Historie
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10.04.2012 12:42:11
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Aufstiegskrimi bei brütender Hitze

Lorenz-Günther Köstner stieg 1978 mit Bielefeld in die Bundesliga auf
"Es gibt sicherlich zwei Spiele in meiner Karriere, die ich besonders hervorheben möchte. Zunächst natürlich das Match mit Bayer Uerdingen nach dem ersten Aufstieg des Clubs 1975 gegen den FC Bayern München. Wir gewannen zuhause 2:1, und ich schoss beide Tore, überlistete Sepp Maier mit zwei Distanzschüssen.


Ein noch größerer Erfolg war aber die Zweitliga-Begegnung mit Arminia Bielefeld am letzten Spieltag der Saison 1977/78 bei Fortuna Köln. Wir gewannen 2:0 und waren in die Bundesliga aufgestiegen.

Es war der 27. Mai 1978. Die Saison war eine wahre Berg- und Talfahrt. Wir waren zwar praktisch von Saisonstart an vorne mit dabei, doch an der Spitze war es enorm eng. Dann verkündete unser Trainer Karl-Heinz Feldkamp schon Anfang der Rückrunde, dass er im Sommer zum 1. FC Kaiserslautern wechseln würde.

Einige im Vorstand der Arminia wollten ihn daraufhin feuern. Doch im Schlussspurt legten wir richtig los, gewannen acht der letzten neun Spiele. Am 31. Spieltag siegten wir durch ein Tor von mir 1:0 bei Spitzenreiter Preußen Münster und standen plötzlich auf einem Aufstiegsplatz.

Vor dem Saisonfinale gegen die Fortuna waren wir dann Erster, aber nur mit einem Punkt Vorsprung auf Rot-Weiss Essen, Fortuna und Münster. Die Ausgangslage war klar: Nur ein Sieg brachte uns den sichern Aufstieg. Bei einer Niederlage wären die Kölner hochgegangen, bei Unentschieden hätten RWE und Preußen an uns vorbeiziehen können.

Aber wir hielten dem Druck stand. In der alten Radrennbahn in der Kölner Südstadt gewannen wir 2:0 durch Tore von Helmut Schröder und Roland Peitsch. Mir selbst gelang an diesem Tag zwar kein Tor. Aber bei brütender Hitze habe ich dennoch ein großes Spiel im Mittelfeld gemacht und die Mannschaft immer wieder nach vorne getrieben.

Für die Arminia war der Aufstieg als Meister natürlich ein Riesenerfolg. Nach dem Bundesligaskandal war der Club ja in die Regionalliga gesetzt worden, musste sich langsam wieder nach oben spielen. Nun war es gelungen. Und "Kalli" Feldkamp ging als Held nach Kaiserslautern."

Lorenz-Günther Köstner bestritt zwischen 1973 und 1981 insgesamt 91 Bundesliga- (sieben Tore) und 86 Zweitligaspiele (zehn Tore) für VfL Borussia Mönchengladbach, Bayer 05 Uerdingen und DSC Arminia Bielefeld. Mit Gladbach wurde er 1975 Deutscher Meister und gewann den Uefa-Cup. Ein Jahr zuvor war er mit dem VfL schon Vize-Meister. Mit Bielefeld gelang ihm zweimal der Aufstieg in die Bundesliga. In der Rückrunde der Saison 2009/10 war Köstner Chefcoach des VfL Wolfsburg. Heute trainiert er wieder die U23-Mannschaft des VfL, die er schon ab der Rückrunde 2008/09 geführt hatte. Nach seinem Karriereende war er zunächst Coach bei FC Bayern Hof, SSV Reutlingen 05, SC Freiburg, KSV Hessen Kassel, VfB Stuttgart (Co-Trainer) und den Stuttgarter Kickers. 1994 übernahm er die SpVgg. Unterhaching, wo er, unterbrochen von einem achtmonatigen Gastspiel beim 1. FC Köln, sechs Jahre arbeitete. 1999 schaffte er mit Unterhaching den Aufstieg in die Bundesliga. 2002 ging Köstner zum Karlsruher SC, später war er bei der TSG Hoffenheim und Rot-Weiß Essen.

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