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4. Spieltag

21.09.2012 | 20:30 Uhr

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  • 1. FC Nürnberg
  • 1 : 2
    0 : 1
  • Eintracht Frankfurt

23.09.2012 - 20:09 Uhr


Frankfurts fünf Erfolgsgeheimnisse

Mit zwölf Punkten und einem Torverhältnis von +7 steht die Eintracht auf dem 2. Platz

Maurizio Gaudino bestritt Mitte der 90er-Jahre 43 Bundesliga- und 32 Zweitliga-Spiele für Eintracht Frankfurt

Takashi Inui ist nur einer der Top-Einkäufe von Eintracht Frankfurt. Der Japaner steht aktuell bei vier Scorerpunkten (zwei Tore, zwei Vorlagen)

Armin Veh mit dem Erfolgslächeln: Als Trainer der Eintracht hat er großen Anteil am Rekordstart des Aufsteigers

München - Eintracht Frankfurt jubelt auch in Nürnberg und steht als Aufsteiger nach vier Spieltagen mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten auf Platz 2 der Bundesliga. Viele Experten reiben sich immer noch verwundert die Augen über den aktuellen Erfolgslauf der Hessen - nicht jedoch die Eintracht-Legende Maurizio Gaudino (43 Bundesliga- und 32 Zweitliga-Spiele für Frankfurt). Der 45-Jährige entschlüsselt zusammen mit bundesliga.de die fünf Erfolgsgeheimnisse der bisherigen Überraschungsmannschaft der Saison.
Egal wie die Saison für Frankfurt weiterhin verläuft, ihren Platz in der Geschichte der Bundesliga hat die Eintracht bereits nach vier Spielen sicher. Die Hessen sind der beste Aufsteiger der Bundesliga-Historie. Noch nie zuvor legte ein Liga-Neuling am Saisonanfang vier Siege in Serie hin. Doch was steckt hinter dem Erfolg der Eintracht? bundesliga.de hat die Fakten zum Rekordstart, gepaart mit der Meinung von Gaudino zum fulminanten Start seines Ex-Clubs in die Jubiläums-Saison der Bundesliga.
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Die offensive Spielweise

Das sagen die Fakten: Die Eintracht spielt als Aufsteiger munter nach vorne, baut nicht nur auf die Defensive. Das Resultat dieser mutigen Ausrichtung sind elf Tore nach vier Spieltagen. Dies ist der beste Wert der Frankfurter seit der Saison 1993/94 (zwölf Tore). Die Treffer verteilen sich sehr gleichmäßig über die vier Spiele, in denen die Veh-Elf immer mindestens zwei Mal erfolgreich war. Hinter dem Rekordmeister hat sich die Eintracht die meisten Großchancen erspielt (13). Die Veh-Elf spielt jedoch kein Harakiri, sondern aus einer gut strukturierten Defensivordnung heraus. Bei Ballgewinn wird blitzschnell umgeschaltet, durchschnittlich 102 Sprints nach vorne pro Spiel (Liga-Topwert!) belegen diese taktische Marschroute.

Das sagt Gaudino: "Hauptverantwortlich für die offensive Ausrichtung der Eintracht ist ganz klar Trainer Armin Veh. Er ist ein Verfechter des Offensivfußballs und hatte damit schon Erfolg als er 2007 mit dem VfB Stuttgart Meister wurde. Sein Konzept sieht vor, dass aus einer kontrollierten Defensive heraus zielstrebig nach vorne gespielt wird. Dafür wurden vor der Saison die passenden Spielertypen geholt."

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Die Neuzugänge

Das sagen die Fakten: Die Transferpolitik der Eintracht kann schon nach vier Spielen völlig berechtigt und ohne Übertreibung als "sehr gelungen" bezeichnet werden. Bei zehn der elf Treffer hatten ein oder gleich mehrere Neuzugänge ihre Füße im Spiel, in jeder Begegnung traf zumindest ein Neuer. Nur Innenverteidiger Carlos Zambrano und Kevin Trapp, dessen Kernkompetenz ohnehin nicht im offensiven Bereich liegt, leisteten noch keinen Beitrag zu einem Treffer.

Das sagt Gaudino: "Die Neuzugänge sind gezielt ausgewählt worden, waren Wunschspieler der sportlichen Leitung, die in eine gut funktionierende Mannschaft reingekommen sind. Obwohl der Großteil zuvor 'nur' in der 2. Bundesliga spielte, bringen die neuen Spieler große Qualität mit. Die Kameradschaft im Kader stimmt und dadurch verlief die Integration der Neueinkäufe sehr rasch, was der Leistung der gesamten Mannschaft gut tat. Trotz der vielen neuen Akteure in der Startelf wirkt die Mannschaft sehr stabil, wie man zuletzt in Nürnberg erneut sehen konnte. Hinzu kommt das Selbstvertrauen durch die Erfolgsserie und die Eintracht profitiert natürlich von der Aufstiegs-Euphorie."

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Der Torwart

Das sagen die Fakten: Die Saison von Kevin Trapp begann wenig überzeugend. Beim 0:3 im Pokal in Aue flog der ehemalige Lauterer nach früh vom Platz. Da unkten schon einige, dass er an der schweren Aufgabe scheitern würde, die Nachfolge von Urgestein Oka Nikolov im Eintracht-Tor anzutreten. Doch der 21-Jährige hielt dem Druck stand und erfüllt in der Bundesliga vollends die Erwartungen. Er parierte 84 Prozent der Torschüsse, vereitelte fünf gegnerische Großchancen. An den ersten vier Spieltagen bewahrte Trapp die Eintracht 21 Mal durch eine gelungene Parade vor einem Gegentreffer.

Das sagt Gaudino: "Trapp strahlt für sein Alter schon sehr viel Ruhe aus. Er hält hinten den Laden zusammen und pariert ab und an auch mal einen sogenannten 'Unhaltbaren' in entscheidenden Momenten. Dadurch gibt er dem Team Sicherheit. Die Kollegen haben großes Vertrauen in ihren Schlussmann. Aus meiner aktiven Zeit weiß ich genau, wie wichtig es ist, wenn man einen Torwart hat, dem die gesamte Mannschaft das Vertrauen schenkt. Dann geht man mit einem ganz anderen Gefühl ins Spiel. Er ist eine gute Wahl für die Eintracht."

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Die Joker

Das sagen die Fakten: Drei Tore von eingewechselten Spielern in vier Begegnungen - dieser Fakt sagt viel aus über die Qualität der zweiten Reihe in Frankfurt. Damit erzielte die Eintracht nun schon mehr Jokertore als in der gesamten (Abstiegs-)Saison 2010/2011 (zwei Treffer). Am 1. und 2. Spieltag traf der jeweils eingewechselte Martin Lanig für die Hessen, in Nürnberg Erwin Hoffer.

Das sagt Gaudino: "Grundsätzlich muss man zwischen Erwin Hoffer und Martin Lanig unterscheiden. Hoffer kam in Nürnberg früh für den verletzten Olivier Occean rein und traf, Lanig wurde zwei Mal spät gebracht und erzielte je einen Treffer. Es zeigt aber, dass die Spieler aus der zweiten Reihe nicht sauer oder frustriert sind, sondern sich als Teil der Mannschaft fühlen. Kommen sie rein, füllen sie ihre Position sofort hundertprozentig aus. Wenn Joker 'knipsen', zeugt dies nicht nur von einem glücklichen Händchen des Trainers, sondern ist das Gesamtprodukt der Vorbereitung sowie der Integration der neuen Spieler, die von den Arrivierten akzeptiert werden. Das ist sehr wichtig. Wenn man sich wohlfühlt, steht man auf dem Platz oftmals automatisch an der richtigen Stelle."

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Der Trainer

Das sagen die Fakten: In Wolfsburg und Hamburg funktionierte die Umsetzung der Veh'schen Fußball-Philosophie nicht wie gewünscht und schlussendlich musste der Trainer jeweils im ersten Jahr schon seinen Platz räumen. Bei der Eintracht klappt es hingegen perfekt, wie der beste Bundesliga-Start aller Zeiten belegt. An der Offensive beteiligen sich auch die Außenverteidiger sowie die defensiv orientierten Mittelfeldspieler. Deshalb muss Veh vorrangig auf eine gesunde Balance achten, was ihm beim VfL und beim HSV nicht gelang.

Das sagt Gaudino: "Die Eintracht profitiert vor allem von seiner großen Bundesliga-Erfahrung. Er hat bei seinen früheren Stationen nicht nur im Titelkampf mitgemischt, sondern kennt auch die Schattenseiten des Profi-Fußballs. Bereits jetzt, wo es so gut läuft, versuchen er und Manager Bruno Hübner, aufkeimende Erwartungen zu dämpfen, vor Negativmomenten zu warnen und den aktuellen Erfolg realistisch einzuordnen. Nehmen Veh und Hübner eine Entwicklung in die falsche Richtung wahr, greifen sie sofort regulierend ein."



Christoph Gailer

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