Historie
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23.10.2012 17:10:32
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Sieg im Hexenkessel Bernabeu
1987 stand Bayern München mit Andreas Brehme (r.) im Finale des Europapokals der Landesmeister
"Ich bin 1990 Weltmeister geworden, habe sogar das entscheidende 1:0 per Elfmeter erzielt. Ein großer Moment, sicherlich der größte in meiner Karriere. Trotzdem ist dieses Finale in Rom gegen Argentinien für mich nicht mein bestes Spiel gewesen.
Noch viel mehr in mein Gedächtnis eingebrannt hat sich unser Halbfinal-Triumph im Europapokal der Landesmeister mit Bayern München gegen Real Madrid am 22. April 1987.
Es war das ewige große Duell: Spaniens Rekordmeister gegen Deutschlands besten Club. Schon im Hinspiel war es in München kräftig zur Sache gegangen. Durch Tore von Klaus Augenthaler, Roland Wohlfarth und zweimal Lothar Matthäus hatten wir 4:1 gewonnen. Die Spanier erwiesen sich dabei nicht gerade als gute Verlierer, bekamen gleich zwei Rote Karten für Mino und Juanito.
Vor allem der Platzverweis von Juanito hatte es in sich. Der spanische Nationalspieler war dem am Boden liegenden Matthäus absichtlich mit beiden Beinen ins Gesicht gesprungen. Dass sich Lothar nicht den Kiefer brach, war ein Wunder. Lothar erzählte nachher, er habe geglaubt, Juanito hätte ihn umbringen wollen. Der Spanier wurde von der UEFA für dieses brutale Foul zwei Jahre gesperrt.
In Madrid ging es gleich weiter. Diesmal hatten es die Zuschauer auf unsern Torwart Jean-Marie Pfaff abgesehen. Sie bewarfen Pfaff mit Pflastersteinen, Eisenstangen und sogar zwei Messern. Jean-Marie hatte Angst um sein Leben.
Und dann provozierten die Real-Spieler auch noch, was das Zeug hielt. Vor allem Stürmer Hugo Sanchez. Der Mexikaner trat Klaus Augenthaler in den Unterleib - der Schiedsrichter sah es nicht. Wohl aber Auges Reaktion, als er Sanchez eine scheuerte. Und dafür Rot sah.
So standen wir also da: Nach 30 Minuten nur noch mit zehn Mann, und das bei einem 0:1-Rückstand durch ein Eigentor von Wohlfarth. Eine schier aussichtslose Lage. Die 103.000 Zuschauer im Bernabéu-Stadion feuerten Real frenetisch an, die Spanier berannten wie wild unser Tor. Doch wir bewiesen an diesem Tag, dass wir eine echte Mannschaft waren.
Jeder kämpfte für jeden, keiner gab auf. Ich glaube, ich bin an diesem Tag so viel gelaufen, wie niemals zuvor. Klaus Augenthaler hatte extra in den Katakomben alle Duschen aufgedreht, damit er die Torschreie nicht mit anhören musste. Doch es gab keinen mehr. 60 Minuten lang hielten wir jedem Angriff stand, warfen uns in jeden Schuss, schmissen uns mit letzter Kraft in jeden Zweikampf. Es blieb beim 0:1 - wir standen im Finale.
Leider haben wir das dann fünf Wochen später im Wiener Praterstadion mit 1:2 gegen den FC Porto verloren, als Rabah Madjer sein berühmtes Hackentor erzielte."
Andreas Brehme bestritt von 1981 bis 1998 insgesamt 301 Bundesliga-Spiele, erzielte 50 Tore für den 1. FC Kaiserslautern und FC Bayern München. Zwischendurch war er von 1988 bis 1992 für Inter Mailand in Italien und in der Saison 1992/93 bei Real Saragossa in Spanien aktiv. Er wurde sowohl mit Bayern (1987) als auch Kaiserslautern (1998) Deutscher Meister, gewann mit Lautern 1996 den DFB-Pokal. Mit Inter Mailand wurde er 1991 italienischer Meister und 1989 UEFA-Cup-Sieger. Brehme spielte 86 Mal (acht Tore) für die deutsche Nationalmannschaft, wurde 1990 Weltmeister, 1986 Vize-Welt- und 1992 Vize-Europameister.
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Es war das ewige große Duell: Spaniens Rekordmeister gegen Deutschlands besten Club. Schon im Hinspiel war es in München kräftig zur Sache gegangen. Durch Tore von Klaus Augenthaler, Roland Wohlfarth und zweimal Lothar Matthäus hatten wir 4:1 gewonnen. Die Spanier erwiesen sich dabei nicht gerade als gute Verlierer, bekamen gleich zwei Rote Karten für Mino und Juanito.
Vor allem der Platzverweis von Juanito hatte es in sich. Der spanische Nationalspieler war dem am Boden liegenden Matthäus absichtlich mit beiden Beinen ins Gesicht gesprungen. Dass sich Lothar nicht den Kiefer brach, war ein Wunder. Lothar erzählte nachher, er habe geglaubt, Juanito hätte ihn umbringen wollen. Der Spanier wurde von der UEFA für dieses brutale Foul zwei Jahre gesperrt.
In Madrid ging es gleich weiter. Diesmal hatten es die Zuschauer auf unsern Torwart Jean-Marie Pfaff abgesehen. Sie bewarfen Pfaff mit Pflastersteinen, Eisenstangen und sogar zwei Messern. Jean-Marie hatte Angst um sein Leben.
Und dann provozierten die Real-Spieler auch noch, was das Zeug hielt. Vor allem Stürmer Hugo Sanchez. Der Mexikaner trat Klaus Augenthaler in den Unterleib - der Schiedsrichter sah es nicht. Wohl aber Auges Reaktion, als er Sanchez eine scheuerte. Und dafür Rot sah.
So standen wir also da: Nach 30 Minuten nur noch mit zehn Mann, und das bei einem 0:1-Rückstand durch ein Eigentor von Wohlfarth. Eine schier aussichtslose Lage. Die 103.000 Zuschauer im Bernabéu-Stadion feuerten Real frenetisch an, die Spanier berannten wie wild unser Tor. Doch wir bewiesen an diesem Tag, dass wir eine echte Mannschaft waren.
Jeder kämpfte für jeden, keiner gab auf. Ich glaube, ich bin an diesem Tag so viel gelaufen, wie niemals zuvor. Klaus Augenthaler hatte extra in den Katakomben alle Duschen aufgedreht, damit er die Torschreie nicht mit anhören musste. Doch es gab keinen mehr. 60 Minuten lang hielten wir jedem Angriff stand, warfen uns in jeden Schuss, schmissen uns mit letzter Kraft in jeden Zweikampf. Es blieb beim 0:1 - wir standen im Finale.
Leider haben wir das dann fünf Wochen später im Wiener Praterstadion mit 1:2 gegen den FC Porto verloren, als Rabah Madjer sein berühmtes Hackentor erzielte."
Andreas Brehme bestritt von 1981 bis 1998 insgesamt 301 Bundesliga-Spiele, erzielte 50 Tore für den 1. FC Kaiserslautern und FC Bayern München. Zwischendurch war er von 1988 bis 1992 für Inter Mailand in Italien und in der Saison 1992/93 bei Real Saragossa in Spanien aktiv. Er wurde sowohl mit Bayern (1987) als auch Kaiserslautern (1998) Deutscher Meister, gewann mit Lautern 1996 den DFB-Pokal. Mit Inter Mailand wurde er 1991 italienischer Meister und 1989 UEFA-Cup-Sieger. Brehme spielte 86 Mal (acht Tore) für die deutsche Nationalmannschaft, wurde 1990 Weltmeister, 1986 Vize-Welt- und 1992 Vize-Europameister.
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