Historie
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25.09.2012 19:34:19
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Vier Tore gegen Guus Hiddink
Edgar Schmitt bejubelt das 1:0 im Rückspiel der zweiten UEFA-Pokal-Runde gegen den FC Valencia
"Noch heute werde ich häufig auf unser 7:0 gegen Valencia in der zweiten Runde des UEFA-Pokals angesprochen. Für mich persönlich war das natürlich auch ein ganz besonderer Abend, denn seit diesem 2. November 1993 kennt man mich nun als 'Euro-Eddy'. Um allerdings zu verstehen, was an diesem Novembertag passierte, muss man ein wenig weiter zurückschauen.
Der KSC hatte sich am letzten Spieltag der Vorsaison den sechsten Platz gesichert, und da die fünftplatzierten Leverkusener den DFB-Pokal gewannen und somit am Europapokal der Pokalsieger teilnahmen, rutschten wir noch in den UEFA-Pokal.
Ich war zu Beginn der Saison von Eintracht Frankfurt zum KSC gewechselt und es lief eher mittelmäßig. Vor dem Hinspiel in Valencia standen wir nach 12 Spieltagen auf dem 9. Platz. Wir hatten uns mehr vorgenommen. So waren die Erwartungen nicht allzu hoch, als wir am 20.10.1993 in Valencia antraten. Die Spanier waren souveräner Tabellenführer der Primera Division und hatten in dieser Saison noch kein Spiel verloren. Im Sturm verfügten sie mit Lyuboslav Penev und dem großen Predrag Mijatovic über herausragende Qualität und auf der Bank saß mit Guus Hiddink einer der besten Trainer der Welt. Noch heute verfolge ich seine Karriere ganz genau und seine Erfolge sprechen ja für sich.
Wir wurden von den Spaniern über weite Strecken der Partie vorgeführt und nach Toren von Mijatovic und zweimal Penev stand es 3:0 für Valencia. Die Sache war eigentlich gelaufen. Dann kam die 80. Minute, und wir bekamen einen Freistoß zugesprochen. Offensiv hatten wir noch gar nichts zustande gebracht, aber diesen Ball flankte Manni Bender mir perfekt auf den Kopf und ich markierte den 3:1-Endstand. Für mich war dieses Tor das eigentlich entscheidende in diesem Duell. Wir hatten jetzt das Gefühl: Wir packen die! Dieses Gefühl übertrug sich auf die ganze Region und alle fieberten dem Rückspiel entgegen.
Vielleicht konzentrierten wir uns auch ein bisschen zu sehr auf Valencia, denn am Wochenende vor dem Rückspiel verloren wir in der Bundesliga auswärts 0:1 beim VfB Leipzig, der in dieser Saison lediglich zwei weitere Spiele gewinnen konnte. Dann war es endlich so weit: Valencia kam in den Wildpark. Irgendwie passte alles an diesem Abend. Es war der erste richtig kalte Tag in Deutschland. Ein erster kleiner Vorteil gegenüber den Spaniern. Wir Spieler wussten, an diesem Tag konnten Helden geboren werden. Winfried Schäfer stellte uns extrem offensiv auf. Wir hatten lediglich vier Defensivspieler auf dem Feld, und da war Oliver Kahn schon mit eingerechnet. Natürlich war das riskant, aber wir wollten uns auf keine taktischen Spielchen mit Valencia einlassen, wir wollten sie einfach überrennen, einfach auffressen. Entweder mit wehenden Fahnen untergehen oder siegen, das war unser Motto.
Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung im Wildpark überragend und das motivierte uns noch einmal zusätzlich. Zunächst einmal musste Oli Kahn allerdings seine große Klasse unter Beweis stellen und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte er uns hinten nicht die Null gehalten. Dann kam Bender in der 29. Minute über links, flankte präzise, und ich war im Zentrum da: 1:0. Manni behauptete immer, bei seinen genialen Vorlagen könnte man im Prinzip jeden vorne reinstellen und der würde Tore machen. Ich habe immer geantwortet, dass ich aus dem ganzen Mist, den er einfach in den Strafraum reingehauen hat, noch das Beste herausgeholt habe. Wir verstanden uns blind.
Nach diesem Tor war der Bann gebrochen. Ein weiterer Treffer von mir, diesmal nach Flanke von Eberhard Carl, ein Heber von Rainer Schütterle und wir führten mit 3:0. Einmal hatten wir noch Glück bei einem Pfostentreffer der Spanier, denn natürlich durften wir Valencia keinesfalls in Spiel zurückkommen lassen. Direkt nach dem Seitenwechsel traf Valerij Schmarov zum 4:0 und zerstörte sofort alles, was Valencia sich in der Pause vorgenommen hatte. Mir gelangen an diesem Abend noch zwei weitere Treffer zum 5:0 und 6:0. Es war der einzige Viererpack in meiner Profikarriere und das in so einem Spiel! In der 82. Minute nahm mich Winnie Schäfer dann schließlich vom Platz und der Wildpark stand Kopf. Damit fand ein großes Spiel für mich persönlich einen würdigen Abschluss.
Als Slaven Bilic in der 90. Minute noch den Schlusspunkt setzte, feierte das gesamte Wildparkstadion bereits eine Riesenparty und wir hatten etwas Außergewöhnliches geleistet. Auch in der Liga war das ein Wendepunkt für uns. Wir verloren bis zur Winterpause nur noch das Spiel bei den Bayern. Am Ende wurden wir Sechster und scheiterten nur ganz knapp an der erneuten Teilnahme am Europapokal. Im UEFA-Pokal schieden wir erst im Halbfinale unglücklich gegen Salzburg aus. Aber diesen Abend im November wird niemand von uns jemals vergessen. Den Abend, an dem aus mir der "Euro-Eddy" wurde.
Edgar Schmitt bestritt Schmitt zwischen 1986 und 1998 insgesamt 102 Bundesliga-Spiele, in denen er 31 Tore erzielte, sowie 77 Begegnungen der 2. Bundesliga (zwölf Tore) für den FSV Salmrohr, 1. FC Saarbrücken, Eintracht Frankfurt, Karlsruher SC und Fortuna Köln. Mit Frankfurt wurde er zweimal Dritter in der Bundesliga, mit dem KSC erreichte er 1996 das DFB-Pokalfinale und war in der Saison 1993/94 mit 8 Treffern Top-Torschütze des UEFA-Cups.
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Wir wurden von den Spaniern über weite Strecken der Partie vorgeführt und nach Toren von Mijatovic und zweimal Penev stand es 3:0 für Valencia. Die Sache war eigentlich gelaufen. Dann kam die 80. Minute, und wir bekamen einen Freistoß zugesprochen. Offensiv hatten wir noch gar nichts zustande gebracht, aber diesen Ball flankte Manni Bender mir perfekt auf den Kopf und ich markierte den 3:1-Endstand. Für mich war dieses Tor das eigentlich entscheidende in diesem Duell. Wir hatten jetzt das Gefühl: Wir packen die! Dieses Gefühl übertrug sich auf die ganze Region und alle fieberten dem Rückspiel entgegen.
Vielleicht konzentrierten wir uns auch ein bisschen zu sehr auf Valencia, denn am Wochenende vor dem Rückspiel verloren wir in der Bundesliga auswärts 0:1 beim VfB Leipzig, der in dieser Saison lediglich zwei weitere Spiele gewinnen konnte. Dann war es endlich so weit: Valencia kam in den Wildpark. Irgendwie passte alles an diesem Abend. Es war der erste richtig kalte Tag in Deutschland. Ein erster kleiner Vorteil gegenüber den Spaniern. Wir Spieler wussten, an diesem Tag konnten Helden geboren werden. Winfried Schäfer stellte uns extrem offensiv auf. Wir hatten lediglich vier Defensivspieler auf dem Feld, und da war Oliver Kahn schon mit eingerechnet. Natürlich war das riskant, aber wir wollten uns auf keine taktischen Spielchen mit Valencia einlassen, wir wollten sie einfach überrennen, einfach auffressen. Entweder mit wehenden Fahnen untergehen oder siegen, das war unser Motto.
Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung im Wildpark überragend und das motivierte uns noch einmal zusätzlich. Zunächst einmal musste Oli Kahn allerdings seine große Klasse unter Beweis stellen und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte er uns hinten nicht die Null gehalten. Dann kam Bender in der 29. Minute über links, flankte präzise, und ich war im Zentrum da: 1:0. Manni behauptete immer, bei seinen genialen Vorlagen könnte man im Prinzip jeden vorne reinstellen und der würde Tore machen. Ich habe immer geantwortet, dass ich aus dem ganzen Mist, den er einfach in den Strafraum reingehauen hat, noch das Beste herausgeholt habe. Wir verstanden uns blind.
Nach diesem Tor war der Bann gebrochen. Ein weiterer Treffer von mir, diesmal nach Flanke von Eberhard Carl, ein Heber von Rainer Schütterle und wir führten mit 3:0. Einmal hatten wir noch Glück bei einem Pfostentreffer der Spanier, denn natürlich durften wir Valencia keinesfalls in Spiel zurückkommen lassen. Direkt nach dem Seitenwechsel traf Valerij Schmarov zum 4:0 und zerstörte sofort alles, was Valencia sich in der Pause vorgenommen hatte. Mir gelangen an diesem Abend noch zwei weitere Treffer zum 5:0 und 6:0. Es war der einzige Viererpack in meiner Profikarriere und das in so einem Spiel! In der 82. Minute nahm mich Winnie Schäfer dann schließlich vom Platz und der Wildpark stand Kopf. Damit fand ein großes Spiel für mich persönlich einen würdigen Abschluss.
Als Slaven Bilic in der 90. Minute noch den Schlusspunkt setzte, feierte das gesamte Wildparkstadion bereits eine Riesenparty und wir hatten etwas Außergewöhnliches geleistet. Auch in der Liga war das ein Wendepunkt für uns. Wir verloren bis zur Winterpause nur noch das Spiel bei den Bayern. Am Ende wurden wir Sechster und scheiterten nur ganz knapp an der erneuten Teilnahme am Europapokal. Im UEFA-Pokal schieden wir erst im Halbfinale unglücklich gegen Salzburg aus. Aber diesen Abend im November wird niemand von uns jemals vergessen. Den Abend, an dem aus mir der "Euro-Eddy" wurde.
Edgar Schmitt bestritt Schmitt zwischen 1986 und 1998 insgesamt 102 Bundesliga-Spiele, in denen er 31 Tore erzielte, sowie 77 Begegnungen der 2. Bundesliga (zwölf Tore) für den FSV Salmrohr, 1. FC Saarbrücken, Eintracht Frankfurt, Karlsruher SC und Fortuna Köln. Mit Frankfurt wurde er zweimal Dritter in der Bundesliga, mit dem KSC erreichte er 1996 das DFB-Pokalfinale und war in der Saison 1993/94 mit 8 Treffern Top-Torschütze des UEFA-Cups.
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