Historie
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10.07.2012 17:38:43
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Ein Mann für die letzten Sekunden
Bernd Klotz (l.) absolvierte von 1981 bis 1985 106 Bundesliga-Spiele (27 Tore) für Borussia Dortmund
"Aus meiner aktiven Zeit sind mir zwei Spiele in ganz besonderer Erinnerung geblieben. Im Oktober 1979 spielte ich als ganz junger Spieler mit dem VfB Stuttgart im UEFA-Cup beim AC Turin. Das Hinspiel hatten wir mit 1:0 gewonnen und in Italien wartete ein echter Hexenkessel auf uns.
50.000 Tifosi waren ins Stadion Delle Alpi geströmt und wollten ihre Mannschaft siegen sehen. Allein vor dieser Kulisse in der Startelf aufzulaufen, war für mich schon eine große Sache. Lange Zeit hielten wir das 0:0, doch Sala brachte die Italiener schließlich in die Verlängerung. Als Graziani in der 110. Minute das 2:0 erzielte, erbebte halb Turin.
Doch noch waren wir nicht ausgeschieden. In der 120. Minute gab es noch einmal einen Eckball für uns. Terraneo im Tor der Italiener bekam den Ball nicht richtig weg, Hermann Ohlicher zog ab und ich schmiss mich mit vollem Einsatz in den Schuss hinein. Ich konnte den Ball genau zwischen Verteidiger und Pfosten hindurch ins Tor abfälschen. Wir waren weiter!
Dieses Erlebnis wird nur von einem Spiel in meiner Karriere übertroffen: Am 05.02.1983 war ich mit Borussia Dortmund beim 1. FC Köln zu Gast. Es sollte mein Tag werden. Schon auf der Busfahrt ins Stadion hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Ich habe immer versucht, mich vor dem Spiel innerlich auf mögliche Spielsituationen vorzubereiten. An diesem Tag war mein Kopf ganz klar und ich ging sehr optimistisch in die Partie.
Wenn ich heute an meine Karriere zurückdenke, ist es faszinierend, wie sehr Erfolg oder Misserfolg im Zusammenhang mit der Psyche standen. Wenn die Gedanken vor dem Spiel waren: "Bloß nicht vorbeischießen!" ist meistens genau das passiert. Aber an diesem Samstag in Köln gab es nur positive Gedanken. Daran änderte auch der frühe Kölner Führungstreffer durch Klaus Allofs nichts.
Schon in der ersten Halbzeit setzte ich meine erste Duftmarke im Müngersdorfer Stadion: Ich wurde mit dem Rücken zum Tor in halbrechter Position angespielt, drehte mich an meinem Gegenspieler Paul Steiner vorbei nach innen, fackelte nicht lange und visierte aus 20 Metern das lange Eck an. Toni Schumacher im Kölner Tor war machtlos, doch der Ball klatschte erst rechts, dann links an den Pfosten und anschließend genau in Tonis Arme. Der Ausgleich musste noch warten.
In der 71. Minute war es dann aber soweit: Manni Burgsmüller lupfte den Ball vom rechten Strafraumeck über Schumacher hinweg an den langen Pfosten. Dort konnte ich im Rückwärtslaufen das Kopfballduell gewinnen und den Ball über die Linie drücken.
Doch der Ausgleich währte nicht lange, denn Klaus Allofs brachte den FC erneut in Führung. Die letzten Minuten wurden zur Kölner Abwehrschlacht. Rinus Michels brachte mit Herbert Neumann einen weiteren Defensivspieler, der helfen sollte, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Das Bollwerk hielt nur bis zur 90. Minute.
Kurz vor Schluss produzierten die Kölner einen Querschläger im eigenen Strafraum. Ich löste mich mit zwei schnellen Schritten von meinem Gegenspieler und war mit dem linken Fuß zur Stelle. Abpfiff, 2:2. Wir hatten zwar nur Unentschieden gespielt, aber es fühlte sich an wie ein Sieg. Dazu war mir an diesem Tag einfach alles gelungen. Die Bestätigung meiner Leistung konnte ich am nächsten Tag in allen Zeitungen lesen. Überall war ich in der Elf des Tages und bekam die Note "1". Ein sehr schönes Gefühl, zumal das wahrlich nicht jede Woche der Fall war."
Bernd Klotz (08.09.1958) ist heute Finanzberater bei der Wüstenrot AG. Als Spieler absolvierte der Mittelstürmer 250 Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Waldhof Mannheim und Fortuna Düsseldorf. Er erzielte dabei 59 Tore. Außerdem lief er 36 Mal für Fortuna Düsseldorf und Fortuna Köln in der 2. Bundesliga auf (6 Tore). Mit dem VfB Stuttgart gewann er 1975 die deutsche A-Jugendmeisterschaft. 1979 wurde er mit den Profis der Schwaben Vizemeister. Mit Fortuna Düsseldorf schaffte er 1989 den Aufstieg in die Bundesliga.
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Doch noch waren wir nicht ausgeschieden. In der 120. Minute gab es noch einmal einen Eckball für uns. Terraneo im Tor der Italiener bekam den Ball nicht richtig weg, Hermann Ohlicher zog ab und ich schmiss mich mit vollem Einsatz in den Schuss hinein. Ich konnte den Ball genau zwischen Verteidiger und Pfosten hindurch ins Tor abfälschen. Wir waren weiter!
Dieses Erlebnis wird nur von einem Spiel in meiner Karriere übertroffen: Am 05.02.1983 war ich mit Borussia Dortmund beim 1. FC Köln zu Gast. Es sollte mein Tag werden. Schon auf der Busfahrt ins Stadion hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Ich habe immer versucht, mich vor dem Spiel innerlich auf mögliche Spielsituationen vorzubereiten. An diesem Tag war mein Kopf ganz klar und ich ging sehr optimistisch in die Partie.
Wenn ich heute an meine Karriere zurückdenke, ist es faszinierend, wie sehr Erfolg oder Misserfolg im Zusammenhang mit der Psyche standen. Wenn die Gedanken vor dem Spiel waren: "Bloß nicht vorbeischießen!" ist meistens genau das passiert. Aber an diesem Samstag in Köln gab es nur positive Gedanken. Daran änderte auch der frühe Kölner Führungstreffer durch Klaus Allofs nichts.
Schon in der ersten Halbzeit setzte ich meine erste Duftmarke im Müngersdorfer Stadion: Ich wurde mit dem Rücken zum Tor in halbrechter Position angespielt, drehte mich an meinem Gegenspieler Paul Steiner vorbei nach innen, fackelte nicht lange und visierte aus 20 Metern das lange Eck an. Toni Schumacher im Kölner Tor war machtlos, doch der Ball klatschte erst rechts, dann links an den Pfosten und anschließend genau in Tonis Arme. Der Ausgleich musste noch warten.
In der 71. Minute war es dann aber soweit: Manni Burgsmüller lupfte den Ball vom rechten Strafraumeck über Schumacher hinweg an den langen Pfosten. Dort konnte ich im Rückwärtslaufen das Kopfballduell gewinnen und den Ball über die Linie drücken.
Doch der Ausgleich währte nicht lange, denn Klaus Allofs brachte den FC erneut in Führung. Die letzten Minuten wurden zur Kölner Abwehrschlacht. Rinus Michels brachte mit Herbert Neumann einen weiteren Defensivspieler, der helfen sollte, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Das Bollwerk hielt nur bis zur 90. Minute.
Kurz vor Schluss produzierten die Kölner einen Querschläger im eigenen Strafraum. Ich löste mich mit zwei schnellen Schritten von meinem Gegenspieler und war mit dem linken Fuß zur Stelle. Abpfiff, 2:2. Wir hatten zwar nur Unentschieden gespielt, aber es fühlte sich an wie ein Sieg. Dazu war mir an diesem Tag einfach alles gelungen. Die Bestätigung meiner Leistung konnte ich am nächsten Tag in allen Zeitungen lesen. Überall war ich in der Elf des Tages und bekam die Note "1". Ein sehr schönes Gefühl, zumal das wahrlich nicht jede Woche der Fall war."
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