Historie
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03.07.2012 17:28:47
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Traumspiel gegen Maradona

Manfred Bockenfeld (r., neben Trainer Otto Rehhagel) wurde 1993 mit Werder Bremen Deutscher Meister
"Im Sommer 1989 wechselte ich von Waldhof Mannheim zum SV Werder Bremen, zu dem Club, mit dem ich meine größten Erfolge feiern sollte. Und gleich in meiner ersten Saison an der Weser durfte ich erstmals in meiner Karriere im Europapokal antreten. Mit Fortuna Düsseldorf und Waldhof Mannheim hatte ich zuvor ja stets eher im Mittelfeld der Bundesliga gespielt oder gegen den Abstieg gekämpft.


In den ersten beiden Runden des UEFA-Cups setzten wir uns relativ locker gegen Lilleström SK und Austria Wien durch. Dann trafen wir im Achtelfinale auf den SSC Neapel. Auf Diego Maradona! Den Weltmeister, den genialsten Fußballer seiner Zeit, der Napoli in der Vorsaison zum Gewinn des UEFA-Cups geführt hatte. Natürlich war Neapel der absolute Favorit gegen uns, spielten doch neben Maradona noch solche Superstars wie die Brasilianer Careca und Alemao sowie einige italienische Nationalspieler für den Club.

Werder hingegen war zu dem Zeitpunkt international noch ein eher unbeschriebenes Blatt. Das machte sich im Hinspiel in Neapel auch im Stadion bemerkbar. Gerade einmal halbvoll war die Arena an diesem 22. November 1989, die Stimmung eher mau. Was auch daran lag, dass wir ein sensationelles Spiel ablieferten und den Italienern von Beginn an den Schneid abkauften.

Natürlich war vorher das beherrschende Thema die Frage gewesen, wer Maradona decken solle. Unser Trainer Otto Rehhagel entschied sich für Raumdeckung – Mirko Votava und Ulli Borowski wechselten sich mit der Bewachung von Diego ab. Ich selbst spielte auf der rechten Außenbahn, sorgte immer wieder für Gefahr. Für uns lief in diesem Spiel einfach fast alles zusammen.

Kurz vor der Pause gelang Frank Neubarth das 1:0, ein Schock für Neapel, zumal Kalle Riedle gleich nach dem Wechsel auf 2:0 erhöhte. Danach machten die Italiener aber mächtig Druck und konnten durch Alemao und Careca auch ausgleichen. Doch mit einem Konter in der letzten Minute gelang Wynton Rufer nach meiner Vorarbeit der 3:2-Siegtreffer für uns. Eine riesige Überraschung. Die wir zwei Wochen später sogar noch toppten – im Rückspiel schossen wir Napoli mit 5:1 aus dem Weserstadion!

Nachdem wir auch den FC Lüttich ausgeschaltet hatten, standen wir schließlich gegen den AC Florenz im Halbfinale des UEFA-Cups. Doch nach zwei Remis schieden wir aufgrund der Auswärtstore-Regel aus. Zwei Jahre später gewannen wir dafür den Europapokal der Pokalsieger."

Manfred Bockenfeld bestritt zwischen 1980 und 1994 insgesamt 336 Bundesligaspiele (34 Tore) sowie 41 Begegnungen in der 2. Bundesliga (14 Tore) für den 1. FC Bocholt, Fortuna Düsseldorf, SV Waldhof Mannheim und SV Werder Bremen. Mit Werder wurde er 1993 Deutscher Meister, gewann 1991 und 1994 den DFB-Pokal sowie 1992 den Europapokal der Pokalsieger. Außerdem machte er 1984 ein Länderspiel für die Deutsche Nationalmannschaft.


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