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Spieltag & Spielplan

6. Spieltag

18.09.2011 | 17:30 Uhr

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  • FC Schalke 04
  • 0 : 2
    0 : 1
  • FC Bayern München

20.09.2011 - 10:03 Uhr


"Das war fast perfekt"

Toni Kroos (r.) und der FC Bayern sind weiterhin einsame Spitze. Die Tordifferenz von 18 zu einem Treffer nach sechs Spieltagen spricht für sich

Das sportliche Vorbild von Toni Kroos (2. v. R.) ist Johan Micoud. Der spielte bei Werder Bremen auf der gleichen Position wie Kroos.

Hat gut Lachen: Jupp Heynckes sorgt bei den Bayern für gute Laune. Seit drei Spieltagen steht der Rekordmeister nun an der Tabellenspitze

Gelsenkirchen - Der FC Bayern München bleibt das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Nach dem souveränen 2:0-Erfolg bei Schalke 04 und einem neuen Vereinsrekord zeigen sich sogar die Spieler beeindruckt - und lassen zugleich Selbstbewusstsein sprechen.
Der Sieg auf Schalke war der achte Pflichtspielerfolg des FC Bayern in Serie - allesamt zu Null, was einen neuen Vereinsrekord für die Münchner bedeutet. Immer stärker spielt im Erfolgsensemble dabei auch Toni Kroos auf. Der 21-Jährige wartet zwar in der Bundesliga noch auf seinen ersten Saisontreffer, überzeugt aber von Spiel zu Spiel mehr als Schaltstation und Aktivposten im Offensivspiel der Bayern.

Nach dem Erfolg gegen Schalke sprach Toni Kroos über perfekten Fußball, Selbstvertrauen und Effektivität vor dem gegnerischen Tor - und schickte schöne Grüße an die Konkurrenz.

Frage: Toni Kroos, Ihr Trainer Jupp Heynckes hat mit Blick auf die zweiten 45 Minuten von der besten Halbzeit der Saison gesprochen. Hat er Recht?

Toni Kroos: Ich finde, unsere zweite Halbzeit war wirklich sehr, sehr stark und sehr souverän. Schalke hatte keine echte Torchance mehr, während wir uns eine Menge Chancen herausgespielt haben. Gefühlt waren es in der zweiten Halbzeit 80, 90 Prozent Ballbesitz für uns. Wir haben das Spiel absolut kontrolliert und Schalke nur noch laufen lassen. Das war fast perfekt!

Frage: Aber auch in der ersten Halbzeit hat der FC Bayern das Spiel durchaus souverän gestaltet.

Kroos: In der ersten Halbzeit mussten wir aber noch ein, zwei Chancen zulassen. Das werden wir uns noch einmal anschauen, um festzustellen, wie wir das noch besser machen können.

Frage: Es wirkte fast so, als habe Bayern sich den Gegner erst einmal angeschaut, um dann problemlos einen Gang höher zu schalten und für klare Verhältnisse zu sorgen.

Kroos: Wir haben von der ersten Minute an versucht, unsere Leistung auf den Platz zu bringen. Und wir haben früh Aktionen vor dem Schalker Tor gehabt und sind auch früh in Führung gegangen. Den Schalkern hat man später angemerkt, dass sie nach ihrem Spiel in der Europa League am Donnerstag müde waren. Wir haben den Ball dann sehr gut laufen lassen und sind so immer wieder zu unseren Chancen gekommen. Eigentlich hätten wir das Spiel schon eher entscheiden können. Und wenn wir effektiver gewesen wären, hätten wir auch noch höher gewonnen.

Frage:Es gab wie befürchtet sehr heftige Anfeindungen gegen Manuel Neuer. Hatten Sie zeitweise Sorge, dass dies Ihren Torhüter oder die Mannschaft verunsichern könnte?

Kroos: Ich glaube, man hat während des Spiels gesehen, dass uns das überhaupt nicht beeinflusst hat. Wir sind sehr souverän aufgetreten - und das war bei Manu nicht anders. Wie er trotz der Pfiffe und Schmährufe gespielt hat, das hat für sich gesprochen. Er hat zwar wenig zu tun bekommen, aber er war immer souverän und hat gut mitgespielt.

Frage: Vorne hat Nils Petersen das gemacht, was man als Vertreter von Mario Gomez machen muss - ein Tor.

Kroos: Wir haben jetzt schon öfter gezeigt, dass wir gute Alternativen haben und auf mehreren Positionen wechseln können. Wenn wir so als Mannschaft auftreten und als Team so zusammenspielen wie gegen Schalke, dann können wir nahezu jeden Spieler ersetzen. Nils hat sehr gut gearbeitet. Es freut mich für ihn, dass er bei seinem ersten Spiel in der Startelf auch gleich getroffen hat. Das wird ihm weiteres Selbstvertrauen geben. Und uns zeigt es, dass wir uns auf ihn verlassen können.

Frage: Apropos "verlassen können": Ihre eigene Leistungskurve zeigt kontinuierlich nach oben. Ist das vor allem ein Verdienst von Jupp Heynckes?

Kroos: Ich kannte den Trainer ja schon aus meiner Zeit in Leverkusen, was sicher kein Nachteil war. Ich weiß genau, was er von mir sehen will. Ich freue mich, dass ich es umsetzen kann und es zurzeit sehr gut läuft bei mir. Körperlich bin ich topfit und Jupp Heynckes gibt mir die nötige Sicherheit.

Frage: Die Bayern haben in Schalke schon im fünften Bundesligaspiel in Folge zu Null gespielt. Kassiert der FC Bayern überhaupt mal wieder ein Gegentor? Und was passiert dann?

Kroos: (lacht) Ich gehe schon davon aus, dass wir auch mal wieder ein Gegentor hinnehmen müssen. Ich hoffe auch, dass wir dann auf jeden Fall mindestens ein Tor mehr schießen. Aber man muss wirklich sagen, dass es zur Zeit fast perfekt läuft für uns. Wir stehen sehr sicher und stabil und jeder Einzelne macht mit, wenn es um die Defensivarbeit geht.

Frage: Das sind keine rosigen Aussichten für Ihre nächsten Gegner. Wie lange wird der Höhenflug der Bayern andauern?

Kroos: Wir haben alle die Qualität, um auf Dauer so zu spielen. Jeder, der gegen uns antreten muss, weiß genau, was auf ihn zukommt. Das verschafft uns Respekt. Und wenn wir unser Niveau halten, dann werden wir auch da bleiben, wo wir jetzt sind. Das ist ganz klar unser Ziel: Wir wollen uns von der Tabellenspitze nicht mehr verdrängen lassen. Aber wir wissen auch, dass dazu noch ein bisschen mehr nötig sein wird. Im Moment können wir natürlich zufrieden sein mit der Art, wie wir auftreten. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen und die Arbeit einstellen.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte

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