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16.04.2013 - 10:14 Uhr


"Ich war völlig fußballverrückt!“

Zwei Experten im lockeren Fachgespräch: VfL Bochum-Trainer Peter Neururer (l.) und Frank Buschmann

Zwei Experten im lockeren Fachgespräch: VfL Bochum-Trainer Peter Neururer (l.) und Frank Buschmann

Köln - Frank Buschmann wurde 1964 geboren. In dem Jahr sicherte sich der 1. FC Köln den ersten Titel der neu gegründeten Bundesliga. Schon als Kind hat ihn die Leidenschaft Fußball gepackt. Während andere Jungs Comics lasen, verschlang der junge Frank Buschmann alle Sportzeitschriften, die ihm in die Finger kamen.
Seit mittlerweile 18 Jahren begleitet der emotionale Sportjournalist die Bundesliga beruflich. Im Gespräch mit bundesliga.de berichtet er von den ersten Stadionerlebnissen mit dem Vater, den absoluten Highlights als Reporter und er erklärt, was die Bundesliga für ihn einmalig macht.

bundesliga.de: Guten Tag Herr Buschmann. Für „Liga total!“ sind Sie heutzutage Woche für Woche in den Stadien der Bundesliga unterwegs. Wann begann ihre Leidenschaft für den Fußball?

Frank Buschmann: Wenn man in Deutschland groß wird, kommt man am Fußball und an der Bundesliga ja praktisch nicht vorbei. Als Hagener Junge habe ich mich früh für Basketball begeistert, aber Fußball war mir auch immer wichtig. Mein Vater war großer Rot-Weiss Essen Fan und hat mich häufig mit ins Stadion genommen. Willi "Ente" Lippens im Essener Georg-Melches-Stadion – das waren meine ersten Stadionerfahrungen.

bundesliga.de: Hat die Liebe ihres Vaters zu RWE auf Sie abgefärbt oder gibt es einen anderen Club, an dem ihr Herz ganz besonders hängt?

Buschmann: Komischerweise gab es für mich nie den einen Club. Mich haben vor allem immer die großen Duelle fasziniert. Bayern gegen Mönchengladbach in den siebziger Jahren. Oder später die starken Jahre des HSV. Ich habe als Kind abends die Sportschau geschaut und gedacht: "Geil!". Ich war völlig fußballverrückt, habe fleißig die berühmten Klebebilder gesammelt und den Kicker verschlungen. Ich habe zwar Fußball aktiv im Verein gespielt, aber ich war immer ein Fan der großen Emotionen, der spannenden Entscheidungen und der packenden Spiele, nie eines bestimmten Clubs.

bundesliga.de: Sie sind eines der bekanntesten Gesichter der Bundesliga-Berichterstattung. Wie lange sind Sie schon dabei?

Buschmann: Vor ziemlich genau 20 Jahren kam ich zum damaligen DSF. Zunächst fast ausschließlich als Basketball-Reporter. Die Bundesliga begleite ich beruflich seit etwa 18 Jahren. Seit vier Jahren kommentiere ich Woche für Woche live für "Liga total!". Das ist für mich die schönste Arbeit. Im Stadion sitzen und die Leidenschaft der Fans hautnah miterleben. Das macht für mich den Fußball aus.

bundesliga.de: Gibt es für Sie auch nach so langer Zeit noch besondere Highlights oder stellt sich ein gewisser Abnutzungseffekt ein?

Buschmann: Wenn ich bei einem Derby zwischen Schalke und Dortmund auf der Tribüne sitze, dann bekomme ich auch heute noch eine Gänsehaut. Ein Revierderby kommentieren zu dürfen, gehört für mich zu den absoluten Highlights meines Berufs. Das ist immer wieder etwas Besonderes.

bundesliga.de: Sie haben in dieser Zeit sicher auch einiges an Kuriositäten erlebt. Gibt es etwas, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Buschmann: Kurios war sicherlich der größte Bock, den ich beim DSF geschossen habe. Im Doppelpass habe ich unseren Stargast Karl-Heinz Rummenigge vorgestellt. Blöd nur, dass dann Karlheinz Riedle neben mir stand. Der hat das aber locker gekontert und nur gesagt: "Vielen Dank, Herr Wontorra!". Besonders schön sind für mich aber die Freundschaften, die sich über die Jahre entwickelt haben. Marcell Jansen habe ich beispielsweise zufällig im Urlaub kennengelernt, als er noch ein ganz junger Spieler bei Mönchengladbach war. Mehrere Wochen später saß er bei uns im Garten zum Grillen. Das wäre niemals passiert, wenn ich nicht als Sportjournalist tätig wäre. Und dafür bin ich dankbar.

bundesliga.de: Was macht für Sie den Erfolg der Bundesliga aus?

Buschmann: Das besondere der Bundesliga im internationalen Vergleich ist sicherlich die Ausgeglichenheit der Liga. In Deutschland können die Kleinen an einem guten Tag eben auch die Großen der Liga schlagen. Auch die Bayern müssen in jedem Spiel ihre Leistung abrufen, um drei Punkte zu holen.

bundesliga.de: Derzeit ist ein "Coke Zero"-Spot unter dem Titel "50 Jahre Bundesliga in einem Spielzug" ein absoluter Youtube-Renner. Der erste Teil wurde schon fast zwei Millionen Mal geklickt, der zweite Teil ist auch ein Renner. Wie kam es zu dieser Aktion?

Buschmann: Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich mit dieser wirklich großartigen Idee nichts zu tun hatte. Das hat sich eine schlaue Agentur ausgedacht. Als ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte, einen Spielzug mit Spielszenen aus 50 Jahren Bundesliga zu kommentieren, war ich zunächst skeptisch, ob man das überhaupt technisch umsetzen kann. Ich habe dann eine Rohversion des ersten Spots bekommen und war restlos begeistert. Ich habe direkt gedacht: "Das Ding geht durch die Decke!".

bundesliga.de:Wie liefen die Aufnahmen ab?

Buschmann: Die Szenen haben die Verantwortlichen für den Schnitt ausgewählt. Die Bewegungsabläufe müssen zueinander passen und das können die Video-Experten natürlich am besten beurteilen. Wir haben uns dann zu den Tonaufnahmen getroffen, aber aufgrund von Schneechaos kamen die Leute von Coke Zero und der Agentur zu spät. Da habe ich zu unserem Tontechniker gesagt: "Komm, wir nehmen schon einmal eine Version auf." Als die Verantwortlichen dann im Studio ankamen, haben wir sie mit dem kommentierten Video empfangen. Alle waren zufrieden und ich habe gesagt: "Super, dann sind wir hier ja fertig."

bundesliga.de: Wird es neben den zwei bisherigen Spots noch weitere Videos geben?

Buschmann: Ja, demnächst wird noch ein dritter Spielzug aus 50 Jahren Bundesliga veröffentlicht. Wann genau der zu sehen sein wird, weiß ich gar nicht. Wahrscheinlich in zehn Tagen bis zwei Wochen. Sie können sich auf jeden Fall schon einmal darauf freuen.

Das Gespräch führte Florian Reinecke
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