Historie
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29.05.2012 12:20:37
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Fotofinish im Titelkampf
Knapp an der Unsterblichkeit vorbei: Otto Addo (l.) trifft im Meisterschaftsfinale 2002 nur den Pfosten
"Mein größtes Spiel absolvierte ich am letzten Spieltag der Saison 2001/2002 für Borussia Dortmund. Wir standen vor dem Wochenende auf Platz eins, aber Bayer Leverkusen und der FC Bayern München saßen uns im Nacken.
Wir mussten gegen Werder Bremen unbedingt gewinnen, um uns die Meisterschaft zu sichern. Ein Unentschieden hätte nicht gereicht. Werder kämpfte noch um den Einzug in den UEFA-Pokal und benötigte ebenfalls die Punkte. Keine leichte Aufgabe.
Für mich persönlich war es eine große Sache, überhaupt dabei zu sein, denn ich war wegen eines Kreuzbandrisses lange ausgefallen. Doch unser Trainer Matthias Sammer schenkte mir das Vertrauen und ich gehörte in der Endphase der Saison zur Stammformation.
Eigentlich schien die Meisterschaft bereits zu Gunsten von Bayer Leverkusen entschieden zu sein, doch die Werkself patzte gegen Bremen und in Nürnberg und wir konnten am vorletzten Spieltag vorbeiziehen. In der Woche vor dem "Endspiel" war es wichtig, dass wir mit Jens Lehmann, Stefan Reuter oder Jürgen Kohler erfahrene Spieler im Kader hatten, die im Fußball schon viel erlebt und erreicht hatten. Sie wirkten im Training auf die jüngeren Spieler ein, so dass von Nervosität vor dem großen Spiel keine Spur war. Wir waren alle extrem heiß und wollten unbedingt den Titel holen.
Das Spiel ging denkbar ungünstig für uns los: Paul Stalteri brachte Bremen früh mit 1:0 in Führung. Nun war Leverkusen Meister. Wir zeigten uns aber nicht geschockt, sondern dachten eher: "Jetzt erst recht!" Im Verlauf der Saison hatten wir schon einige Spiele gedreht, das gab uns Zuversicht.
Wir taten uns in der ersten Hälfte schwer, aber kurz vor der Pause erlöste uns Jan Koller mit seinem Treffer zum 1:1. Das war auch der Pausenstand. Wir brauchten aber noch einen Treffer. In der zweiten Hälfte ging es hin und her und Werder vergab durch Tjikuzu eine große Chance zur Führung, als er nur die Latte traf. Auf der anderen Seite hatte ich das 2:1 und damit die Meisterschaft auf dem Fuß, aber ich scheiterte am Pfosten.
Umso glücklicher war ich dann, als Ewerthon das entscheidende Tor gelang und wir den Titel feiern konnten. Dieser Fehlschuss hätte mich sonst ein Leben lang verfolgt. So aber lagen wir uns nach dem Schlusspfiff in den Armen. Da für uns in der nächsten Woche noch das UEFA-Cup Finale anstand, fiel die Feier nach dem Spiel eher kurz aus. Wir wollten beide Titel gewinnen!
Leider verloren wir in Rotterdam gegen Feyenoord mit 2:3. Am nächsten Tag war die Titelfeier in Dortmund. Als wir trotz der unglücklichen Finalniederlage von hunderttausenden Fans gefeiert wurden, war der Schmerz über den verlorenen Pokal schnell vergessen. In den folgenden drei Tagen haben wir kaum geschlafen und es richtig krachen lassen. Im Verlauf der Saison hatten wir auf dem Platz Moral bewiesen - dem standen wir beim Feiern in nichts nach."
Als Spieler bestritt Otto Addo zwischen 1996 und 2008 insgesamt 98 Bundesliga-Spiele, in denen er elf Tore erzielte, sowie 30 Begegnungen in der 2. Bundesliga (sieben Tore) und 107 in der Regionalliga (20 Tore) für Hannover 96, Borussia Dortmund, den 1. FSV Mainz 05 und den Hamburger SV. Mit dem BVB wurde er 2002 Deutscher Meister und erreichte das Finale des UEFA-Cups. Mit Hannover schaffte er 1998 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Außerdem bestritt Addo 15 Länderspiele für Ghana (zwei Tore) und gehörte 2006 zum WM-Kader der Afrikaner.
Hier finden Sie weitere Meldungen zum Thema:
"Meine Top10": Alle Bestenlisten auf einen Blick
"Mein größtes Spiel": Stars erinnern sich
Für mich persönlich war es eine große Sache, überhaupt dabei zu sein, denn ich war wegen eines Kreuzbandrisses lange ausgefallen. Doch unser Trainer Matthias Sammer schenkte mir das Vertrauen und ich gehörte in der Endphase der Saison zur Stammformation.
Eigentlich schien die Meisterschaft bereits zu Gunsten von Bayer Leverkusen entschieden zu sein, doch die Werkself patzte gegen Bremen und in Nürnberg und wir konnten am vorletzten Spieltag vorbeiziehen. In der Woche vor dem "Endspiel" war es wichtig, dass wir mit Jens Lehmann, Stefan Reuter oder Jürgen Kohler erfahrene Spieler im Kader hatten, die im Fußball schon viel erlebt und erreicht hatten. Sie wirkten im Training auf die jüngeren Spieler ein, so dass von Nervosität vor dem großen Spiel keine Spur war. Wir waren alle extrem heiß und wollten unbedingt den Titel holen.
Das Spiel ging denkbar ungünstig für uns los: Paul Stalteri brachte Bremen früh mit 1:0 in Führung. Nun war Leverkusen Meister. Wir zeigten uns aber nicht geschockt, sondern dachten eher: "Jetzt erst recht!" Im Verlauf der Saison hatten wir schon einige Spiele gedreht, das gab uns Zuversicht.
Wir taten uns in der ersten Hälfte schwer, aber kurz vor der Pause erlöste uns Jan Koller mit seinem Treffer zum 1:1. Das war auch der Pausenstand. Wir brauchten aber noch einen Treffer. In der zweiten Hälfte ging es hin und her und Werder vergab durch Tjikuzu eine große Chance zur Führung, als er nur die Latte traf. Auf der anderen Seite hatte ich das 2:1 und damit die Meisterschaft auf dem Fuß, aber ich scheiterte am Pfosten.
Umso glücklicher war ich dann, als Ewerthon das entscheidende Tor gelang und wir den Titel feiern konnten. Dieser Fehlschuss hätte mich sonst ein Leben lang verfolgt. So aber lagen wir uns nach dem Schlusspfiff in den Armen. Da für uns in der nächsten Woche noch das UEFA-Cup Finale anstand, fiel die Feier nach dem Spiel eher kurz aus. Wir wollten beide Titel gewinnen!
Leider verloren wir in Rotterdam gegen Feyenoord mit 2:3. Am nächsten Tag war die Titelfeier in Dortmund. Als wir trotz der unglücklichen Finalniederlage von hunderttausenden Fans gefeiert wurden, war der Schmerz über den verlorenen Pokal schnell vergessen. In den folgenden drei Tagen haben wir kaum geschlafen und es richtig krachen lassen. Im Verlauf der Saison hatten wir auf dem Platz Moral bewiesen - dem standen wir beim Feiern in nichts nach."
Als Spieler bestritt Otto Addo zwischen 1996 und 2008 insgesamt 98 Bundesliga-Spiele, in denen er elf Tore erzielte, sowie 30 Begegnungen in der 2. Bundesliga (sieben Tore) und 107 in der Regionalliga (20 Tore) für Hannover 96, Borussia Dortmund, den 1. FSV Mainz 05 und den Hamburger SV. Mit dem BVB wurde er 2002 Deutscher Meister und erreichte das Finale des UEFA-Cups. Mit Hannover schaffte er 1998 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Außerdem bestritt Addo 15 Länderspiele für Ghana (zwei Tore) und gehörte 2006 zum WM-Kader der Afrikaner.
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