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6. Spieltag

18.09.2011 | 15:30 Uhr

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  • Hannover 96
  • 2 : 1
    0 : 0
  • Borussia Dortmund

20.09.2011 - 18:16 Uhr


Auf der Suche nach Lösungen

Ivan Perisic (r.) kann es gar nicht fassen, dass Dortmund das Spiel in Hannover noch verloren hat

Der BVB führt 1:0 bei den Niedersachsen, doch Hannover dreht in den Schlussminuten das Spiel

Für die Dortmunder ist es die zweite Niederlage in Folge

Shinji Kagawa (l.) und Co. stehen momentan nur auf dem 11. Tabellenplatz

Hannover - Der Deutsche Meister schwächelt: Saisonübergreifend wartet Borussia Dortmund nach dem 1:2 in Hannover seit sieben Auswärtsspielen auf einen "Dreier" in der Bundesliga. Nach sechs Spieltagen hat der BVB gerade mal sieben Punkte auf der Habenseite. Im Meister-Jahr waren es zu dem Zeitpunkt bereits 15 - mehr als doppelt so viele.
Erinnerungen werden wach an den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg, die nach ihren Titelgewinnen 2007 und 2009 im Jahr nach der Meisterschaft einbrachen. Stuttgart gelang als Tabellensechstem nach dem Triumph gerade noch der Sprung in den UEFA-Pokal, Wolfsburg beendete das Spieljahr 2009/10 auf Rang 10. Beide Clubs fanden sich im Vorjahr im Abstiegskampf wieder.

Klopp befürchtet neue Probleme

"Es kommen neue Probleme auf uns zu, von denen ich heute noch nicht weiß, welche das sind", hatte Jürgen Klopp nach dem Titelgewinn geahnt. Offensichtlich hat der Trainer immer noch keine Antwort auf die Frage nach den Problemen gefunden.

"Wir müssen aus der Niederlage lernen. Wenn uns das gelingt, profitieren wir mittel- bis langfristig davon", meinte der Trainer nach dem Spiel in Hannover, in dem er seiner Mannschaft bis zur 75. Minute "ein sehr gutes Spiel" bescheinigte.

"Spielen nicht zum Vergnügen"

"Wir haben uns selbst zuzuschreiben, dass wir das Spiel noch verloren haben", hatte der Trainer festgestellt. "Aber wir müssen begreifen, dass wir nicht zum Vergnügen, sondern für Ergebnisse Fußball spielen", weist Klopp die Lobeshymnen über das "leider nur bis zum Sechzehner" schöne Spiel seiner Mannschaft zurück.

Das Fehlen des neuen Superstars Mario Götze, in dessen Abwesenheit es zwei 1:2-Niederlagen gegen Aufsteiger Hertha BSC und Hannover fallen, lässt man in Dortmund nicht als Ausrede gelten. "Wir können es doch nicht daran festmachen, dass Mario fehlt. Wir sind auf allen Positionen doppelt gut aufgestellt und haben einen so großen Kader, dass wir jeden Verletzten gleichwertig ersetzen können", stellte Marcel Schmelzer klar.

Auch die Belastung der Englischen Wochen ist für Schmelzer keine Entschuldigung: Es liegt nicht an der Kraft", betont der 23-Jährige, "eher an der Konzentration. Nach 86 Minuten gab es für mich keinen Zweifel, dass wir das Spiel gewinnen." Da führte Dortmund 1:0.

Nur "Wölfe" rennen mehr auf Gegners Platz

Auch am Einsatz kann es nicht liegen. Die seit dieser Saison akribisch gemessenen Laufleistungen sprechen da eine eindeutige Sprache. Kein Team läuft vor eigenem Publikum mehr als die Dortmunder. Und in der Fremde legen nur die Profis des VfL Wolfsburg mehr Meter zurück als die des Meisters.

Wie die Tabelle exemplarisch an den beiden Clubs beweist, lässt sich Laufleistung nicht einfach so in Erfolge umrechnen. Die Gegner haben sich auf das Spiel des BVB eingestellt. So riet Hannovers Trainer seinen Spielern ganz einfach, tiefer zu stehen als beim 0:4 in eigener Arena in der Vorsaison. Mit Erfolg. Den Dortmundern fehlte Raum für ihr gefürchtetes Kombinationsspiel.

Umstellung des Spielstils noch nicht von Erfolg gekrönt

Einen Unterschied im Stil zum Vorjahr hat Schmelzer entdeckt: "Letztes Jahr hat man uns vorgeworfen, dass wir immer auf Konter warten. Jetzt spielen wir nach vorn. Und das Ergebnis ist leider völlig unbefriedigend. Wir lassen einfach zu viele Chancen aus."

Experten vermuten neben der Abschlussschwäche, die im Vorjahr schon Grund für das Aus in der Gruppenphase der Europa League war, einen weiteren Grund dafür, dass der BVB in der Offensive leichter auszurechnen ist: Neuzugang Ilkay Gündogan hat zwar viele Ballkontakte, aber er schlägt (noch) nicht die genialen Pässe, mit denen Vorgänger Nuri Sahin seine Mitspieler beim schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff immer wieder gefährlich in Szene setzte.

Barrios wird vermisst

Und auch die Statistiker scheinen Gründe für die Dortmunder Misere nachweisen zu können: Weniger Pässe als in der Saison 2010/11 finden den Weg zum Mitspieler, und es wird weniger aus der Abwehr heraus kombiniert. "Wir haben zu viele einfache Ballverluste", hat Klopp beobachtet, "zu häufig wird der Ball hinten einfach nur weggeschlagen."

Darüber hinaus scheint der Ausfall von Lucas Barrios die "Schwarz-Gelben" besonders zu treffen. Der Nationalstürmer Paraguays war in den vergangenen beiden Spielzeiten an 46 Dortmunder Treffern beteiligt und im Meister-Jahr mit 16 Toren der treffsicherste Schütze im Team. Seine Rückkehr in den Kader sehnt nicht nur Klopp herbei.

"Müssen das nächste Spiel gewinnen"

Insgesamt also eine Vielzahl von Problemen, die für den schlechten Saisonstart verantwortlich sind. Und viel Zeit, sie zu lösen bleibt nicht, wenn man das Ziel Titelverteidigung nicht frühzeitig abschreiben will. "Nun müssen wir das nächste Spiel gewinnen", ist nicht nur dem Schützen zur 1:0-Führung in Hannover, Shinji Kagawa, im Gespräch mit bundesliga.de klar.

Das Problem: Dem BVB steht am kommenden Samstag ausgerechnet bei Klopps ehemaligen Verein Mainz 05 erneut ein Auswärtsspiel bevor. Und auf des Gegners Platz hat die Borussia seit dem 26. Februar nicht mehr gewonnen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs

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