Historie
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17.04.2012 17:37:52
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Beinahe mit dem Regenschirm verprügelt
Michael Schulz (l.) spielte von 1989 bis 1994 in Dortmund
"Ich kann mich an drei herausragende Spiele in meiner Karriere erinnern. Vielleicht die beste Leistung meines Lebens habe ich bei einem Auswärtsspiel mit dem 1. FC Kaiserslautern 1988 im Westfalenstadion in Dortmund abgeliefert.
Da habe ich mir 90 Minuten lang eine wahre Schlacht mit BVB-Stürmer Frank Mill geliefert - so extrem, dass das ganze Stadion gegen mich war, die Leute mich auspfiffen und sogar ein Zuschauer versuchte, mich bei einem Einwurf durch den Zaun mit seinem Regenschirm zu schlagen - eine größere Auszeichnung gibt es für einen Fußballer nicht.
Am Ende hieß es 1:1, obwohl wir klar hätten verlieren müssen. Vor allem wegen dieses Spiels holte mich der BVB im folgenden Sommer nach Dortmund.
Das vielleicht größte und wichtigste Spiel für mich war aber das Viertelfinal-Rückspiel in der Saison 1992/93 mit dem BVB gegen AS Rom. Schon in der Runde zuvor hatte ich bei Celtic Glasgow richtig stark gespielt, war der Turm in der Schlacht gegen eine schottische Mannschaft, die noch wirklich britisch spielte. Gegen die Römer sollte ich diese Leistung noch einmal toppen und sogar mit einem Tor krönen.
Damals wurde auf dem Platz noch so richtig gekämpft, gefightet und gegrätscht, da ging es wüster zu als heute. Auch die Italiener gingen richtig hart zur Sache. Genau so wie es immer nach meinem Geschmack war. Wir hatten das Hinspiel unglücklich mit 0:1 verloren, mussten unbedingt gewinnen. Umso erstaunlicher, dass gerade ich, der nun wahrlich nicht so viele Tore in seiner Karriere geschossen hat, das Tor zum 1:0, also quasi den Ausgleich, erzielte.
Und das noch nicht einmal mit dem Kopf, sondern mit einem wunderschönen Linksschuss. Nach einer Ecke von Knut Reinhardt wurde der Ball rausgeköpft, genau auf meinen Fuß. Ich nahm ihn als Dropkick - der Ball schlug schön flach genau im Eck ein. Leute, die mich kennen, sagen, das war reiner Zufall.
Kurz nach der Pause legte Lothar Sippel das 2:0 nach, und wir zogen ins Halbfinale ein, wo wir auch AJ Auxerre im Elfmeterschießen besiegen konnten. Leider war im Finale gegen Juventus Turin dann mit 0:3 Endstation. Für den BVB war unser Lauf im UEFA-Cup aber ein ganz entscheidender Schritt auf dem Weg zu dem Top-Club der 90er Jahre in Deutschland.
Denn wir waren damals der einzige Bundesliga-Club, der im Europapokal überwinterte. Da damals die TV-Gelder noch ganz anders verteilt wurden als heute, machte die Borussia einen riesigen Gewinn. Und konnte sich anschließend Weltstars wie Matthias Sammer, Andi Möller, Julio Cesar, etc. leisten."
Michael Schulz bestritt zwischen 1987 und 1997 insgesamt 243 Bundesliga-Spiele (acht Tore) für den 1. FC Kaiserslautern, Borussia Dortmund und SV Werder Bremen. Mit Bremen wurde er 1995 Vizemeister, mit dem BVB 1992 Vizemeister und erreichte 1993 das Finale um den UEFA-Cup. Außerdem machte er sieben Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft und wurde 1992 Vize-Europameister.
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Am Ende hieß es 1:1, obwohl wir klar hätten verlieren müssen. Vor allem wegen dieses Spiels holte mich der BVB im folgenden Sommer nach Dortmund.
Das vielleicht größte und wichtigste Spiel für mich war aber das Viertelfinal-Rückspiel in der Saison 1992/93 mit dem BVB gegen AS Rom. Schon in der Runde zuvor hatte ich bei Celtic Glasgow richtig stark gespielt, war der Turm in der Schlacht gegen eine schottische Mannschaft, die noch wirklich britisch spielte. Gegen die Römer sollte ich diese Leistung noch einmal toppen und sogar mit einem Tor krönen.
Damals wurde auf dem Platz noch so richtig gekämpft, gefightet und gegrätscht, da ging es wüster zu als heute. Auch die Italiener gingen richtig hart zur Sache. Genau so wie es immer nach meinem Geschmack war. Wir hatten das Hinspiel unglücklich mit 0:1 verloren, mussten unbedingt gewinnen. Umso erstaunlicher, dass gerade ich, der nun wahrlich nicht so viele Tore in seiner Karriere geschossen hat, das Tor zum 1:0, also quasi den Ausgleich, erzielte.
Und das noch nicht einmal mit dem Kopf, sondern mit einem wunderschönen Linksschuss. Nach einer Ecke von Knut Reinhardt wurde der Ball rausgeköpft, genau auf meinen Fuß. Ich nahm ihn als Dropkick - der Ball schlug schön flach genau im Eck ein. Leute, die mich kennen, sagen, das war reiner Zufall.
Kurz nach der Pause legte Lothar Sippel das 2:0 nach, und wir zogen ins Halbfinale ein, wo wir auch AJ Auxerre im Elfmeterschießen besiegen konnten. Leider war im Finale gegen Juventus Turin dann mit 0:3 Endstation. Für den BVB war unser Lauf im UEFA-Cup aber ein ganz entscheidender Schritt auf dem Weg zu dem Top-Club der 90er Jahre in Deutschland.
Denn wir waren damals der einzige Bundesliga-Club, der im Europapokal überwinterte. Da damals die TV-Gelder noch ganz anders verteilt wurden als heute, machte die Borussia einen riesigen Gewinn. Und konnte sich anschließend Weltstars wie Matthias Sammer, Andi Möller, Julio Cesar, etc. leisten."
Michael Schulz bestritt zwischen 1987 und 1997 insgesamt 243 Bundesliga-Spiele (acht Tore) für den 1. FC Kaiserslautern, Borussia Dortmund und SV Werder Bremen. Mit Bremen wurde er 1995 Vizemeister, mit dem BVB 1992 Vizemeister und erreichte 1993 das Finale um den UEFA-Cup. Außerdem machte er sieben Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft und wurde 1992 Vize-Europameister.
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