Historie
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21.02.2012 17:12:36
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Triumph nach dem Abstieg

Zwei Jahre nach dem Pokalsieg wurde Martin Wagner (l.) mit Kaiserslautern deutscher Meister
"Mein größtes Spiel war das DFB-Pokalfinale mit Kaiserslautern 1996. Wir waren eine Woche vorher durch ein 1:1 bei Bayer Leverkusen aus der Bundesliga abgestiegen. Eine ganze Region war am Boden.


Ich war in Leverkusen aufgrund der zehnten gelben Karte gesperrt und musste tatenlos mit ansehen, wie das Unheil seinen Lauf nahm. Bemerkenswert war die Reaktion unserer Fans, denn sie machten uns nicht nieder, sondern stärkten uns den Rücken.

Eine Woche später standen wir im Pokalfinale gegen den Karlsruher SC. Der KSC war damals eine feste Größe in der Bundesliga und klarer Favorit. In der Mannschaft von Winfried Schäfer standen mit Jens Nowotny, Michael Tarnat, Thomas Häßler oder Thorsten Fink exzellente Einzelspieler, aber an diesem Tag siegte der größere Wille. Das Spiel war für den Verein von enormer Bedeutung, da wir unbedingt gewinnen mussten, um in der folgenden Saison international dabei zu sein.

In Berlin hatte es unablässig geregnet - es war also "dem Fritz sein Wetter". Was konnte da schon schief gehen? Die Entscheidung fiel kurz vor der Pause: 17 Meter vor dem Tor bekamen wir einen Freistoß zugesprochen. Eigentlich war die Position optimal für einen Rechtsfuß, aber ich konnte Miroslav Kadlec davon überzeugen, mir den Ball zu überlassen. "Ich bin mir sicher, dass ich den reinhaue!" sagte ich zu Miroslav. Glücklicherweise fand mein Schuss nicht nur den Weg durch die Mauer, sondern auch durch die Beine von KSC-Torhüter Claus Reitmaier. Dieses Tor habe ich nicht für mich, auch nicht nur für den Verein, sondern für die ganze Region geschossen.

Wir brachten das Ergebnis, trotz einer gelb-roten Karte für Andreas Brehme in der 72. Minute, über die Zeit. Der Abstieg war natürlich noch präsent, deshalb feierten wir nach dem Sieg mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Dieses Spiel hat den ganzen Verein enger zusammenrücken lassen und war das Signal zum Aufbruch. Durch das Geld aus dem UEFA-Cup konnte die Mannschaft zusammengehalten und von unserem neuen Trainer, Otto Rehhagel, sogar noch verstärkt werden. Der Triumph in Berlin war der Anfang einer tollen Serie: 1997 stiegen wir direkt wieder auf und wurden 1998 als Aufsteiger deutscher Meister. Das ist bis heute einzigartig. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das alles erreicht hätten, wenn wir damals das Finale gegen den KSC verloren hätten"


Martin Wagner arbeitet als Spielerberater und hat seine eigene Agentur namens "MaWa Consult" gegründet. Als Spieler bestritt Wagner zwischen 1988 und 2001 insgesamt 271 Bundesliga-Spiele (37 Tore) sowie 31 Begegnungen in der 2. Bundesliga (sieben Tore) für den 1. FC Nürnberg, den 1. FC Kaiserslautern und den VfL Wolfsburg. Mit dem FCK wurde er 1998 Deutscher Meister, 1994 Vizemeister und gewann 1996 den DFB-Pokal. 1997 schaffte er zudem mit den "Roten Teufeln" den Aufstieg in die Bundesliga. Außerdem machte Wagner sechs Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft und nahm an der Weltmeisterschaft 1994 in den USA teil.


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