Historie
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15.11.2011 16:25:13
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Nur eine Hand am Pokal
Seit Oktober 2006 ist der Diplom-Betriebswirt Rainer Zietsch Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Nürnberg
"Ich hatte zwar in der Meistersaison 1983/84 schon einige Einsätze für den VfB Stuttgart absolviert, wurde meistens aber nur eingewechselt. Erfolge fühlen sich immer besser an, wenn man auch auf dem Platz steht. Dementsprechend hat für mich das DFB-Pokalfinale 1986 einen höheren Stellenwert als die Meisterschaft von 1984.
1985/86 hatte ich mir einen Stammplatz beim VfB erkämpft und verpasste in der gesamten Saison nur ein Spiel - und das aufgrund einer Gelbsperre. In der Meisterschaft lief es ordentlich für uns und im März zogen wir darüber hinaus durch ein 4:1 gegen Borussia Dortmund ins DFB-Pokalfinale ein.
Eine Woche vor dem Endspiel spielten wir am letzten Bundesliga-Spieltag gegen den Tabellenführer aus Bremen und benötigten einen Punkt, um sicher in den UEFA-Cup einzuziehen. Werder hätte ein unentschieden zum Titel gereicht, aber wir bezwangen die Mannschaft von Otto Rehagel mit 2:1 und machten dadurch Bayern München zum Meister.
Wir hofften damals ein bisschen auf lange Partynächte in München, denn die Bayern waren unser Gegner in Berlin. Erst 1985 hatte der DFB die heutige Hauptstadt als festen Endspielort bestimmt und das ganze Drumherum war außergewöhnlich. Im Vorfeld der Partie rechneten wir uns ganz gute Chancen aus, auch in der leisen Hoffnung, dass die Bayern nach ihrem Titelgewinn vielleicht doch ein wenig satt wären.
76.000 Zuschauer bildeten eine würdige Kulisse für das Finale. Das Spiel begann gut für uns und wir hatten mehrere Möglichkeiten in Führung zu gehen. Einmal pfiff der Schiedsrichter uns fälschlicher Weise wegen einer Abseitsposition zurück. Es wäre eine 100-prozentige Chance gewesen.
Stattdessen kam es so, wie es gegen die Bayern eben kommt, wenn man seine Chancen nicht nutzt: Roland Wohlfahrt gelang vor der Pause ein Doppelschlag zum 2:0 und damit war das Spiel schon fast entschieden. Im zweiten Durchgang mobilisierten wir noch einmal alle Kräfte und unser Torwart Armin Jäger hielt sogar noch einen Strafstoß von Lothar Matthäus. Als Michael Rummenigge zum 3:0 traf war unsere Hoffnung auf den Titel endgültig dahin.
Wieder Rummenigge und Wohlfahrt mit seinem dritten Treffer erzielten die weiteren Tore der Münchner, Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann gestalteten den Endstand für uns etwas erträglicher. Direkt nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung riesengroß, weil wir die Chance gehabt hätten, selber in Führung zu gehen. Dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen.
Im Laufe des Abends konnten wir den Frust etwas vergessen und das besondere Flair Berlins genießen. Auf unserem Bankett wurde zwar nicht ausgelassen gefeiert, aber nach und nach setzte sich das Gefühl durch, insgesamt eine gelungene Saison gespielt zu haben. Das wurde bis tief in die Nacht noch begossen. Es war mein einziges Finale in Berlin und ich werde es immer, auch wenn nicht unbedingt aufgrund des Ergebnisses, in guter Erinnerung behalten."
Rainer Zietsch ist heute Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Nürnberg. Als Spieler bestritt er zwischen 1984 und 1994 265 Bundesliga-Spiele für den VfB Stuttgart, Bayer Uerdingen und den 1. FC Nürnberg und erzielte dabei 15 Treffer. Anschließend war er bis 1998 67 Mal für Nürnberg und Greuther Fürth in der 2. Bundesliga am Ball (3 Tore). 1984 wurde er mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister. 1986 stand er im DFB-Pokalfinale und 1989 im Endspiel des UEFA-Cup.
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Wir hofften damals ein bisschen auf lange Partynächte in München, denn die Bayern waren unser Gegner in Berlin. Erst 1985 hatte der DFB die heutige Hauptstadt als festen Endspielort bestimmt und das ganze Drumherum war außergewöhnlich. Im Vorfeld der Partie rechneten wir uns ganz gute Chancen aus, auch in der leisen Hoffnung, dass die Bayern nach ihrem Titelgewinn vielleicht doch ein wenig satt wären.
76.000 Zuschauer bildeten eine würdige Kulisse für das Finale. Das Spiel begann gut für uns und wir hatten mehrere Möglichkeiten in Führung zu gehen. Einmal pfiff der Schiedsrichter uns fälschlicher Weise wegen einer Abseitsposition zurück. Es wäre eine 100-prozentige Chance gewesen.
Stattdessen kam es so, wie es gegen die Bayern eben kommt, wenn man seine Chancen nicht nutzt: Roland Wohlfahrt gelang vor der Pause ein Doppelschlag zum 2:0 und damit war das Spiel schon fast entschieden. Im zweiten Durchgang mobilisierten wir noch einmal alle Kräfte und unser Torwart Armin Jäger hielt sogar noch einen Strafstoß von Lothar Matthäus. Als Michael Rummenigge zum 3:0 traf war unsere Hoffnung auf den Titel endgültig dahin.
Wieder Rummenigge und Wohlfahrt mit seinem dritten Treffer erzielten die weiteren Tore der Münchner, Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann gestalteten den Endstand für uns etwas erträglicher. Direkt nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung riesengroß, weil wir die Chance gehabt hätten, selber in Führung zu gehen. Dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen.
Im Laufe des Abends konnten wir den Frust etwas vergessen und das besondere Flair Berlins genießen. Auf unserem Bankett wurde zwar nicht ausgelassen gefeiert, aber nach und nach setzte sich das Gefühl durch, insgesamt eine gelungene Saison gespielt zu haben. Das wurde bis tief in die Nacht noch begossen. Es war mein einziges Finale in Berlin und ich werde es immer, auch wenn nicht unbedingt aufgrund des Ergebnisses, in guter Erinnerung behalten."
Rainer Zietsch ist heute Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Nürnberg. Als Spieler bestritt er zwischen 1984 und 1994 265 Bundesliga-Spiele für den VfB Stuttgart, Bayer Uerdingen und den 1. FC Nürnberg und erzielte dabei 15 Treffer. Anschließend war er bis 1998 67 Mal für Nürnberg und Greuther Fürth in der 2. Bundesliga am Ball (3 Tore). 1984 wurde er mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister. 1986 stand er im DFB-Pokalfinale und 1989 im Endspiel des UEFA-Cup.
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