Historie
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01.07.2012 09:20:25
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2011/12: Erstens kommt es anders…
Die Spieler von Borussia Mönchengladbach konnten diese Saison den 4. Tabellenplatz feiern und holten 60 Punkte
Gladbachs-Keeper Marc Andre ter Stegen kassierte in dieser Saison lediglich 24 Gegentore und wurde von Joachim Löw für den vorläufigen EM-Kader nominiert
Trainer Lucien Favre führte die Borussia vom Relegationsrang auf Tabellenplatz 4 und damit ins internationale Geschäft
Auch in ihrer 49. Saison war die Bundesliga alles - nur nicht langweilig. Wer hätte damit gerechnet, dass Borussia Dortmund erstmals in der Vereinsgeschichte das "Double" gewinnen würde? Oder dass der FC Bayern München trotz aller Klasse am Ende in drei Wettbewerben "nur" Zweiter werden würde? Oder dass der Hamburger SV lange Zeit um den Klassenerhalt zittern würde müssen?
Großartige Geschichten - spannende, schöne, aber auch traurige - gab es auch im Jahr vor dem 50-jährigen Liga-Jubiläum zu genüge. Dabei sind die Clubs, die sonst gern mal als "graue Mäuse" beschimpft werden, keinesfalls zu kurz gekommen. Im Gegenteil: Borussia Mönchengladbach, der SC Freiburg und der FC Augsburg gehörten zu den positiven Überraschungen der Saison 2011/12.
Die sicher größte Sensation der Saison waren die Gladbacher. Sie spielten die beste Saison der Vereinsgeschichte seit 16 Jahren und beendeten die Spielzeit auf einem grandiosen 4. Platz. Die Geschichte dieses Erfolgs begann schon viele Monate zuvor.
Im Frühjahr 2011 begann die "Pflanze" Borussia langsam und zart zu blühen. Am 23. Spieltag der Saison 2010/11 saß Lucien Favre erstmals auf der Trainerbank der Gladbacher. Er führte die Elf, die als sicherer Absteiger galt, in die Relegation und schaffte dort den Klassenerhalt.
Dennoch hatte die Mannschaft in dieser Saison niemand auf der Rechnung gehabt. Schließlich gab es keine nennenswerten Neuzugänge. Doch Favre impfte den "Fohlen" seine Spielweise ein und sie galoppierten wie vom Schweizer "Jockey" gewünscht.
Das 1:0 am 1. Spieltag beim Erzrivalen FC Bayern München war ein erster Hinweis. Was folgte war eine starke Hinrunde, an dessen Ende man plötzlich mit der Tatsache leben musste, als Bayern-Jäger zu gelten.
Das Offensiv-Quartett aus Juan Arango, Patrick Herrmann, Marco Reus und Mike Hanke zeigte Traumkombinationen und schoss Tore am Fließband. Die Defensive ließ nur 24 Gegentore zu und verbesserte damit den Vereinsrekord gleich um fünf Treffer. Erstmals seit 1995 gelangen den Gladbachern 17 Saisonsiege.
Zum Rückrundenstart feierte die Borussia erneut einen Sieg über die Bayern (3:1) und zerlegte anschließend auch noch den FC Schalke 04 (3:0). Zwar fehlte der jungen Mannschaft am Ende der lange Atem, den die "große" Konkurrenz schon allein aufgrund der Dichte des Kaders vorweisen konnte, doch den 4. Platz feierten Team und Anhänger wie einen Titel.
Auch beim SC Freiburg wurde nach dem 34. Spieltag ordentlich gefeiert. Dabei hatten sich die Fans des Sport-Clubs zum Jahreswechsel noch den guten Vorsatz geschworen, ihre Mannschaft auch in der 2. Bundesliga tatkräftig zu unterstützen.
So schlecht stand es um den SC. Abgeschlagen auf Platz 18 waren die Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Boden. Doch Fans und Verantwortliche hatten die Rechnung ohne Christian Streich gemacht.
Entgegen der "Freiburger Schule", nach welcher ein Trainer sich lange und langsam entwickeln darf, zogen die Breisgauer im Winter die Reißleine, entließen Marcus Sorg und machten dessen Assistenten Streich zum Cheftrainer.
Ein Himmelfahrtskommando dachten viele, hatte der SC doch bereits fünf Zähler Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz gehabt. Hinzu kam der Abgang von Torjäger Papiss Demba Cissé zu Newcastle United im Januar.
Doch die radikalen Maßnahmen im Winter sollten sich bezahlt machen. 27 Punkte aus 17 Spielen holte Freiburg in der Rückrunde. Den Klassenerhalt sicherte sich die Mannschaft bereits drei Spieltage vor Schluss.
Auch der FC Augsburg durfte am Saisonende über den Klassenerhalt jubeln. Der Aufsteiger wurde vor Saisonstart als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt. Und lange Zeit schienen die "Experten" Recht gehabt zu haben.
Erst am 9. Spieltag konnten die Bayern ihren ersten "Dreier" der Bundesliga-Vereinsgeschichte feiern. 1:0 siegte die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay beim FSC Mainz 05. Doch der Sieg schien das Team eher gelähmt als geweckt zu haben. Es ging weiter bergab und zwischen dem 12. und dem 15. Spieltag stand der FCA ganz unten im Keller - und das Wasser stand dem Club bis zum Hals.
Und doch gab sich Luhukays Team nie auf. Und Unentschieden gegen den FC Bayern, Meister Borussia Dortmund oder auch den FC Schalke 04 impften der Truppe das nötige Selbstvertrauen für den Schlussspurt in der Liga ein. Dazu kamen weitere Zähler gegen Gladbach (vier), Hannover 96 (zwei), den VfL Wolfsburg (sechs) und Werder Bremen (zwei).
Addiert man das zusammen, dann hat Augsburg 16 der 38 erzielten Punkte allein gegen die Mannschaften erzielt, die in der Endabrechnung in der oberen Tabellenhälfte standen. Der FCA kletterte klammheimlich aus der Gefahrenzone, wirkte von Spiel zu Spiel trotz beschränkter spielerischer Mittel souveräner und konnte mit einem torlosen Remis bereits am 33. Spieltag den Klassenerhalt feiern.
Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer. Denn gerade, als der Klassenerhalt feststand, ereilte die Augsburger die bittere Nachricht, dass Luhukay - der Mann, der den FCA erstmals in die Bundesliga geführt und dort nun auch gefestigt hat - den Verein verlassen würde. Aber was wäre die Bundesliga ohne Geschichten wie diese…
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2010er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2011/12
Saison-Rückblick 2011/12
Saison-Rückblick 2010/11
Saison-Feature 2010/11
Gladbachs Wiederauferstehung
Die sicher größte Sensation der Saison waren die Gladbacher. Sie spielten die beste Saison der Vereinsgeschichte seit 16 Jahren und beendeten die Spielzeit auf einem grandiosen 4. Platz. Die Geschichte dieses Erfolgs begann schon viele Monate zuvor.
Im Frühjahr 2011 begann die "Pflanze" Borussia langsam und zart zu blühen. Am 23. Spieltag der Saison 2010/11 saß Lucien Favre erstmals auf der Trainerbank der Gladbacher. Er führte die Elf, die als sicherer Absteiger galt, in die Relegation und schaffte dort den Klassenerhalt.
Alles begann gegen die Bayern
Dennoch hatte die Mannschaft in dieser Saison niemand auf der Rechnung gehabt. Schließlich gab es keine nennenswerten Neuzugänge. Doch Favre impfte den "Fohlen" seine Spielweise ein und sie galoppierten wie vom Schweizer "Jockey" gewünscht.
Das 1:0 am 1. Spieltag beim Erzrivalen FC Bayern München war ein erster Hinweis. Was folgte war eine starke Hinrunde, an dessen Ende man plötzlich mit der Tatsache leben musste, als Bayern-Jäger zu gelten.
Auf allen Positionen verbessert
Das Offensiv-Quartett aus Juan Arango, Patrick Herrmann, Marco Reus und Mike Hanke zeigte Traumkombinationen und schoss Tore am Fließband. Die Defensive ließ nur 24 Gegentore zu und verbesserte damit den Vereinsrekord gleich um fünf Treffer. Erstmals seit 1995 gelangen den Gladbachern 17 Saisonsiege.
Zum Rückrundenstart feierte die Borussia erneut einen Sieg über die Bayern (3:1) und zerlegte anschließend auch noch den FC Schalke 04 (3:0). Zwar fehlte der jungen Mannschaft am Ende der lange Atem, den die "große" Konkurrenz schon allein aufgrund der Dichte des Kaders vorweisen konnte, doch den 4. Platz feierten Team und Anhänger wie einen Titel.
Freiburger Heilsbringer
Auch beim SC Freiburg wurde nach dem 34. Spieltag ordentlich gefeiert. Dabei hatten sich die Fans des Sport-Clubs zum Jahreswechsel noch den guten Vorsatz geschworen, ihre Mannschaft auch in der 2. Bundesliga tatkräftig zu unterstützen.
So schlecht stand es um den SC. Abgeschlagen auf Platz 18 waren die Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Boden. Doch Fans und Verantwortliche hatten die Rechnung ohne Christian Streich gemacht.
Mit Streich die Klasse gehalten
Entgegen der "Freiburger Schule", nach welcher ein Trainer sich lange und langsam entwickeln darf, zogen die Breisgauer im Winter die Reißleine, entließen Marcus Sorg und machten dessen Assistenten Streich zum Cheftrainer.
Ein Himmelfahrtskommando dachten viele, hatte der SC doch bereits fünf Zähler Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz gehabt. Hinzu kam der Abgang von Torjäger Papiss Demba Cissé zu Newcastle United im Januar.
Doch die radikalen Maßnahmen im Winter sollten sich bezahlt machen. 27 Punkte aus 17 Spielen holte Freiburg in der Rückrunde. Den Klassenerhalt sicherte sich die Mannschaft bereits drei Spieltage vor Schluss.
Aufsteiger Augsburg ließ Kritiker verstummen
Auch der FC Augsburg durfte am Saisonende über den Klassenerhalt jubeln. Der Aufsteiger wurde vor Saisonstart als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt. Und lange Zeit schienen die "Experten" Recht gehabt zu haben.
Erst am 9. Spieltag konnten die Bayern ihren ersten "Dreier" der Bundesliga-Vereinsgeschichte feiern. 1:0 siegte die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay beim FSC Mainz 05. Doch der Sieg schien das Team eher gelähmt als geweckt zu haben. Es ging weiter bergab und zwischen dem 12. und dem 15. Spieltag stand der FCA ganz unten im Keller - und das Wasser stand dem Club bis zum Hals.
Viele Punkte gegen die "Großen"
Und doch gab sich Luhukays Team nie auf. Und Unentschieden gegen den FC Bayern, Meister Borussia Dortmund oder auch den FC Schalke 04 impften der Truppe das nötige Selbstvertrauen für den Schlussspurt in der Liga ein. Dazu kamen weitere Zähler gegen Gladbach (vier), Hannover 96 (zwei), den VfL Wolfsburg (sechs) und Werder Bremen (zwei).
Addiert man das zusammen, dann hat Augsburg 16 der 38 erzielten Punkte allein gegen die Mannschaften erzielt, die in der Endabrechnung in der oberen Tabellenhälfte standen. Der FCA kletterte klammheimlich aus der Gefahrenzone, wirkte von Spiel zu Spiel trotz beschränkter spielerischer Mittel souveräner und konnte mit einem torlosen Remis bereits am 33. Spieltag den Klassenerhalt feiern.
Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer. Denn gerade, als der Klassenerhalt feststand, ereilte die Augsburger die bittere Nachricht, dass Luhukay - der Mann, der den FCA erstmals in die Bundesliga geführt und dort nun auch gefestigt hat - den Verein verlassen würde. Aber was wäre die Bundesliga ohne Geschichten wie diese…
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2010er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2011/12
Saison-Rückblick 2011/12
Saison-Rückblick 2010/11
Saison-Feature 2010/11
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