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Spieltag & Spielplan

26. Spieltag

17.03.2012 | 15:30 Uhr

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  • FC Augsburg
  • 2 : 1
    1 : 1
  • 1. FSV Mainz 05

18.03.2012 - 17:54 Uhr


"...da hätte ich mich selbst ausgewechselt"

Läuft! Augsburgs Sebastian Langkamp sorgte per Kopf für den Dreier gegen Mainz

Nach dem Spiel jubelte der Verteidiger (l.) innig mit Keeper Simon Jentzsch. Bei einer Szene kurz vor Schluss war er dem Schlussmann in der Sicht gestanden, Jentzsch hatte aber pariert

Die Entscheidung: Langkamp (r.) netzt eine Flanke von Axel Bellinghausen ein

Der 24-Jährige (l., mit Torsten Oehrl) kam vor der Saison vom Karlsruher SC zum FCA

Augsburg - Eigentlich soll Sebastian Langkamp Tore verhindern. Und das tut er auch - zur größten Zufriedenheit von Jos Luhukay. "Er sorgt für Stabilität, spielt souverän", lobte der Trainer des FC Augsburg nach dem 2:1-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 seinen Abwehrspieler. Längst hat sich der 24-Jährige einen Stammplatz erkämpft, gilt in der Innenverteidigung als gesetzt.
Am Samstag trug er mit dazu bei, dass Serientorschütze Mohamed Zidan nicht wie gewohnt zur Geltung kam. "Wir kennen uns aus unserer gemeinsamen Zeit beim Hamburger SV", verriet Langkamp. "Ich habe ihm gesagt, dass er es heute etwas langsamer angehen lassen soll."

"Mein Kopf ist nur schwer zu verfehlen"



Allerdings sieht der Abwehrstratege seine Aufgabe nicht ausschließlich darin, im Zentrum Gefahr vom eigenen Kasten fernzuhalten, hinten die Schotten dicht zu machen. Insbesondere bei Standardsituationen legt er den Vorwärtsgang ein, kreuzt im gegnerischen Strafraum auf. Mit zunehmendem Erfolg. Eine Freistoßflanke von Axel "Bello" Bellinghausen wuchtete er mit der Stirn zum Siegtreffer in die Maschen (51.). "Wenn ich den nicht rein gebracht hätte, hätte ich mich selbst ausgewechselt", scherzte Langkamp. "Es waren ja nur vier, fünf Meter bis zum Tor." Und auch zum Thema Zuarbeit - Bellinghausen hatte den Ball mit viel Effet maßgerecht serviert - kam ein lockerer Spruch über seine Lippen: "Mein Kopf ist nur schwer zu verfehlen."

Über die Standards war beim FCA schon im Vorfeld der Partie gegen die 05er gesprochen worden. "Wir wussten, dass sich da Chancen eröffnen", verriet der Innenverteidiger. "Mainz spielt Raumdeckung und ist deshalb anfällig, wenn du mit hoher Geschwindigkeit kommst." Und um ein Haar hätte es bereits in der 16. Minute geklappt - nach fast dem selben Strickmuster wie später. Freistoß Bellinghausen, Langkamp diesmal mit dem Fuß - doch Keeper Christian Wetklo packte auf der Torlinie fest zu.

Aus dem Kuriositätenkabinett



Sechs Wochen vor dem Mainz-Spiel, in Hoffenheim, hatte die Kopfballstärke des Abwehrspielers schon einmal Früchte getragen. Nach einem Eckball von Daniel Baier gelang Sebastian Langkampf das Tor zum 2:2-Endstand, sodass der Klassenneuling wenigstens mit einem Punkt im Gepäck die Heimreise antreten konnte. Es war der zweite Bundesligatreffer des vor Saisonbeginn aus Karlsruhe nach Augsburg gekommenen Profis gewesen.

Der erste hat einen festen Platz im Kuriositätenkabinett. Am 25. April 2009, im Duell zwischen Bayer Leverkusen und dem KSC, grätschte er im Mittelkreis gegen Renato Augusto, um einen schnellen Konter der Gastgeber zu unterbinden. Der als Befreiungsschlag gedachte Ball aus 46,5 Metern senkte sich über den verdutzten Keeper Rene Adler hinweg ins Netz. Ein goldener Schuss, weil er den 1:0-Sieg für Karlsruhe bedeutete.

Bitteres Startelfdebüt



Den Abstieg konnte dieser Erfolg nicht verhindern. Doch Langkamp hielt den Badenern auch in der 2. Bundesliga die Treue - zunächst. Nachdem er 2010 ein erstes Angebot des FCA ausgeschlagen hatte, konnte und wollte er nicht mehr Nein sagen, als die mittlerweile in die Eliteklasse aufgerückten Schwaben erneut bei ihm anklopften. Mit Hurra stürmte der Defensivspezialist allerdings nicht in die Stammformation. Nach einem Kurzeinsatz am zweiten Spieltag beim 2:2 in Kaiserslautern, als er in der Schlussphase für Marcel Ndjeng aufs Feld kam, feierte er erst vier Runden später in Berlin seine Premiere in der Startelf. Auch die Partie im Olympiastadion endete 2:2 - und für den Debütanten ausgesprochen bitter. Eine Attacke gegen den Herthaner Raffael wertete Schiedsrichter Markus Schmidt als Notbremse.

Zum zweiten Mal tauchte Langkamp in der mit 1:0 gewonnenen Vorrundenbegegnung in Mainz in der Anfangsformation auf. Und war seither stets erste Wahl, sieht man einmal davon ab, dass eine Oberschenkelverletzung seinen Einsatz in den letzten drei Partien vor der Winterpause auf Schalke, gegen Mönchengladbach und in Hamburg verhinderten.

Bis Saisonende stehen noch acht Spiele auf dem Programm, acht Endspiele im Kampf gegen den Abstieg. Ob's klappt mit dem Klassenerhalt? Wenn Sebastian Langkamp weiter in der Doppelrolle als Torverhinderer und Torjäger glänzt, stehen die Chancen nicht schlecht.

Aus Augsburg berichtet Reinhart Kruse

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