Historie
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11.09.2012 19:43:12
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Mit Turban zur Legende geworden
Carsten Jancker (M.) in der Saison 1995/96 für Rapid Wien im Pokal der Cupsieger
"Mein vielleicht größtes Spiel habe ich gleich zu Beginn meiner Karriere in der Saison 1995/96 für Rapid Wien gemacht. Noch heute sprechen in Österreich die Leute über das 'Turban-Spiel'.
Für mich war es sicherlich der Anfang meiner Laufbahn. Denn durch meine Leistungen bei Rapid in dieser Saison - und sicherlich auch im "Turban-Spiel" - bin ich erst in den Fokus des FC Bayern München gekommen.
Es war der 21. März 1996. Als österreichischer Pokalsieger spielten wir im Viertelfinale des Europapokals der Cupsieger gegen Dynamo Moskau. Schon in der Runde zuvor hatten wir ein kleines Wunder geschafft und Sporting Lissabon nach 0:2 im Hinspiel noch mit 4:0 nach Verlängerung rausgeschmissen. In Moskau hatten wir dank eines Tores von Christian Stumpf mit 1:0 gewonnen. Im Praterstadion von Wien wollten wir nun vor 44.000 Zuschauern alles klar machen.
Doch mich erwischte es schon in der ersten Halbzeit. Bei einem Zweikampf hatte ich den Kopf ein wenig zu tief und kriegte das Knie eines Gegenspielers voll an den Schädel. Mit einer klaffenden Platzwunde musste ich zur Behandlung raus. Gut fünf Minuten später kehrte ich mit einem riesigen Verband, der an einen Turban erinnerte, auf den Platz zurück - ähnlich wie Dieter Hoeneß 1982 im DFB-Pokalfinale gegen Nürnberg.
Das Gleiche war mir schon gegen Sporting passiert - trotzdem erzielte ich das 4:0 per Kopf. Und auch gegen Moskau war ich wieder erfolgreich, diesmal schlug ich sogar doppelt zu. Erst schoss ich den Ball nach einem langen Pass ins rechte Eck zum 1:0, dann traf ich aus der Drehung links unten zum 3:0. Zwischendurch hatte Peter Stöger per Strafstoß das 2:0 gemacht. Der Turban hat mich vielleicht beflügelt.
Am nächsten Morgen hatte ich dann auch leichte Kopfschmerzen. Aber weniger von dem Zusammenprall oder den sechs Stichen, mit denen die Wunde genäht wurde. Sondern mehr von unserer Feier nach dem Spiel.
Wir sind in der Saison schließlich sogar bis ins Finale gestürmt, wo wir leider gegen Paris Saint Germain 0:1 verloren. Dafür holten wir uns aber die Meisterschaft in Österreich. Und ich werde für die Rapid-Fans immer der "Turban-Jancker" bleiben."
Carsten Jancker bestritt zwischen 1993 und 2006 insgesamt 178 Bundesligaspiele und erzielte 53 Tore für den 1. FC Köln, FC Bayern München und 1. FC Kaiserslautern. Außerdem spielte er 1995/96 für Rapid Wien in Österreich, 2002-2004 für Udinese Calcio in Italien, 2006 für Shanghai Shenhua in China und seit 2007 für den SV Mattersburg wieder in Österreich. Mit dem FC Bayern wurde Jancker vier Mal Deutscher Meister, einmal DFB-Pokalsieger, gewann 2001 die Champions League und den Weltpokal, stand zudem 1999 schon einmal im Finale der Champions League. Mit Rapid wurde er 1996 Meister in Österreich und erreichte das Finale des Europapokals der Cupsieger. Für die Deutsche Nationalmannschaft machte der Stürmer 33 Länderspiele, in denen er zehn Tore erzielte. 2002 wurde er mit Deutschland Vize-Weltmeister.
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Doch mich erwischte es schon in der ersten Halbzeit. Bei einem Zweikampf hatte ich den Kopf ein wenig zu tief und kriegte das Knie eines Gegenspielers voll an den Schädel. Mit einer klaffenden Platzwunde musste ich zur Behandlung raus. Gut fünf Minuten später kehrte ich mit einem riesigen Verband, der an einen Turban erinnerte, auf den Platz zurück - ähnlich wie Dieter Hoeneß 1982 im DFB-Pokalfinale gegen Nürnberg.
Das Gleiche war mir schon gegen Sporting passiert - trotzdem erzielte ich das 4:0 per Kopf. Und auch gegen Moskau war ich wieder erfolgreich, diesmal schlug ich sogar doppelt zu. Erst schoss ich den Ball nach einem langen Pass ins rechte Eck zum 1:0, dann traf ich aus der Drehung links unten zum 3:0. Zwischendurch hatte Peter Stöger per Strafstoß das 2:0 gemacht. Der Turban hat mich vielleicht beflügelt.
Am nächsten Morgen hatte ich dann auch leichte Kopfschmerzen. Aber weniger von dem Zusammenprall oder den sechs Stichen, mit denen die Wunde genäht wurde. Sondern mehr von unserer Feier nach dem Spiel.
Wir sind in der Saison schließlich sogar bis ins Finale gestürmt, wo wir leider gegen Paris Saint Germain 0:1 verloren. Dafür holten wir uns aber die Meisterschaft in Österreich. Und ich werde für die Rapid-Fans immer der "Turban-Jancker" bleiben."
Carsten Jancker bestritt zwischen 1993 und 2006 insgesamt 178 Bundesligaspiele und erzielte 53 Tore für den 1. FC Köln, FC Bayern München und 1. FC Kaiserslautern. Außerdem spielte er 1995/96 für Rapid Wien in Österreich, 2002-2004 für Udinese Calcio in Italien, 2006 für Shanghai Shenhua in China und seit 2007 für den SV Mattersburg wieder in Österreich. Mit dem FC Bayern wurde Jancker vier Mal Deutscher Meister, einmal DFB-Pokalsieger, gewann 2001 die Champions League und den Weltpokal, stand zudem 1999 schon einmal im Finale der Champions League. Mit Rapid wurde er 1996 Meister in Österreich und erreichte das Finale des Europapokals der Cupsieger. Für die Deutsche Nationalmannschaft machte der Stürmer 33 Länderspiele, in denen er zehn Tore erzielte. 2002 wurde er mit Deutschland Vize-Weltmeister.
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