Historie
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27.09.2011 16:52:37
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Unbezwingbar auf nur einem Bein

1996 wurde Thomas Helmer (r.) Europameister. Hier stoppt er im Halbfinale Paul Gascoigne
"Eines der besten Spiele meiner Karriere war sicherlich das dritte Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft 1996 in England gegen Italien. Obwohl eigentlich alles gegen uns lief trotzten wir den Italienern ein 0:0 ab - und schickten sie damit nach Hause.


Es war der 19. Juni 1996. Wir hatten unsere ersten beiden Spiele souverän mit 2:0 gegen Tschechien und 3:0 gegen Russland gewonnen. Die Italiener hingegen hatten sich nach ihrem 2:1-Auftaktsieg gegen die Russen anschließend gegen die Tschechen verzockt. Trainer Arrigo Sacchi hatte einige seiner Stars geschont, prompt verlor die ‚Squadra Azzurra‘ mit 1:2 gegen Tschechien.

Für uns war also klar, dass wir selbst bei einer knappen Niederlage noch weiterkommen würden, mit einem Remis aber sicher Gruppenerster waren. Und das wollten wir unbedingt, weil wir damit im Viertelfinale erneut in unserem "Heimatstadion" Old Trafford in Manchester, wo wir alle Vorrundenspiele austrugen, bleiben durften.

Die Italiener standen unter Druck, aber sie kamen gut damit zurecht. Und brannten von Beginn an ein Feuerwerk ab. Bereits nach neun Minuten gab Schiedsrichter Guy Goethals aus Belgien Elfmeter für Italien, nachdem unser Torwart Andreas Köpke Stürmer Pierluigi Casiraghi im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Doch Köpke machte sein Foul wieder wett - und hielt den Elfer von Gianfranco Zola.

Überhaupt sollte Andi an diesem Tag über sich hinaus wachsen. Immer wieder rannten die Italiener auf unser Tor an, schnürten uns in der eigenen Hälfte ein. Aber Köpke war nicht zu überwinden, machte jede Chance zunichte.

Und auch ich trug meinen Teil zum Remis bei. Dabei hatte Casiraghi mir gleich zu Beginn des Spiels mit einem bösen Foul das halbe Knie kaputt getreten. Aber ich hielt durch und gewann an diesem Abend gefühlt jeden einzelnen Zweikampf.

Am Ende brachten wir das 0:0 über die Zeit, obwohl wir ab der 59. Minute nur noch zu Zehnt auf dem Platz standen, nachdem Thomas Strunz die gelb-rote Karte gesehen hatte.

Gleichzeitig spielten die Tschechen gegen Russland 3:3 und kamen dadurch wegen des gewonnenen direkten Vergleichs gegen Italien weiter. Die Italiener musste nach Hause fahren.

Und wir zogen nach Siegen gegen Kroatien und England im Elfmeterschießen ins Finale ein - erneut gegen Tschechien. Dank Oliver Bierhoffs "Golden Goal" wurden wir schließlich Europameister - der Höhepunkt meiner Karriere.

Thomas Helmer bestritt als Abwehrspieler zwischen 1984 bis 1999 insgesamt 390 Bundesliga-Spiele, erzielte 41 Tore, und 35 Begegnungen der 2. Bundesliga (fünf Tore) für Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, FC Bayern München und Hertha BSC Berlin. Danach spielte er noch ein Jahr für den FC Sunderland in England. Er wurde mit Bayern drei Mal Deutscher Meister und gewann mit Dortmund und Bayern je ein Mal den DFB-Pokal. Mit den Münchnern gewann er 1996 den UEFA-Cup und stand 1999 im Finale der Champions League. Außerdem machte er 68 Länderspiele (fünf Tore) für die Deutsche Nationalmannschaft mit der er 1996 Europameister und 1992 Vize-Europameister wurde.


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