Historie
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04.10.2011 15:52:15
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Ein Tor gegen die Uhr und den Abstieg
Nach erfolgreichen Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken gönnte sich Charly Körbel (m.) ein Schlückchen
"Ich habe den UEFA-Cup gewonnen und viermal den DFB-Pokal. Und doch sticht bei all diesen Erfolgen, diesen siegreichen Endspielen, eine ganz normale Bundesliga-Begegnung für mich in meiner Karriere klar heraus.
Wobei, so normal war das Spiel in Hannover damals natürlich nicht. Es war der 17. Juni 1989 - und für die Eintracht ging es ums Überleben. Meine ganze Karriere habe ich für Eintracht Frankfurt gespielt, immer in der Bundesliga. Aber an diesem Tag ging es gegen den Abstieg.
Es war der letzte Spieltag der Saison 1988/89. Hannover 96 stand bereits als Schlusslicht und Absteiger fest. Doch wir kämpften gegen die Stuttgarter Kickers, VfL Bochum und 1. FC Nürnberg noch um den Klassenerhalt. Wir wussten, dass wir bei einer Niederlage in Hannover wohl direkt als Tabellen-17. absteigen würden. Ein Unentschieden hingegen würde uns zumindest in die Relegation retten.
Doch an diesem Tag liefen bei uns alle mit Angst in den Knochen ein, von normalem Fußball konnte keine Rede sein. Und nach 26 Minuten fiel dann auch noch das 1:0 für Hannover. Siggi Reich traf uns mitten ins Herz.
Unser Trainer Jörg Berger fiel fast in Ohnmacht. Und bei uns ging wirklich fast nichts mehr. Aber ich war nicht bereit abzusteigen. Ich war ja schon 35 und wollte bestimmt nicht mehr in der 2. Bundesliga spielen.
Noch heute, wenn ich nach Hannover komme, sehe ich diese Stadionuhr vor mir - auch wenn es die gar nicht mehr gibt. Unaufhaltsam, brutal rückte sie vorwärts. Doch dann kam doch noch die Erlösung. Nach einer Ecke von Heinz Gründel köpfte ich den Ausgleich.
Wir hatten Platz 16 sicher und damit die Relegation. Mit einem Sieg hätten wir sogar den direkten Klassenerhalt geschafft, aber mehr war einfach nicht drin. Berger meinte nachher: "Hätte ich doch heute nur elf Körbels gehabt."
In der Relegation ging es dann gegen den 1. FC Saarbrücken, wir gewannen und blieben drin. Ich spielte gegen Anthony Yeboah. Den haben wir nach dem Klassenerhalt gleich gekauft - und damit eine neue große Ära in Frankfurt eingeleitet. Hinzu kam auch noch Uwe Bein aus Hamburg und Ralf Falkenmayer aus Leverkusen. Danach gehörte die Eintracht wieder auf Jahre zu den Spitzenmannschaften in Deutschland."
Karl-Heinz Körbel bestritt von 1972 bis 1991 insgesamt 602 Bundesliga-Spiele (45 Tore) für Eintracht Frankfurt, womit er der ewige Rekordspieler der Liga ist. Außerdem machte er sechs Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. In der Bundesliga wurde er mit Frankfurt zweimal Dritter. Zudem gewann er vier Mal den DFB-Pokal und 1980 den UEFA-Cup. Als Trainer führte er die Eintracht 1994 auf Platz fünf und damit in den UEFA-Cup.
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Es war der letzte Spieltag der Saison 1988/89. Hannover 96 stand bereits als Schlusslicht und Absteiger fest. Doch wir kämpften gegen die Stuttgarter Kickers, VfL Bochum und 1. FC Nürnberg noch um den Klassenerhalt. Wir wussten, dass wir bei einer Niederlage in Hannover wohl direkt als Tabellen-17. absteigen würden. Ein Unentschieden hingegen würde uns zumindest in die Relegation retten.
Doch an diesem Tag liefen bei uns alle mit Angst in den Knochen ein, von normalem Fußball konnte keine Rede sein. Und nach 26 Minuten fiel dann auch noch das 1:0 für Hannover. Siggi Reich traf uns mitten ins Herz.
Unser Trainer Jörg Berger fiel fast in Ohnmacht. Und bei uns ging wirklich fast nichts mehr. Aber ich war nicht bereit abzusteigen. Ich war ja schon 35 und wollte bestimmt nicht mehr in der 2. Bundesliga spielen.
Noch heute, wenn ich nach Hannover komme, sehe ich diese Stadionuhr vor mir - auch wenn es die gar nicht mehr gibt. Unaufhaltsam, brutal rückte sie vorwärts. Doch dann kam doch noch die Erlösung. Nach einer Ecke von Heinz Gründel köpfte ich den Ausgleich.
Wir hatten Platz 16 sicher und damit die Relegation. Mit einem Sieg hätten wir sogar den direkten Klassenerhalt geschafft, aber mehr war einfach nicht drin. Berger meinte nachher: "Hätte ich doch heute nur elf Körbels gehabt."
In der Relegation ging es dann gegen den 1. FC Saarbrücken, wir gewannen und blieben drin. Ich spielte gegen Anthony Yeboah. Den haben wir nach dem Klassenerhalt gleich gekauft - und damit eine neue große Ära in Frankfurt eingeleitet. Hinzu kam auch noch Uwe Bein aus Hamburg und Ralf Falkenmayer aus Leverkusen. Danach gehörte die Eintracht wieder auf Jahre zu den Spitzenmannschaften in Deutschland."
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