Historie
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17.07.2012 12:29:27
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"Für immer in meine Erinnerung eingebrannt"

Mit seinem Übersteiger zum 5:1 sorgte Jan-Aage Fjörtoft im Abstiegskampf 1999 für die Entscheidung
"Ich brauche wirklich nicht lange zu überlegen, wenn ich nach meinem größten Spiel gefragt werde. Dieses Datum hat sich in meine Erinnerung für immer eingebrannt: Der 29. Mai 1999, Frankfurt, Waldstadion, 58.200 Zuschauer, 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern, sensationeller Klassenerhalt.


Wir hatten mit der Eintracht eine nicht gerade berauschende Saison hingelegt. Bis auf einen kleinen Höhenflug im Spätherbst standen wir die gesamte Saison im Tabellenkeller. Im Dezember musste deshalb Trainer Horst Ehrmanntraut gehen, Mitte April wurde auch Coach Reinhold Fanz gefeuert. Zu dem Zeitpunkt standen wir auf Platz 16, hatten vier Punkte Rückstand zum 'rettenden Ufer'. Viel besser wurde es unter 'Feuerwehrmann' Jörg Berger zunächst auch nicht. In seinen ersten drei Spielen holten wir nur zwei Punkte. Alles schien gelaufen, die Lage aussichtslos. Doch dann starteten wir noch einmal richtig durch: 2:1 bei Werder Bremen, 2:0 gegen Borussia Dortmund, 3:2 auf Schalke, obwohl wir dort schon 0:2 zurückgelegen hatten.

Trotzdem standen wir vor dem Saisonfinale noch auf einem Abstiegsplatz und brauchten unbedingt einen Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, der selbst als Tabellenvierter noch um einen Qualifikationsplatz zur Champions League kämpfte. Doch selbst ein "Dreier" musste nicht sicher reichen, da gleich fünf Mannschaften noch gegen den Abstieg kämpften. Es sollte das wahrscheinlich spannendste und spektakulärste Fernduell der Bundesliga-Geschichte werden.

Uns war klar, in diesem Spiel konnte es nur 'Sekt oder Selters' heißen. Doch bei brutalen 40 Grad im Stadion stand es zur Pause nur 0:0. Erst kurz nach dem Wechsel gelang uns der erlösende Führungstreffer durch Chen Yang. Die Freude hielt jedoch nicht lange. Denn bereits 20 Minuten später glichen die Lauterer per Strafstoß aus. Praktisch im Gegenzug leitete ich unsere sensationelle Aufholjagd zum Klassenerhalt ein. Meine Flanke von links köpfte Thomas Sobotzik zur neuerlichen Führung ein. Weitere zehn Minuten danach erzielte ich das vielleicht spektakulärste Tor meiner Karriere. Das kann man sich heute noch auf Youtube im Internet anschauen. Pass Sobotzik auf mich, ich zirkel' den Ball mit der Hacke über Lauterns Michael Ballack hinweg, halte dann volley mit Links drauf und treffe genau unter die Latte. Nach Bernd Schneiders 4:1 wurde es auf der Bank plötzlich hektisch. Denn da Nürnberg gegen Freiburg zurücklag, brauchten wir unbedingt noch einen Treffer.

Und den besorgte Jan-Aage Fjörtoft mit seinem unglaublichen und legendären Übersteiger. So ein Ding habe ich nie zuvor und nie mehr danach gesehen. Auch wenn Jan-Aage es später in Freundschaftsspielen und auch im Training noch ein paar Mal versucht hat, dieser Geniestreich ist ihm nie mehr gelungen. Egal, wir hatten 5:1 gewonnen und waren drin geblieben. Nürnberg ging in die 2. Bundesliga. Und Jörg Berger hatte seinem Ruhm als 'Retter' mal wieder alle Ehre gemacht."


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Marco Gebhardt bestritt zwischen 1995 und 2010 insgesamt 82 Bundesligaspiele (elf Tore), 141 Begegnungen in der 2. Bundesliga (zehn Tore), 112 in der Regionalliga (16 Tore) sowie 37 in der 3. Liga (drei Tore) für SC Verl, Eintracht Frankfurt, FC Energie Cottbus, TSV 1860 München, 1. FC Saarbrücken und 1. FC Union Berlin. Mit der Eintracht stieg er 1998 in die Bundesliga auf. Mit Union gelang ihm 2009 der Aufstieg in die 2. Bundesliga.