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06.02.2013 - 14:03 Uhr


Der Rekord-Ausländer

Im Trikot von Werder Bremen schoss sich Claudio Pizarro an die Spitze der ausländischen Torjäger der Bundesliga

Im Trikot von Werder Bremen schoss sich Claudio Pizarro an die Spitze der ausländischen Torjäger der Bundesliga

Claudia Pizarro hat jetzt schon Bundesliga-Geschichte geschrieben. Er ist der Rekord-Ausländer schlechthin, mit den meisten Toren, mit den meisten Einsätzen.
Am 23. Oktober 2010 war es soweit. Bremen trat im Borussia-Park in Mönchengladbach an. 53.500 Augenzeugen erlebten live den historischen Moment. Wesley tankte sich auf der rechten Seite durch, flankte scharf und flach vor das Tor. Claudio Pizarro spritzte dazwischen, drückte den Ball aus vier Metern mit seinem linken Fuß über die Torlinie. Es war das 4:1 von Bremen in Gladbach, der Schlusspunkt unter den Auswärtssieg. Und es war der 134. Treffer von Claudio Pizarro in der Bundesliga. Seither ist er alleiniger Rekordhalter - vor Giovane Elber (133).

"El 1 es Peruano" - "Die Nummer Eins ist Peruaner"


Das Jubiläumstor benötigte einen extrem langen Anlauf. Denn zwischen Treffer Nummer 133 (am 8. Mai 2010 gegen den HSV) und Tor Nummer 134 lagen genau 168 Tage. Bescheiden kommentiert Pizarro seinen Rekord. "Das Tor", sagt er, "war wirklich nichts Besonderes, aber der Rekord schon. Er bedeutet mir sehr viel und natürlich auch meinen Fans in der Heimat."

Im Anden-Staat Peru ist Claudio Pizarro ein Held. Er war Kapitän der Nationalmannschaft, zerstritt sich allerdings mit Nationaltrainer Franco Navarro. Seiner Popularität tat das keinen Abbruch. Wenn Pizarro-Tore aus der Bundesliga im peruanischen Fernsehen gezeigt werden, jubeln ihm die Fans aus der Heimat nur so zu. Deshalb schickte er eine ganz spezielle Grußbotschaft in die Anden, als er im Mai 2010 seinen 133. Treffer erzielte und die Bestmarke von Giovane Elber eingestellt hatte. Da trug er unter dem grünen Werder-Trikot ein T-Shirt mit der Aufschrift "El 1 es Peruano" - "Die Nummer Eins ist Peruaner".

Pizarro hat peruanische und italienische Staatsangehörigkeit


Claudio Pizarro ist ein Ausnahmestürmer. 1999 hatte Bremen den Spieler mit dem Namen Claudio Miguel Pizarro Bosio in den Anden entdeckt und von Alianza Lima an die Weser gelockt. Kurz vor Transferschluss landete "Pizza" (so sein Spitzname) in Bremen, rund 1,5 Millionen Ablöse zahlte Werder für den Stürmer, den keiner kannte.

Pizarro, der neben dem peruanischen auch die italienische Staatsangehörigkeit besitzt, zahlte es von Beginn an mit Toren zurück. Gleich im ersten Spiel gegen Kaiserslautern glückte ihm Treffer Nummer eins, eine Woche später in Wolfsburg gleich der erste Dreierpack. Elf Jahre verzaubert er nun schon die Bundesliga, unterbrochen nur von einer Saison beim FC Chelsea in London. Elf Jahre dauerte es bis zum Allzeit-Rekord.

Ein Ende der Rekorde noch nicht in Sicht


Inzwischen hält Claudio Pizarro sämtliche Bestmarken, die Ausländer jemals in der Bundesliga aufgestellt haben. Die Tormarke hat er auf 160 Treffer hochgeschraubt, in der Einsatzliste belegt er mit 345 Spielen den Ausländerrekord (Stand 12.03.2013). Ein Ende ist noch nicht in Sicht, auch wenn sein Vertrag in München zum Saisonende ausläuft

Der Stürmer aus den Anden hat sich bereits in den Geschichtsbüchern der Bundesliga verewigt. Korrigiert werden müssen nur noch die Endresultate.
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