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22. Spieltag

18.02.2012 | 15:30 Uhr

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  • Hertha BSC
  • 0 : 1
    0 : 0
  • Borussia Dortmund

18.02.2012 - 22:41 Uhr


"König Otto" soll "Alte Dame" retten

Otto Rehhagel kehrt nach 12 Jahren wieder in die Bundesliga zurück

Otto Rehhagel spielt in der Bundesliga seit ihrem Bestehen eine gewichtige Rolle. Von 1963 bis 1966 verteidigt er für Hertha BSC, dann bis 1972 für den 1.FC Kaiserslautern. In 201 Bundesligaspielen erzielt er 22 Tore

Als junger Trainer gelingt ihm zum einen mit Kickers Offenbach 1974 ein 6:0-Erfolg gegen den frisch gebackenen Europapokalsieger Bayern München, mit Dortmund erleidet er 1978 aber in Mönchengladbach mit 0:12 die höchste Niederlage der Bundesligageschichte. 1980 stemmt er mit Fortuna Düsseldorf erstmals den DFB-Pokal

Von 1981 bis 1995 prägt Rehhagel dann eine Ära bei Werder Bremen. Mit Verteidiger Thomas Schaaf und dessen Kollegen wird er 1988 und 1993 Meister, dazu vier Mal Zweiter. 1991 und 1994 wird er DFB-Pokalsieger und holt 1992 den Europapokal der Pokalsieger

Anschließend wechselt er zum FC Bayern München (mit Mehmet Scholl, l.), wird am 28. April 1996 entlassen und muss zusehen, wie Franz Beckenbauer den Club beim UEFA-Pokal-Gewinn betreut

1998 schlägt er zurück. Den 1.FC Kaiserslautern führt er zunächst zurück in die Bundesliga. Dann gelingt den "Roten Teufeln" der sensationelle und bis dato einmalige Durchmarsch eines Aufsteigers zur Meisterschaft

Der größte internationale Triumph: 2004 gewinnt Rehhagel mit Außenseiter Griechenland sensationell die Europameisterschaft in Portugal

Berlin - Das 1000. Spiel ihrer Bundesliga-Geschichte hatte sich die Berliner Hertha ganz anders vorgestellt. Der Rahmen hätte festlicher nicht sein können, denn zum doppelten Jubiläum ergab es der Spielplan, dass sich zum 500. Heimspiel seit Liga-Gründung 1963 niemand Geringerer als der amtierende Meister die Ehre gab.
Doch statt einer großen Feier planen zu können, war man in der Woche vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund in der Hauptstadt mit der Suche nach einem Nachfolger für den nach nur 52 Tagen mit fünf Niederlagen in fünf Spielen entlassenen Michael Skibbe beschäftigt.

"König Otto" hält Einzug in der Hauptstadt

U-19-Trainer Rene Tretschok fiel die undankbare Rolle zu, als Interimstrainer für ein Spiel auf der Bank der "Ersten" von Hertha BSC Platz zu nehmen. Als Retter von Berlin hält nun niemand Geringerer als "König" Otto Rehhagel Einzug in die Haupstadt. Nach 12 Jahren Bundesliga-Abstinenz kehrt der Ex-Trainer der griechischen Nationalelf im Alter von 73 Jahren aus dem Ruhestand ins Oberhaus zurück.

"Ich bin sehr stolz mit einem so erfahrenen Trainer wie Otto Rehhagel zusammenarbeiten zu dürfen. Ich bin sicher, dass ich viel von ihm lernen werde", sagte Tretschok bundesliga.de und verriet, dass er nicht zur U 19 zurückkehren, sondern "gemeinsam mit Ante Covic Otto Rehhagel assistieren und ihm helfen werde, Mannschaft und Umfeld so schnell wie möglich kennenzulernen".

Klopp freut sich auf Rehhagel

Auch Jürgen Klopp freut sich über die Rückkehr des Meistertrainers in die Bundesliga. "Otto Rehhagel ist ein hervorragender Trainer. Ich habe mich schon lange gefragt, warum er nicht wieder bei einem Verein auf der Bank sitzt. Ich bin sicher, er wird mit seiner Erfahrung der Hertha weiterhelfen", gratulierte der BVB-Trainer den Berlinern zu ihrem Überraschungs-Coup.

Rehhagel wird bis zum Sommer einspringen und soll den direkten Wiederabstieg des Hauptstadt-Vereins verhindern. Das Team scheint seinerseits den Abstiegskampf angenommen zu haben. Anders als in vielen Spielen der Saison, in denen die Berliner die erste Halbzeit völlig verschliefen oder wie nach dem 0:1-Rückstand beim VfB Stuttgart völlig zusammenbrachen, sahen Rehhagel und die über 70.000 im zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauften Olympiastadion eine von Beginn an hellwache und kämpferisch starke Berliner Hertha.

"Ein gutes Zeichen"

Die Mannschaft hat gegen den Meister gezeigt, dass sie den Kampf um den Klassenerhalt angenommen hat. "Das ist ein gutes Zeichen. So wie wir aufgetreten sind, müssen wir weitermachen", gewann nicht nur Felix Bastians der Partie gegen die Westdeutschen trotz der Niederlage positive Seiten ab.

"Die Mannschaft hat nach den Querelen der letzten Wochen eine gute Reaktion gezeigt. Es war ein unverdienter Sieg für Dortmund", analysierte Peter Niemeyer. Doch "leider haben wir uns nicht nur nicht belohnt, sondern auch noch ein dummes Tor kassiert", ärgerte sich Pierre-Michael Lasogga über "ausgelassenen Großchancen. Zwei Tore hätten wir machen müssen."

"Mannschaft hat Charakter"

"Die Mannschaft hat Charakter, hat Qualität. Das haben wir heute bewiesen. Jetzt brauchen wir dringend ein Erfolgserlebnis. Ich bin sicher, dabei wird uns Otto Rehhagel mit seiner Erfahrung helfen", freut sich Andre Mijatovic auf den dann vierten Trainer der Saison. Der Kapitän begrüßt die Entscheidung, Tretschok und seinen Assistenten Ante Covic im Trainerstab zu halten: "Sie haben in der kurzen Zeit viel bewegt, und ich bin sicher, dass sie Otto Rehhagel eine große Hilfe sein werden."

"Darauf müssen wir aufbauen", sagte Covic. Die Niederlage schmerze ihn nicht: "Wir haben gegen den Meister gespielt. Ein Punkt heute wäre ein Zusatzpunkt gewesen. Ich bin sicher, dass wir die nötigen Punkte gegen den Abstieg holen werden."
"In so kurzer Zeit kann man nicht allzu viel verändern", sagte Tretschok. Am wichtigsten sei dem Übergangs-Coach gewesen, in vielen Einzelgesprächen das Selbstvertrauen wiederherzustellen. "Leidenschaft und Willen" wollte er sehen. Und die Mannschaft tat ihm den Gefallen.

Nur leichte taktische Veränderungen

"Wir haben auf Raute umgestellt und Levan Kobiashvili ins defensive Mittelfeld gestellt. Diese Position spielt er auch in der Nationalmannschaft", sagte Tretschok, dem mit den Verletzten Christian Lell, Maik Franz, Fabian Lustenberger sowie dem Gesperrten Andreas Ottl gleich gleich vier Spieler aus dem Stammpersonal fehlten.

Nur fünf Trainingseinheiten standen Tretschok vor dem Spiel gegen den amtierenden Meister zur Verfügung. Nicht viel mehr hat Rehhagel, um seine Mannschaft auf das wichtige Abstiegs-Duell bei Mit-Aufsteiger FC Augsburg einzustellen.

Rehhagel steht für Erfolg

Rehhagel steht für Erfolg. Der langjährige Werder-Coach wurde in seiner Trainer-Laufbahn dreimal Deutscher Meister, 1992 Europapokalsieger der Pokalsieger, gewann zweimal den DFB-Pokal und führte 2004 Außenseiter Griechenland sensationell zum EM-Titel.

Unvergessen, wie er als bisher einziger Coach mit dem 1. FC Kaiserslautern 1998 einen Aufsteiger direkt zum Titel führte. Den Berlinern würde auf dem Weg zum 2000. Spiel ihrer Bundesliga-Geschichte schon der Klassenerhalt genügen.

Aus Berlin berichtet Jürgen Blöhs

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