktisch sowohl defensiv als auch offensiv immer besser. Auch wenn wir uns gegen Schalke in der ersten Halbzeit und speziell in den ersten 20 Minuten schwer getan haben.

bundesliga.de: Was war mit dem SC Freiburg los in dieser Phase, als Schalke das Spiel dominieren konnte?

Baumann: Und warum konnten sie dominieren? Weil wir sie dazu eingeladen haben! Das darf einfach nicht sein. Wenn wir das Spiel am Ende verloren hätten, hätten wir uns eingestehen müssen, dass wir dem Gegner die Vorlage dazu gegeben haben. Dann beißt du dir am Ende in den Hintern. Da müssen wir noch abgeklärter werden. Der Trainer hat die Probleme in der Halbzeit angesprochen, danach haben wir es besser gemacht.

bundesliga.de: Ist die Abgeklärtheit vielleicht noch der Unterschied zu den Mannschaften, die auch in der Tabelle vor Freiburg stehen?

Baumann: Du musst unbedingt abgeklärt sein, um kontinuierlich Punkte zu sammeln in der Liga. Und um auch dreckige und knappe Spiele zu gewinnen. Ich denke, wir haben insgesamt schon dazu gelernt und sind abgeklärter geworden. Zu den Top-Teams der Liga ist es immer noch ein Unterschied, aber für uns ist das schon ganz gut.

bundesliga.de: Ist es auf der anderen Seiet auch ein Zeichen von Selbstbewusstsein, wenn Freiburg auf Schalke in Rückstand gerät und dann ganz locker mit zwei Toren antwortet?

Baumann: (lacht) Na ja, so locker war es auch nicht! Wir wissen, dass wir diese Moral und diesen Teamgeist haben. Wir haben auch den Willen, so viel zu laufen und so viel zu arbeiten. Das haben nicht alle Mannschaften und das zeichnet uns aus. So haben wir es Schalke auch sehr schwer gemacht. Allerdings hätten wir den Sack schon früher zumachen können und müssen.

bundesliga.de: Aber nach dem Tor zum 3:1 haben Sie sich auch keine Sorgen mehr gemacht?

Baumann: Hätte Schalke irgendwie noch ein Tor geschossen, wären sie wieder dran gewesen. Und dann hätte es plötzlich noch einmal eng werden können. Darum wäre es besser gewesen, wir hätten unsere Konter besser zu Ende gespielt und unsere Möglichkeiten zu einem weiteren Treffer genutzt. Aber das ist jetzt auch Meckern auf einem hohen Niveau.

bundesliga.de: Apropos hohes Niveau: Mitte der zweiten Halbzeit gab es für Freiburg sogar Szenenapplaus von den Schalker Fans. Ist Ihnen so etwas schon häufiger passiert?

Baumann: In Hamburg hatten wir das auch schon mal, dass wir von den gegnerischen Fans Beifall bekommen haben. Das ist schon irgendwie ein lustiges Gefühl. Aber es ist natürlich auch schön, wenn man merkt, dass die eigene Leistung so viel Anerkennung findet.

bundesliga.de: 26 Zähler bedeuten nach der Hinrunde einen Tabellenplatz, der zur Teilnahme am Europapokal berechtigt. Darf man als Freiburger davon wenigstens ein bisschen träumen unter dem Weihnachtsbaum?

Baumann: Nein, nein, ganz bestimmt nicht. Auch nicht unter dem Weihnachtsbaum. Es gibt genug warnende Beispiele, wenn man in der Vergangenheit an Hertha BSC oder Eintracht Frankfurt denkt. Da ging auch nach einer tollen Hinrunde in der Rückrunde plötzlich gar nichts mehr. Wir sollten schon weiter aufpassen, dass nichts passiert. Wir sind immer noch der SC Freiburg und müssen erst einmal nach unten schauen. Wenn wir den Klassenerhalt gesichert haben, dann können wir gerne wieder über etwas anderes reden.

bundesliga.de: Ein Spiel wartet in diesem Jahr noch auf Freiburg: Am Dienstag geht es im DFB-Pokal nach Karlsruhe. Wie schätzen Sie diese Partie und den Gegner ein?

Baumann: Der Karlsruher SC hat in der 3. Liga jetzt neun Siege in Serie geholt. Da müssen wir höllisch aufpassen. Wir müssen dieses Spiel wahnsinnig ernst nehmen und dürfen es nicht auf die leichte Schulter nehmen, nur weil wir in der Bundesliga jetzt ein paar Mal gewonnen haben. Wenn wir das machen, werden wir beim KSC verlieren. Und das wäre sehr bitter für den Verein.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte

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