Historie
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13.03.2012 16:13:15
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Eine Packung für den Meister

Klaus Toppmöller (2.vl.) köpfte das 2:4 beim 7:4-Sieg des FCK gegen die Bayern
"Das sicherlich herausragende Spiel meiner Karriere war das 7:4 mit dem 1. FC Kaiserslautern gegen den FC Bayern München am 20. Oktober 1973. Ein Match, das in die Analen einging und sicherlich zu den besten Spielen der Bundesliga-Geschichte gehörte.


Anfang der 70er Jahre gab es diesen ganzen medialen Rummel rund um den Fußball noch nicht. An Live-Spiele im Fernsehen war nicht zu denken. Es gab nur die Sportschau in der ARD, die aber auch nur vier oder fünf Begegnungen pro Spieltag in einer Zusammenfassung zeigte. In Kaiserslautern gab es da nicht viele Möglichkeiten, sich ins Rampenlicht zu spielen.

Im Allgemeinen wurden wir nicht gezeigt, es nahm bundesweit keiner Notiz von uns. Außer wir spielten gegen die Bayern, dann blickten alle nach Kaiserslautern. Diese Spiele habe ich mir schon immer im Juni im Kalender rot markiert. Und ich habe fast immer gegen die Bayern getroffen - ich glaube, es gibt keinen Spieler, der mehr Tore gegen sie erzielt hat, als ich.

Im Oktober 1973 waren die Münchner bei uns zu Gast auf dem Betzenberg. Zwei Mal in Folge waren sie schon Meister geworden. Und die Saison 1973/74 sollte ihre größte werden. Bayern wurde Meister, gewann den Europapokal der Landesmeister und die Stars wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Uli Hoeneß und Gerd Müller wurden schließlich auch noch Weltmeister.

Aber bei uns bekamen sie eine gehörige Abreibung.

Dabei sah es bis zur 57. Minute eher so aus, als ob wir Lauterer mit einer derben Packung vom Platz geschickt würden. Da stand es bereits 4:1 für den FCB, allein Gerd Müller hatte wieder zwei Mal zugeschlagen. Und unsere Zuschauer verließen in Scharen das Stadion.

Aber sie sollten alle wiederkommen, am Ende waren mehr Menschen auf dem Betzenberg als reinpassten - denn was ab der 58. Minute passierte, ist wohl einmalig in der Bundesliga-Historie.

Mit meinem Tor zum 2:4 leitete ich die Aufholjagd ein. Josef Pirrung, der schon zum 1:3 getroffen hatte, glich bis zur 73. Minute aus. Dann erzielte ich das vermeintliche 5:4. Doch Schiedsrichter Horst Bonacker gab den Treffer nicht. Warum, war auch auf den TV-Bildern nicht zu erkennen.

Egal. Denn Ernst Diehl traf sechs Minuten vor Schluss zur Führung, Herbert Laumen legte noch zwei Tore zum 7:4-Triumph nach. Ein Spiel, das ich niemals vergessen werde."

Klaus Toppmöller bestritt zwischen 1972 und 1987 insgesamt 204 Bundesliga-Spiele, in denen er 108 Tore erzielte, sowie 31 Begegnungen der 2. Bundesliga für 1. FC Kaiserslautern und FSV Salmrohr. Mit dem FCK wurde er zwei Mal Bundesliga-Dritter und erreichte 1976 das DFB-Pokalfinale. Außerdem machte er drei Länderspiele (ein Tor) für die deutsche Nationalmannschaft. Seit 1986 ist er als Trainer im Profifußball aktiv, trainierte unter anderem Eintracht Frankfurt, den VfL Bochum, Bayer 04 Leverkusen und den Hamburger SV in der Bundesliga, war zudem Nationaltrainer Georgiens. Mit Leverkusen wurde er 2002 Vizemeister, erreichte das Finale des DFB-Pokals sowie der Champions League. Mit dem VfL Bochum gelang ihm 1996 der Aufstieg in die Bundesliga.


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