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10. Spieltag

22.10.2011 | 15:30 Uhr

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  • Borussia Dortmund
  • 5 : 0
    3 : 0
  • 1. FC Köln

24.10.2011 - 19:41 Uhr


"Komplett streichen"

Michael Rensing kann es nicht fassen: Fünf Gegentore musste der FC beim BVB schlucken

In der Bundesliga absolvierte der 27-jährige bislang 78 Spiele

Seit der Winterpause 2010/11 spielt der Ex-Münchner bei den Domstädtern

Dortmund - Lange nachdenken über die 0:5-Niederlage in Dortmund kann der 1. FC Köln nicht. Schon am Dienstag geht's im DFB-Pokal nach Hoffenheim - und Michael Rensing rät seinen Kollegen mit Blick auf die Pleite: "Ganz schnell vergessen!"
Fünf Gegentore musste Rensing hinnehmen, wurde von seinen Vorderleuten auf ganzer Linie im Stich gelassen - und fand nach dem Desaster beim Deutschen Meister deutliche Worte. Im Interview mit bundesliga.de spricht der FC-Keeper über fehlende Kompaktheit, eine Frage des Charakters und mangelnden Widerstand. Außerdem blickt der Ex-Bayer voraus auf das Pokalduell in Hoffenheim - und hofft dort auf eine passende Reaktion der Mannschaft.

bundesliga.de: Michael Rensing, wie haben Sie diese 0:5-Niederlage gegen den BVB erlebt?

Michael Rensing: Dazu muss ich gar nicht allzu viel sagen. Und soviel Zeit haben wir auch gar nicht. Für mich sah es von hinten heraus genauso schlecht aus wie für jeden anderen Beobachter. Wir haben alles, was wir gemacht haben, zu langsam gemacht. Wir hatten oft nicht die richtige Position - mal ist der eine nicht eingerückt, mal stand der andere wieder falsch. Dadurch waren wir nicht kompakt genug. Dortmund hat sich in einen Rausch gespielt und wir haben uns dann aufgegeben.

bundesliga.de: Hat es Sie erschreckt, was Sie da gesehen haben?

Rensing: Es ist leider nicht das erste Mal gewesen. So sah es auch schon in vielen Auswärtsspielen der letzten Saison in der Rückrunde aus. Aber so darf man sich einfach nicht präsentieren. Es kann sein, dass man in Dortmund ein Gegentor kassiert, auch ein zweites. Aber gerade dann muss man Charakter zeigen, Widerstand leisten und sich wehren. Gerade dann muss man Zähne zeigen!

bundesliga.de: Eigentlich hätte der FC doch relativ befreit aufspielen können. Nach der Niederlage in der Champions League war der Druck auf Seiten der Dortmunder.

Rensing: Dass Dortmund verliert, macht sie eher noch gefährlicher. Da darf man sich vor so einem Spiel keine falschen Hoffnungen machen. Aber wir haben uns vorher gut vorbereitet und den Gegner gut analysiert. Und dann haben wir eine Mannschaftsleistung gezeigt, die schlicht nicht gut war, um es einmal vorsichtig auszudrücken.

bundesliga.de: Fünf Tore kassiert, dazu selbst nur zwei Torschüsse kurz vor Spielende abgegeben. Defensive und Offensive haben nicht gepasst. Wo muss man jetzt den Hebel ansetzen?

Rensing: Am besten sollte man dieses Spiel einfach ganz schnell vergessen! Bis zum Spiel im DFB-Pokal am Dienstag in Hoffenheim schaffen wir es kaum, das alles zu analysieren, was gegen den BVB falsch gelaufen ist. Wir haben in dieser Saison ja auch schon gezeigt, dass es anders geht und dass wir es auch gut lösen können. Etwa in Leverkusen, wo es eigentlich kaum weniger schwer ist als in Dortmund. Oder gegen Hoffenheim oder Hannover. In Dortmund haben wir davon nichts gezeigt, aber das sollten wir jetzt aus den Köpfen streichen. Vielleicht hat uns dieses Spiel soviel Wut und Willen verpasst, dass wir damit am Dienstag gewinnen.

bundesliga.de: Haben Sie trotzdem irgendeine Erklärung, warum nach dem Aufwärtstrend der letzten Wochen jetzt so ein Rückschlag möglich war?

Rensing: Das haben wir uns schon in der vergangenen Rückrunde nach fast jedem Auswärtsspiel gefragt. Aber irgendwann sollten wir das tatsächlich mal abstellen. Man kann in Dortmund verlieren, aber es müssen nicht fünf Gegentore sein.

bundesliga.de: Sie haben vorhin mehr Charakter gefordert. Stellt sich beim FC die Charakterfrage?

Rensing: Ich will da jetzt gar keine Grundsatzdiskussion lostreten. Wir haben von den letzten vier Spielen drei gewonnen und damit eine gute Tendenz. Eigentlich hat auch jeder bei uns in der Mannschaft das Gefühl, dass wir generell auf einem guten Weg sind. Es kann nur einfach nicht sein, dass man sich nach ein oder zwei schnellen Gegentoren aufgibt und dann nichts mehr zusammengeht. Da muss man zumindest die Messer wetzen und dagegen halten. Vielleicht gelingt dann der Anschlusstreffer, vielleicht bleibt es auch beim 0:2. Aber auch das ist für die Moral deutlich besser als fünf Gegentreffer.

bundesliga.de: Was bedeuten fünf Gegentore für die Stimmung in Köln - vor allem im Umfeld? In Dortmund haben sich die Fans in eine sarkastische Feierlaune geflüchtet.

Rensing: Unsere Fans erleben so etwas leider auch nicht zum ersten Mal. Aber auch da gilt: Komplett streichen! Und am Dienstag geht`s weiter. Und dann sollten wir dieses Spiel irgendwie gewinnen.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte

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