Historie
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18.10.2011 17:23:42
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Kühler Kopf in einem hitzigen Duell
Bevor Falko Götz (l.) für den 1. FC Köln spielte, war er für Bayer Leverkusen aktiv. Mit Bayer gewann er 1988 den UEFA-Cup
"Ich habe in meiner Karriere an die 1.000 Pflichtspiele gemacht. Aber es gibt eine Begegnung, die richtig heraus sticht. Es war das allerbeste Fußballspiel meiner Karriere, ein Spiel, in dem ich nahezu an das Optimum meiner Leistungsfähigkeit herangekommen bin.
Es war der 6. Dezember 1989. Mit dem 1. FC Köln trafen wir im Achtelfinale des UEFA-Cups auf Roter Stern Belgrad - die Mannschaft, die nur ein Jahr später sensationell den Europapokal der Landesmeister gewinnen sollte. Bei Belgrad spielten solche Stars wie Savicevic, Prosinecki oder Stojkovic.
Wir hatten das Hinspiel mit 0:2 verloren. Schon da war es zur Sache gegangen. Und auch diesmal zeichneten sich die Jugoslawen durch ihr äußerst aggressives Spiel aus, das häufig auch die Grenzen des Erlaubten weit überschritt. Die sprangen etwa grundsätzlich mit der Faust voraus zum Kopfball hoch.
Aber wir hielten dagegen und gingen zwölf Minuten nach der Halbzeit durch einen Kopfballtreffer von mir mit 1:0 in Führung. Sieben Minuten vor Schluss gelang mir per Abstauber auch noch das 2:0, der Ausgleich in der Gesamtrechnung war geschafft.
Doch wir legten noch einen drauf. In der 89. Minute bekamen wir einen Freistoß halbrechts am Strafraum. Wir spielten eine Freistoßvariante, die wir vorher im Training bei Coach Christoph Daum einstudiert hatten.
Ich lief von der kurzen Position an der Abwehr vorbei an den langen Pfosten, alle meine Mitspieler liefen in die andere Richtung, zogen die Abwehr von mir weg. Dann schlenzte Pierre Littbarski den Ball in den Strafraum. Die Belgrader spielten auf Abseits - und wir standen zu dritt frei vor dem Tor.
Ich legte den Ball quer auf Frank Ordenewitz, der ihn aus gut 20 Zentimetern mit der Hacke ins Tor schoss. Ich sagte ihm später "den hätte auch meine Oma rein gemacht", aber er meinte nur scherzhaft, er habe es sich selbst ein wenig schwerer machen wollen.
Nach dem Spiel kam es dann noch zu Ausschreitungen. Die Belgrader Fans schossen mit Raketen in die FC-Fankurve, sorgten für Randale.
Ich habe mich in diesem Spiel total verausgabt, konnte mich mehrere Tage danach nicht richtig bewegen. Aber es hatte sich gelohnt: Zwei Tore und eine Vorlage waren eine tolle Ausbeute. Wir schlugen anschließend im Viertelfinale auch noch Royal Antwerpen. Im Halbfinale war aber leider gegen den späteren UEFA-Cup-Sieger Juventus Turin Schluss."
Falko Götz bestritt nach seiner Flucht aus der DDR, wo er für FC Vorwärts Frankfurt und Berliner FC Dynamo gespielt hatte, zwischen 1984 und 1997 insgesamt 242 Bundesliga-Spiele (46 Tore) und 46 Spiele in der 2. Bundesliga (fünf Tore) für Bayer 04 Leverkusen, den 1. FC Köln, 1. FC Saarbrücken und Hertha BSC Berlin. Zwischendurch spielte er von 1992 bis 1994 zwei Jahre für Galatasaray Istanbul in der Türkei. Mit Leverkusen gewann er 1988 den UEFA-Cup, mit Köln wurde er zwei Mal Vizemeister und erreichte 1991 das DFB-Pokalfinale. Mit Galatasaray wurde er zwei Mal türkischer Meister und gewann ein Mal den Pokal. Götz ist heute Trainer der vietnamesischen Nationalmannschaft. Zuvor betreute er Hertha BSC, den TSV 1860 München und zuletzt Holstein Kiel.
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Aber wir hielten dagegen und gingen zwölf Minuten nach der Halbzeit durch einen Kopfballtreffer von mir mit 1:0 in Führung. Sieben Minuten vor Schluss gelang mir per Abstauber auch noch das 2:0, der Ausgleich in der Gesamtrechnung war geschafft.
Doch wir legten noch einen drauf. In der 89. Minute bekamen wir einen Freistoß halbrechts am Strafraum. Wir spielten eine Freistoßvariante, die wir vorher im Training bei Coach Christoph Daum einstudiert hatten.
Ich lief von der kurzen Position an der Abwehr vorbei an den langen Pfosten, alle meine Mitspieler liefen in die andere Richtung, zogen die Abwehr von mir weg. Dann schlenzte Pierre Littbarski den Ball in den Strafraum. Die Belgrader spielten auf Abseits - und wir standen zu dritt frei vor dem Tor.
Ich legte den Ball quer auf Frank Ordenewitz, der ihn aus gut 20 Zentimetern mit der Hacke ins Tor schoss. Ich sagte ihm später "den hätte auch meine Oma rein gemacht", aber er meinte nur scherzhaft, er habe es sich selbst ein wenig schwerer machen wollen.
Nach dem Spiel kam es dann noch zu Ausschreitungen. Die Belgrader Fans schossen mit Raketen in die FC-Fankurve, sorgten für Randale.
Ich habe mich in diesem Spiel total verausgabt, konnte mich mehrere Tage danach nicht richtig bewegen. Aber es hatte sich gelohnt: Zwei Tore und eine Vorlage waren eine tolle Ausbeute. Wir schlugen anschließend im Viertelfinale auch noch Royal Antwerpen. Im Halbfinale war aber leider gegen den späteren UEFA-Cup-Sieger Juventus Turin Schluss."
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