Historie
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23.08.2011 15:29:23
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Fernduell um die Meisterschaft
Cullmann wurde 1978 Meister und DFB-Pokalsieger mit dem FC
"Es sind ja vor allem die großen Spiele, in denen es so richtig um etwas geht, die einem in Erinnerung bleiben. Deshalb ist für mich das größte Spiel meiner Karriere unser Meisterschaftsfinish in der Saison 1977/78.
Es war der 29. April 1978, der letzte Spieltag. Mit dem 1. FC Köln traten wir beim FC St. Pauli an. Parallel spielte Borussia Mönchengladbach in Düsseldorf gegen Borussia Dortmund. Uns reichte eigentlich ein Sieg in Hamburg, um Meister zu werden. Denn wir waren punktgleich mit Gladbach, hatten aber ein um zehn Treffer besseres Torverhältnis.
Das Spiel hatten wir schnell im Griff. Schon nach 28 Minuten stand es 1:0 durch ein Tor von Heinz Flohe. Als Yasuhiko Okudera dann in der 60. Minute auf 2:0 erhöhte, war für uns die Sache gegessen, St. Pauli hatte sich aufgegeben. Doch auf unserer Bank herrschte plötzlich Hektik.
Trainer und Ersatzspieler forderten uns auf, Gas zu geben und weiter nach vorne zu spielen. Für uns unverständlich, denn wir wussten nichts von dem was zeitgleich in Düsseldorf abging. Niemand informierte uns Spieler auf dem Platz vom Gladbacher Sturmlauf gegen den BVB. Wahrscheinlich wollte man uns nicht verunsichern.
Denn Gladbach führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 7:0, gewann das Match gegen den BVB schließlich mit 12:0 - der höchste Sieg in der Bundesliga-Geschichte. Hätten wir bei 2:0 aufgehört, wäre die Borussia glatt an uns vorbeigezogen und noch Meister geworden. Doch auch wir legten noch nach. Heinz Flohe, ich mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze und Okudera erhöhten noch auch 5:0. Wir waren Deutscher Meister, mit drei Toren Vorsprung.
Als wir nach dem Spiel hörten, wie Gladbach gespielt hatte, waren wir zunächst alle stocksauer. Einige sprachen von Schiebung, aber das war natürlich Quatsch. Doch dem BVB machten wir schon schwere Vorwürfe. Sich so abschlachten zu lassen, wo es doch um den Meistertitel ging, war schon ungeheuerlich. Wir brauchten alle eine Weile, um uns wirklich über die Meisterschaft zu freuen.
Dafür wurde nachher umso mehr gefeiert, schließlich hatten wir zuvor schon den DFB-Pokal geholt und waren somit Double-Gewinner. An dem Tag machten wir noch eine große Party in Hamburg, am nächsten Tag gab es die Meisterfeier am Kölner Rathaus vor tausenden Fans. Und danach ging es per Autokorso zum Geißbockheim. Ein unvergleichliches Erlebnis."
Bernd Cullmann bestritt von 1970 bis 1983 insgesamt 341 Bundesliga-Spiele (29 Tore) für den 1. FC Köln. Er wurde 1978 Meister und DFB-Pokalsieger. Außerdem gewann er den Pokal noch 1977 und 1983 mit dem FC. Von 1973 bis 1980 war er zudem in 40 Länderspielen (sechs Tore) für die deutsche Nationalmannschaft aktiv und wurde 1974 Weltmeister, 1980 Europameister.
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Das Spiel hatten wir schnell im Griff. Schon nach 28 Minuten stand es 1:0 durch ein Tor von Heinz Flohe. Als Yasuhiko Okudera dann in der 60. Minute auf 2:0 erhöhte, war für uns die Sache gegessen, St. Pauli hatte sich aufgegeben. Doch auf unserer Bank herrschte plötzlich Hektik.
Trainer und Ersatzspieler forderten uns auf, Gas zu geben und weiter nach vorne zu spielen. Für uns unverständlich, denn wir wussten nichts von dem was zeitgleich in Düsseldorf abging. Niemand informierte uns Spieler auf dem Platz vom Gladbacher Sturmlauf gegen den BVB. Wahrscheinlich wollte man uns nicht verunsichern.
Denn Gladbach führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 7:0, gewann das Match gegen den BVB schließlich mit 12:0 - der höchste Sieg in der Bundesliga-Geschichte. Hätten wir bei 2:0 aufgehört, wäre die Borussia glatt an uns vorbeigezogen und noch Meister geworden. Doch auch wir legten noch nach. Heinz Flohe, ich mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze und Okudera erhöhten noch auch 5:0. Wir waren Deutscher Meister, mit drei Toren Vorsprung.
Als wir nach dem Spiel hörten, wie Gladbach gespielt hatte, waren wir zunächst alle stocksauer. Einige sprachen von Schiebung, aber das war natürlich Quatsch. Doch dem BVB machten wir schon schwere Vorwürfe. Sich so abschlachten zu lassen, wo es doch um den Meistertitel ging, war schon ungeheuerlich. Wir brauchten alle eine Weile, um uns wirklich über die Meisterschaft zu freuen.
Dafür wurde nachher umso mehr gefeiert, schließlich hatten wir zuvor schon den DFB-Pokal geholt und waren somit Double-Gewinner. An dem Tag machten wir noch eine große Party in Hamburg, am nächsten Tag gab es die Meisterfeier am Kölner Rathaus vor tausenden Fans. Und danach ging es per Autokorso zum Geißbockheim. Ein unvergleichliches Erlebnis."
Bernd Cullmann bestritt von 1970 bis 1983 insgesamt 341 Bundesliga-Spiele (29 Tore) für den 1. FC Köln. Er wurde 1978 Meister und DFB-Pokalsieger. Außerdem gewann er den Pokal noch 1977 und 1983 mit dem FC. Von 1973 bis 1980 war er zudem in 40 Länderspielen (sechs Tore) für die deutsche Nationalmannschaft aktiv und wurde 1974 Weltmeister, 1980 Europameister.
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