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Spieltag & Spielplan

34. Spieltag

05.05.2012 | 15:30 Uhr

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  • Hertha BSC
  • 3 : 1
    1 : 0
  • TSG 1899 Hoffenheim

08.05.2012 - 09:54 Uhr


Happy, aber noch nicht gerettet

In der Relegation trifft Hertha BSC auf Fortuna Düsseldorf

Coach Otto Rehhagel und Kapitän Lewan Kobiashvili zeigen sich nach dem Sieg erleichtert

Änis Ben-Hatira (M.) führte die Hertha mit einem Doppelpack in die Relegation

Berlin - Es war ein Nervenspiel sondergleichen, aber am Ende der 90 Minuten gegen1899 Hoffenheim stand Hertha BSC auf dem ersehnten Relegationsrang - erstmals wieder seit dem 25. Spieltag. Dort treffen die Hauptstädter auf Fortuna Düsseldorf.
Mit dem letztlich verdienten 3:1-Erfolg gegen Gäste, für die es um nichts mehr ging, sind die Berliner "dem Abstieg von der Schippe gesprungen", wie Aushilfs-Innenverteidiger Peter Niemeyer treffend formulierte. Der Hauptstadtclub entschied die Partie im Olympiastadion mit einem kämpferischen Kraftakt für sich, während gleichzeitig der FC Bayern mit seinem 4:1-Sieg beim Abstiegskonkurrenten in Köln für Glücksgefühle in Berlin sorgte.

Ben-Hatira Held des Spiels



Erneut hatte Herthas Trainer Otto Rehhagel mit seiner Aufstellung überrascht: Der 73-Jährige stellte die Youngster Fabian Holland und Fanol Perdedaj in die Startelf und ließ dafür Adrian Ramos und Felix Bastians draußen. Zum Helden des Spiels avancierte aber der Deutsch-Tunesier Änis Ben-Hatira. Der 23-Jährige hob sich zwei seiner drei Saisontreffer für das Endspiel gegen Hoffenheim auf.

"Wir sind unheimlich erleichtert, auf uns lastete großer Druck", erklärte der Doppeltorschütze. "Es tut immer noch weh, dass wir uns bis zum letzten Spieltag so quälen mussten", trauerte der Flügelflitzer den vielen während der Saison verspielten Punkten nach. Entscheidend sei diesmal gewesen: "Die Mannschaft hat gut gekämpft."

Lob ans gesamte Trainerteam



Das sah auch Michael Preetz so: "Die kämpferische Einstellung unserer Mannschaft war heute top." Der Hertha-Sportdirektor konnte sich auch über die fairen Glückwünsche des Hoffenheimer Trainers Markus Babbel an die Berliner freuen. Preetz und der von ihm im Winter als Hertha-Coach entlassene Babbel reichten sich erstmals wieder die Hand.

Doch das war nur eine Randnotiz. Als entscheidend für den Erfolg seines Teams sah Änis Ben-Hatira neben der Kampfkraft die Arbeit des Trainerstabes. "Rehhagel hat uns prima eingestellt, er hat uns immer wieder beruhigt", resümierte der gebürtige Berliner: "Unterm Strich sind wir alle happy, aber wir haben noch nichts erreicht. Wir haben noch zwei Endspiele vor uns."

Der tunesische Nationalspieler lobte zudem das Wirken von Ante Covic und Rene Tretschok: "Auch unseren beiden Co-Trainern gebührt ein großes Kompliment." Covic selbst sah vor allem die Führung als "auschlaggebend" an: "Das hat die Mannschaft in ihrem Glauben gestärkt, das schaffen zu können." Der frühere Bundesligaspieler war sich sicher: "Da passiert nichts mehr!" Auch nach dem Hoffenheimer Anschlusstreffer sei "die feste Überzeugung weiter" da gewesen, sagte der Co-Trainer der Hertha.

"Spiel auf des Messers Schneide"



Die meisten anderen zitterten aber bis zum Schluss. "Es war ein Spiel auf des Messers Schneide, weil die Hoffenheimer nach unserem 2:0 durch eine Standardsituation noch mal rangekommen sind", analysierte Preetz: "Deswegen hieß es Zittern bis in die Nachspielzeit, bis Raffael uns erlöst hat." Herthas Sportdirektor fand es deswegen "in Ordnung, dass sich die Spieler nach dem Kraftakt heute haben feiern lassen." Aber die Spieler wüssten auch, so der frühere Bundesliga-Torschützenkönig, "dass wir noch nichts geschafft haben. Wir haben eine wichtige Etappe genommen und die Voraussetzung dafür geschaffen, dass wir noch zwei Extra-Runden in der Relegation gehen dürfen. Aber wir haben die Relegation noch nicht überstanden."

Das sah Otto Rehhagel ähnlich: "Am Samstagabend dürfen sich die Spieler und Fans noch freuen, ab Sonntag gilt die ganze Konzentration den beiden Relegationsspielen." Denn das Hinspiel im Berliner Olympiastadion gegen Fortuna Düsseldorf steht bereits am kommenden Donnerstag an. Ein kleiner Vorteil für die Berliner: Sie haben einen Tag mehr Zeit zum Regenerieren als die Fortunen, die ihr letztes Ligaspiel erst am Sonntag hatten.

Schock durch Lasogga-Verletzung



Ein großer Nachteil für Hertha ist hingegen, dass sich Herthas Stürmer Pierre-Michel Lasogga gegen Hoffenheim einen Kreuzbandriss im rechten Knie zuzog. "Er wird sechs Monate pausieren müssen", bestätigte Mannschaftsarzt Uli Schleicher am Samstagabend. Lasoggas Verletzung ist ein schwerer Schlag für die Hauptstädter. Auch wenn der 20-Jährige in der Rückrunde nur zwei Mal einnetzte, ist er mit insgesamt acht Saisontreffern bester Torschütze der Berliner.

Schon vor der bitteren Diagnose warnte Innenverteidiger Roman Hubnik: "Wir haben jetzt noch zwei sehr schwere Spiele vor uns." Auch Ben-Hatira räumte ein: "Wir können jetzt noch nicht zurückschauen, denn es war nur ein erster Schritt, jetzt geht es erst richtig los." Christoph Janker - für ihn war es das 50. Bundesligaspiel - gab den Fahrplan zur Relegation vor: "Nun müssen wir bis Donnerstag die Leute regenerieren, die angeschlagen sind, und dann geht es weiter." Der 27-Jährige, gegen seinen Ex-Club Hoffenheim für den verletzten Christian Lell als Rechtsverteidiger aufgeboten, forderte: "Wir müssen alle zusammenstehen, von der Bank bis zu den Leuten hinter dem Team - nur so geht es!"

Aus Berlin berichtet André Anchuelo

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