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10. Spieltag

22.10.2011 | 15:30 Uhr

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  • 1. FC Nürnberg
  • 2 : 2
    1 : 0
  • VfB Stuttgart

23.10.2011 - 20:52 Uhr


Mit Ehrgeiz und Hamstertaktik

Bruno Labbadia übernahm im Dezember 2010 das Traineramt beim VfB

Die VfB-Profis beim Jubeln: William Kvist (l.) feiert mit Khalid Boulahrouz und Tamas Hajnal

Der Mexikaner Maza (r., gegen Robert Mak) legte eine Laufdistanz von 10,55 km zurück

München - Bruno Labbadia ist ein Freund klarer Worte. "Das war Mist", resümierte der Trainer des VfB Stuttgart, als er nach der Leistung seines Teams in der ersten Hälfte der Partie gegen den 1. FC Nürnberg gefragt wurde.
Magere vier Mal hatten seine Schützlinge in der ersten Hälfte aufs Tor geschossen, gleichzeitig aber zwölf Torschüsse der Gastgeber zugelassen. Mit ähnlich drastischer Wortwahl stellte er seine Mannschaft zur Pause in den Senkel: "Das kannst du nicht immer leise rüberbringen", sagte der 45-Jährige anschließend. Es sei aber schon noch moderat gewesen.

"Das war der nächste kleine Schritt"

Moderat oder nicht, seine Standpauke wirkte: Die Schwaben legten nach dem Seitenwechsel zu und erkämpften sich nach zweimaligem Rückstand noch einen Zähler. Labbadia beorderte Spielmacher Tamas Hajnal nach links und Martin Harnik in die Spitze, von da an lief es besser.

Zdravko Kuzmanovic (61.) per Foulelfmeter und Innenverteidiger Maza (84.) glichen jeweils die FCN-Führung aus. Timmy Simons (9.) und Philipp Wollscheid (71.) hatten für den "Club" getroffen.

Unter dem Strich stand ein schmeichelhafter Punktgewinn für den VfB, mit dem die Schwaben einen Platz unter den ersten fünf verteidigten. "Das war der nächste kleine Schritt", sagte Labbadia - und meinte damit den Weg nach oben. Denn die Süddeutschen hamstern sich derzeit still und heimlich in der Spitzengruppe fest: 13 von 18 möglichen Punkten sammelte Stuttgart in den vergangenen sechs Partien. Nur eine davon verloren sie.

Neue Defensivstärke

Es passt zur momentanen Situation bei den Schwaben, dass sie nun auch in Spielen punkten, in denen sie das schwächere Team sind. Einer der Hauptgründe für die neue Konstanz: Labbadia hat seinem Team das Verteidigen beigebracht.

Seit er im Amt ist, beginnt Defensivarbeit im Angriff. "Als ich vor zehn Monaten kam, haben es die Stürmer nicht verstanden, wie die Lücken bei Ballbesitz des Gegners zugemacht werden", berichtet der Übungsleiter. Zwar kassierte der VfB in Nürnberg zwei Gegentreffer, mit erst acht Gegentoren stellt Stuttgart aber immer noch die viertbeste Defensive in der Bundesliga hinter den Bayern, Dortmund und Gladbach.

Der Mexikaner Maza und Serdar Tasci halten die Viererkette zusammen, davor ersticken William Kvist und Zdravko Kuzmanovic gegnerische Angriffe vielfach schon im Keim. Und weil das Offensivpersonal seit Wochen durch Effizienz besticht, stehen die Stuttgarter auf einem Spitzenplatz, obwohl sie selten spielerischen Glanz versprühen.

Labbadia widerlegt seine Kritiker

Gleichzeitig ist Labbadia dabei, seine Kritiker zu widerlegen. Er könne ein Team nicht länger als ein halbes Jahr motivieren, lautete der Vorwurf nach seinen Engagements in Leverkusen und Hamburg. Zehn Monate wirkt er nun beim VfB - stetig ging es bergauf.

Dabei zeichnet ihn aus, dass er sich trotz der ordentlichen Zwischenbilanz nicht zufrieden gibt. "Von den drei Spielen, die wir verloren haben, hätten wir zwei nicht unbedingt verlieren müssen", bemängelte der Trainer vor Kurzem im Interview mit "SPORT1: "Was fehlt, ist bestimmte Situationen im Spiel anders zu lösen."

Das habe viel mit Selbstbewusstsein zu tun, meint Labbadia. Diese Denkweise versucht er seinem Team zu vermitteln. Die Moral seiner Mannschaft war dann auch der einzige Aspekt, mit dem sich der gebürtige Darmstädter in Nürnberg zufrieden zeigte. Sein extremer Ehrgeiz wurde ihm bei vorherigen Stationen häufig negativ ausgelegt, in Stuttgart erntet er bislang für seine Arbeitsweise Lob. Den Ritterschlag für Labbadia gab es kürzlich vom "Kaiser": "Er ist auf dem Weg zum Top-Trainer", sagte Franz Beckenbauer.

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