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Spieltag & Spielplan

24. Spieltag

03.03.2012 | 18:30 Uhr

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  • Borussia Dortmund
  • 2 : 1
    1 : 0
  • 1. FSV Mainz 05

04.03.2012 - 19:41 Uhr


"Das war perfekt"

Sven Bender (r.) feiert mit den Kollegen gegen Mainz den 17. Saisonsieg des BVB

Der Mittelfeldspieler (l., hier mit Trainer Jürgen Klopp) ging wie gewohnt keinem Duell aus dem Weg und gewann 63 Prozent seiner Zweikämpfe

Im Spiel gegen Hannover hatte Bender sich eine Prellung des Nasenbeins, eine Prellung des rechten Augapfels sowie einige Blutergüsse im Gesicht zugezogen

Der 22-Jährige kam im Sommer 2009 von 1860 München zur Borussia und feierte 2011 die Deutsche Meisterschaft

Dortmund - Das Auge noch blutunterlaufen, auf dem Nasenrücken ein Pflaster - die Folgen des Fußtritts aus dem Spiel gegen Hannover waren Sven Bender noch deutlich anzusehen. Trotzdem strahlte der BVB-Profi nach dem 2:1-Sieg über Mainz übers ganze Gesicht. Kein Wunder bei sieben Punkten Vorsprung auf den FC Bayern.
So heftig die Gesichtsverletzungen von Bender auch noch aussahen, auf dem Platz merkte man gegen Mainz davon nichts. "Manni" stürzte sich wie gewohnt in die Zweikämpfe und war auch beim Torjubel mittendrin statt nur dabei.

Nach dem Spiel sprach der 22-Jährige mit bundesliga.de über ein intensives Spiel, vergebene Chancen und einen optimalen Spielverlauf. Bender erklärt, warum er trotz diverser Verletzungen immer noch kompromisslos in die Zweikämpfe geht, warum man den nächsten Gegner Augsburg nicht unterschätzen darf - und warum der FC Bayern für ihn der schärfste Konkurrent im Titelrennen bleibt.

bundesliga.de: Sven Bender, der 2:1-Erfolg war letztlich ein verdienter, aber kein einfacher Sieg. War es das erwartet schwere Spiel gegen Mainz?

Sven Bender: Wir wussten, dass Mainz eine sehr, sehr zweikampfstarke Mannschaft ist, die auch ein sehr laufintensives Spiel betreibt. Wenn also zwei Mannschaften mit einer ähnlichen Spielphilosophie aufeinander treffen, kann man sich auf ein sehr intensives und aus unserer Sicht auch auf ein schwieriges Spiel einstellen. Das war es dann auch. Wir hätten uns das Leben vielleicht einfacher machen können, indem wir eher ein 2:0 nachgelegt hätten. So haben wir erst ein Gegentor kassiert, aber dann glücklicherweise sofort zurückgeschlagen.

bundesliga.de: Gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte der BVB einige gute Chancen und hat Gäste-Keeper Christian Wetklo in dieser Phase richtig warm geschossen. War das wieder so ein Moment, in dem man über die Chancenverwertung nachdenkt?

Bender: Im Spiel kann man zum Glück nur wenig darüber nachdenken. Wenn man sich das jetzt noch einmal anschaut, sieht das schon anders aus. Da muss man schon sagen, dass wir die eine oder andere Chance sicher hätten reinmachen können. Aber es ist gut gegangen, wir haben noch ein zweites Tor gemacht, das Spiel gewonnen - dann ist der Rest jetzt auch egal.

bundesliga.de: War die Schlüsselszene dieses Mal die Tatsache, dass der BVB das Gegentor so cool weggesteckt und direkt geantwortet hat?

Bender: Ich denke schon. Wenn das Spiel weiterläuft und es länger unentschieden steht, dann wird es immer schwieriger. Dann musst du auch damit rechnen, dass sich der Gegner vielleicht zurückzieht und für den Rest der Partie hinten hineinstellt. Man weiß einfach nicht, was passiert. So ist es aber optimal für uns gelaufen, indem wir direkt das Tor zum 2:1 nachgelegt haben. Das war perfekt! Man sieht auf dem Platz, dass wir viel Selbstvertrauen haben und uns von solchen Sachen wie dem Gegentor nicht unterkriegen lassen.

bundesliga.de: Und bei so einer Portion Selbstbewusstsein macht es auch nichts, wenn immer mal wieder Spieler ausfallen? Sie haben diesmal anstelle des gelbgesperrten Sebastian Kehl an der Seite von Ilkay Gündogan gespielt.

Bender: Es war bislang immer so, dass wir jeden Ausfall sehr gut kompensieren konnten. Wenn jemand aufgrund einer Verletzung oder Sperre passen muss, kommt ein anderer in die Mannschaft, der auch sehr gut spielt, seine Leistung bringt und das Niveau hält. Auch Ilkay hat gegen Mainz ein sehr gutes Spiel gemacht. Die Aufteilung zwischen uns hat gut funktioniert. Wir haben uns gut ergänzt.

bundesliga.de: Sie selbst haben diese Parte deutlich angeschlagen bestritten, wenn man Ihnen ins Gesicht schaut. Hatten Sie keine Probleme?

Bender: Es ist im Gesicht alles noch ein bisschen blau und ein bisschen druckempfindlich, aber ich habe keine Schmerzen. Auch das Auge ist wieder frei, die Schwellung ist zurückgegangen - und das war das Wichtigste. Daher hat es mich auch im Spiel nicht beeinträchtigt. Ich würde mir auch viel von meiner Qualität nehmen, wenn ich jetzt zurückziehen würde im Zweikampf. Nur weil ich mir zu viele Gedanken mache, was alles passieren kann.

bundesliga.de: Die Konkurrenz patzt, der BVB gewinnt: Wer ist aus Ihrer Sicht jetzt der Hauptkonkurrent im Titelrennen? Trotz der erneuten Niederlage immer noch die Bayern?

Bender: Auf jeden Fall! Die Bayern darf man nie unterschätzen. Sie sind auch gerade dann gefährlich, wenn sie zuvor verloren haben. Und wenn sie doch mal ins Rollen kommen, dann sind sie eine absolute Top-Mannschaft. Dann wird es auch sehr, sehr schwer, gegen den FC Bayern zu bestehen - für jede Mannschaft. Ich habe aber auch Mönchengladbach noch auf der Rechnung. Ich denke, sie stehen zu Recht so weit oben in der Tabelle. Sie spielen sehr guten Fußball, haben einen absoluten Plan und stehen völlig verdient dort oben. Dass wir uns in der Tabelle einen kleinen Vorsprung erarbeitet haben, ist zwar eine schöne Sache. Aber kaufen können wir uns davon jetzt noch nichts. (Tippen Sie im Tabellenrechner die restlichen Spieltage der Saison!)

bundesliga.de: Ein Blick noch aufs nächste Spiel, das den BVB am Samstag nach Augsburg führt. Ist der Aufsteiger eine Mannschaft, die generell gerne etwas unterschätzt wird?

Bender: Das kann durchaus sein. Aber die Augsburger haben sich in der Rückrunde wirklich gut gefangen. Sie haben eine gute Spielweise entwickelt, treten aggressiv auf und versuchen, den Gegner permanent unter Druck zu setzen. Wir wissen, dass dies für uns am Samstag sehr gefährlich werden kann. Wir werden jetzt intensiv darauf hin arbeiten, dass wir auch dort gut aussehen - und bestehen!

Das Gespräch führte Dietmar Nolte

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