Historie
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07.02.2012 16:35:15
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Schützenfest gegen Maradona

Dieter Eilts (l.) spielte 31 Mal für die Nationalmannschaft. Höhepunkt war der Gewinn der Europameisterschaft 1996
"Mein größtes Spiel war eines dieser legendären Flutlichtspiele im Weserstadion. In der Saison 1989/90 trafen wir im Achtelfinale des UEFA-Cups auf den SSC Neapel. Die Italiener waren der Titelverteidiger, führten die Serie A souverän an und hatten einen Diego Maradona in Bestform in ihren Reihen. Neapel war der große Favorit, wir der krasse Außenseiter.


Schon beim Hinspiel stellten wir die Rollenverteilung auf den Kopf und gewannen vor 50.000 fanatischen Fans mit 3:2. Aber auch dieser Erfolg änderte kaum etwas an der öffentlichen Wahrnehmung. Das Ergebnis wurde als Ausrutscher der Italiener gewertet. Diese würden im Weserstadion schon ihre Qualität beweisen und uns dennoch aus dem Wettbewerb schießen.

Auch wir waren uns trotz der exzellenten Ausgangsposition nicht sicher, gegen Neapel zu bestehen. Die Italiener waren mit Stars wie Ferrara, de Napoli, Zola, Careca und natürlich Maradona bestückt. Es würde nicht einfach werden. Trotz der großen Vorfreude, die überall in der Stadt zu spüren war, blieb Otto Rehhagel gelassen und bereitete uns akribisch auf das Rückspiel vor.

Das Spiel verlief wie im Rausch: Die Stimmung war überragend und wir ließen Neapel nie ins Spiel kommen. Mirko Votava hatte Maradona gut im Griff. Unsere Stürmer, Karl-Heinz Riedle und Wynton Rufer, waren dagegen immer gefährlich. Kalle gelang das 1:0 und so ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Italiener stärker, doch genau in dieser Phase erzielte Wynton das 2:0. Damit war die Sache praktisch gelaufen, denn nun hätte Neapel vier Tore erzielen müssen. Stattdessen machten wir weiter und Kalle erzielte seinen zweiten Treffer. Careca gelang zwar noch das 3:1, aber das machte keinen mehr nervös. Der eingewechselte Gunnar Sauer erzielte mit einem sensationellen Heber von der Strafraumkante das 4:1. Jetzt stand das Weserstadion endgültig Kopf.

Auch ich durfte mich in der 90. Minute in die Torschützenliste eintragen: Nach einem Eckball für Neapel fuhren wir einen Konter, den ich mit einem Schuss aus 18 Metern ins lange Eck abschloss. 5:1 gegen Neapel. Wir hatten es geschafft. Wir hatten den Titelverteidiger und kommenden italienischen Meister nicht nur ausgeschaltet, sondern deklassiert. Wir feierten unseren Triumph nach dem Spiel noch gebührend, konnten allerdings nicht zu viel Gas geben, da wir am Wochenende in der Bundesliga nach Dortmund mussten. Otto Rehhagel vertraute uns in dieser Hinsicht. Wir waren eine reife und routinierte Mannschaft - nicht nur auf dem Platz."

Dieter Eilts leitet heute die Fußballschule der Werderaner. Außerdem arbeitet er als Nachwuchskoordinator beim VfL Oldenburg. Seine Trainerlaufbahn begann der einstige Mittelfeldspieler, der im Sommer 2000 seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer erfolgreich abschloss, 2002 bei der A-Jugend des SV Werder. Im Juli 2003 wechselte er zum DFB, wo er zunächst die U19 übernahm, ehe er ein Jahr später Trainer der U21-Nationalmannschaft wurde. Im November 2008 wurde er trotz der Qualifikation für die U21-Europameisterschaft von seinem Amt entbunden. Am 21.11.2008 wurde Eilts Cheftrainer beim Zweitligisten Hansa Rostock. Nach einer Niederlage beim FC St. Pauli wurde er Anfang März 2009 entlassen. Als Spieler absolvierte der auch "Ostfriesen Alemao" oder "Eisen-Dieter" genannte Eilts zwischen 1986 und 2001 390 Bundesligaspiele für Werder Bremen. Er erzielte dabei 7 Treffer. 1988 und 1993 wurde er Deutscher Meister, 1991, 1994 und 1999 DFB-Pokalsieger und 1992 gewann er mit den Bremern den Europapokal der Pokalsieger. Am 18.12.1993 wurde er zum ersten Mal in der Nationalmannschaft eingesetzt, für die er insgesamt 31 Mal am Ball war. 1996 wurde er Europameister und in das UEFA-Allstarteam des Turniers gewählt.


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