Historie
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18.12.2012 16:26:33
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Das größte Spiel der KSC-Geschichte

Rainer Schütterle (r.) im UEFA-Cup Duell gegen Salzburg
"Rein von meiner Leistung her, habe ich mein bestes Spiel sicherlich in der Saison 1993/94 im Achtelfinale des UEFA-Cups gegen Girondins Bordeaux gemacht. Wir siegten daheim mit 3:0 und zogen ins Viertelfinale ein. Aber das größte Erlebnis meiner Karriere fand dennoch einen knappen Monat früher statt - wie für jeden Karlsruher, ob Spieler oder Fan, war es der sensationelle 7:0-Triumph gegen den FC Valencia.


Ein solches Spiel vergisst man nie. Zumal ich ja auch eine tragende Rolle darin hatte. Schließlich schoss ich das alles entscheidende 3:0, das unser Weiterkommen sicherstellte. Aber der wahre Held des Abends war natürlich Edgar "Euro-Eddy" Schmitt mit seinen vier Toren.

Es war der 3. November 1993. In der ersten Runde des UEFA-Cups hatten wir den niederländischen Spitzenreiter PSV Eindhoven ausgeschaltet. Jetzt ging es gegen Spaniens Nummer eins, den FC Valencia. Fast schon erwartungsgemäß hatten wir das Hinspiel in Valencia auch mit 1:3 verloren. Zum Glück hatte Eddy da aber noch kurz vor Schluss den Ehrentreffer erzielt. Das gab uns Hoffnung auf ein Wunder.

Und wir waren richtig heiß. Die Spanier hatten den Anstoß noch nicht richtig ausgeführt, da standen von uns schon drei Mann von uns an deren Strafraum. Trotzdem hatte Valencia die ersten Chancen, Olli Kahn hat uns da mit drei, vier Superparaden im Spiel gehalten.

Doch nach gut 20 Minuten hatten wir uns gefangen und spielten selbst stark nach vorne. Zwei schöne Angriffe über die Außen, zwei Flachpässe in die Mitte, zweimal stand Eddy Schmitt goldrichtig - und wir lagen nach 34 Minuten mit 2:0 vorne.

Drei Minuten später hatte ich meinen großen Auftritt: Nach einem abgeblockten Distanzschuss von Valerij Schmarow trudelte der Ball Richtung rechtes Sechzehnereck. Valencias Keeper Jose Manuel Sempere und ich rannten zum Ball, aber ich war schneller und lupfte das Leder über den sich mir entgegen werfenden Torwart hinweg - und der Ball flog in hohem Bogen ins Tor. Sat1-Reporter Jörg Dahlmann flippte bei seinem Live-Kommentar fast aus, noch heute wird mir dieser Kommentar öfter vorgespielt.

Durch das Tor waren wir endgültig weiter - und die Spanier wussten gar nicht mehr, was mit ihnen geschieht. Die haben wir danach so schwindelig gespielt, dass einige nachher nicht mal mehr ihre Kabine gefunden haben. Unter den frenetischen Anfeuerungsrufen unserer Zuschauer, die ein riesiges Theater machten, spielten wir uns in einen wahren Rausch. Da war dann wirklich jeder Schuss ein Treffer. Edgar hätte an dem Tag sogar auf unser Tor schießen können - der Ball wäre auch bei den Spaniern drin gewesen.

Nach dem Spiel haben wir eine Monsterparty gefeiert. Vor allem in der Kabine hatten wir riesigen Spaß. Vor dem Spiel hatte jemand unsere Prämie fürs Weiterkommen auf die Tafel geschrieben. Wolfgang Rolff strich diese nun aus und erhöhte sie einfach um 5.000 Mark.
Später hat unser Präsident Roland Schmider die Erhöhung dann tatsächlich abgesegnet. Wir haben noch lange und auch feucht-fröhlich gefeiert - aber am Samstag haben wir den MSV Duisburg trotzdem mit 5:0 abgeschossen.

Und unser Europacup-Traum ging auch noch lange weiter. Im Achtelfinale schlugen wir den französischen Spitzenreiter Bordeaux, danach besiegten wir Boavista Porto. Erst im Halbfinale war unglücklich Schluss. Gegen Austria Salzburg schieden wir nach zwei Unentschieden (0:0 und 1:1) wegen der Auswärtstorregel aus."

Rainer Schütterle bestritt zwischen 1985 und 2000 insgesamt 236 Bundesliga-Spiele (42 Tore) sowie 152 Begegnungen der 2. Bundesliga (36 Tore) für den Karlsruher SC, VfB Stuttgart, MSV Duisburg und Fortuna Köln. Außerdem war er in der Saison 1996/97 für den SV Ried in Österreich aktiv. Mit dem VfB wurde er 1988 Vierter in der Bundesliga und erreichte 1989 das Finale des UEFA-Cups. Mit dem KSC gelang ihm 1987 der Aufstieg in die Bundesliga, 1994 der Einzug ins Halbfinale des UEFA-Cups. Mit dem MSV Duisburg stieg er 1996 in die Bundesliga auf.


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