Historie
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01.07.2011 00:09:00
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2010/11: Eine Liga steht auf dem Kopf
Andre Schürrle und Mainz 05 gehörten zu den Überraschungen der Saison
Die Saison 2010/11 fand einen würdigen Meister. Borussia Dortmund dominierte die Liga fast nach Belieben und wurde am Ende mit sieben Zählern Vorsprung auf die Konkurrenz zum vierten Mal Meister in der Bundesliga.
Doch die Spielzeit 2010/11 hatte auch ein anderes Gesicht, um nicht zu sagen sie hatte viele Gesichter. Zum einen stand die Saison für eine auf dem Kopf stehende deutsche Fußballwelt. Zum anderen stand sie für ein Trainerkarussell, das sich so schnell drehte, dass manch ein Coach schon vom Fahrgeschäft flog, ehe er überhaupt richtig Platz genommen hatte.
Viele Überraschungsteams
Natürlich gingen beide Dinge Hand in Hand. Von den oberen neun Mannschaften in der Abschlusstabelle der Saison kamen sieben ohne einen Trainerwechsel aus: Meister Dortmund, der Tabellen-Zweite Bayer Leverkusen sowie die Überraschungsteams aus Hannover, Mainz, Nürnberg, Kaiserslautern und Freiburg.
Nur der Hamburger SV (Platz 8) und der FC Bayern München (Platz 3) suchten sich im Saisonverlauf einen neuen Trainer, der die hinter den eigenen Ansprüchen hinterherlaufenden Mannschaften wieder auf Kurs bringen sollte.
Sieben der letzten Neun mit Trainerwechsel
In der unteren Hälfte der Tabelle gab es hingegen sieben Mannschaften, die mindestens ein Mal den Trainer wechselten. Allein vier Clubs wählten nach einer wenige Tage bis mehrere Wochen dauernden Interimsphase einen zweiten neuen Coach.
Der 1. FC Köln entließ erst Zvonimir Soldo (24.10.) und dann dessen Nachfolger Frank Schäfer (vom 25.10.-27.4.). Am Ende übernahm Sportdirektor Volker Finke das Ruder. Der VfB Stuttgart kam von Christian Gross (bis 13.10.) zu Jens Keller (14.10.-11.12.) zu Bruno Labbadia (ab 12.12.).
Mehrfachwechsel brachten den Klassenerhalt
Der FC Schalke 04 ging mit Felix Magath in die Saison. Am 16.3. erhielt dieser seine Papiere. Nach einer viertägigen Übergangsphase mit Seppo Eichkorn kehrte schließlich am 21. März der zweieinhalb Monate zuvor in Hoffenheim gegangene Ralf Rangnick zu den "Königsblauen" zurück.
Apropos Rückkehr: Die feierte auch Magath. In Wolfsburg. Dort heuerte er nur zwei Tage nach seiner Entlassung auf Schalke an. Zuvor hatte es der VfL mit Steve McClaren (bis 7.2.) und Pierre Littbarski (8.2.-17.3.) probiert gehabt.
Favre als Retter
Das Interessante daran: Alle vier Clubs, die zwei Mal den Trainer wechselten, konnten am Ende die Klasse halten. Auch bei Borussia Mönchengladbach brachte der Trainerwechsel etwas. Nach dem Aus von Michael Frontzeck rettete sein Nachfolger Lucien Favre die als hoffnungslos geltenden "Fohlen" vor der Schlachtbank.
Hingegen verzichtete ein Absteiger auf die üblichen Trainerentlassungen. Der FC St. Pauli kam mit Holger Stanislawski aus der 2. Bundesliga und kehrte mit ihm auch wieder dorthin zurück. Allerdings zog es den Trainer am Saisonende nach Hoffenheim. Damit war St. Pauli neben Bremen die einzige Mannschaft der unteren Tabellenhälfte, die alle 34 Spieltage mit demselben Chefcoach an der Seitenlinie auflief.
Der Absturz der "Adler"
Ganz bitter verlief die Saison für Eintracht Frankfurt. In der Hinrunde zählten die Hessen zu den vielen Sensationsteams der Saison 2010/11, lagen nur zwei Punkte hinter dem internationalen Geschäft auf Platz 7. "Warum sollen wir nicht nach oben schauen? Mit dem Abstieg haben wir nichts mehr zu tun", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen im Wintertrainingslager dem "Kicker".
Was dann folgte, war ein geradezu historischer Einbruch. Die Hessen erzielten in der Rückrunde nur sieben Tore und stellten damit den Minus-Rekord der Bundesliga ein, Tasmania Berlin war 1965/66 genau so schlecht. Nach nur einem Sieg aus den letzten 17 Spielen und acht Punkten musste die Eintracht den schweren Gang in die 2. Bundesliga antreten.
Da fiel der Blick auf die zur Winterpause noch als Mitkonkurrenten angesehenen Underdogs aus Mainz, Hannover, Kaiserslautern, Freiburg und Nürnberg umso schwerer. Denn sie alle konnten sich oben halten und genossen einen herrlichen Blick auf die sonst so "Großen" aus Bremen, Schalke, Stuttgart oder Wolfsburg.
Mainzer Festspiele
Und wer hätte auch mit solch einer Saison rechnen können? Kaiserslautern spielte ein Jahr zuvor noch zweitklassig. Freiburg machte in der Vorsaison erst am 33. Spieltag den Klassenerhalt perfekt. Hannover rettete sich ein Jahr zuvor erst am letzten Spieltag. Und Nürnberg musste gar in die Relegation, um erstklassig zu bleiben.
Einzig Mainz verbesserte sich im Vergleich zur Saison 2009/10 "nur" um vier Plätze (von 9 auf 5). Doch wer hätte Thomas Tuchel, dem Shootingstar der Trainerbranche, schon solch eine Saison mit Siegen über Stuttgart, Bremen, Wolfsburg, den HSV, Leverkusen und den FC Bayern zugetraut. Es war die erfolgreichste Saison der Mainzer Vereinsgeschichte.
Keine Frage: Die Spielzeit 2010/11 machte wieder einmal deutlich, dass in der Bundesliga einfach alles möglich ist. Und wer weiß, was die Saison 2011/12 zu bieten hat…
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2010er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2010/11
Saison-Rückblick 2010/11
Viele Überraschungsteams
Natürlich gingen beide Dinge Hand in Hand. Von den oberen neun Mannschaften in der Abschlusstabelle der Saison kamen sieben ohne einen Trainerwechsel aus: Meister Dortmund, der Tabellen-Zweite Bayer Leverkusen sowie die Überraschungsteams aus Hannover, Mainz, Nürnberg, Kaiserslautern und Freiburg.
Nur der Hamburger SV (Platz 8) und der FC Bayern München (Platz 3) suchten sich im Saisonverlauf einen neuen Trainer, der die hinter den eigenen Ansprüchen hinterherlaufenden Mannschaften wieder auf Kurs bringen sollte.
Sieben der letzten Neun mit Trainerwechsel
In der unteren Hälfte der Tabelle gab es hingegen sieben Mannschaften, die mindestens ein Mal den Trainer wechselten. Allein vier Clubs wählten nach einer wenige Tage bis mehrere Wochen dauernden Interimsphase einen zweiten neuen Coach.
Der 1. FC Köln entließ erst Zvonimir Soldo (24.10.) und dann dessen Nachfolger Frank Schäfer (vom 25.10.-27.4.). Am Ende übernahm Sportdirektor Volker Finke das Ruder. Der VfB Stuttgart kam von Christian Gross (bis 13.10.) zu Jens Keller (14.10.-11.12.) zu Bruno Labbadia (ab 12.12.).
Mehrfachwechsel brachten den Klassenerhalt
Der FC Schalke 04 ging mit Felix Magath in die Saison. Am 16.3. erhielt dieser seine Papiere. Nach einer viertägigen Übergangsphase mit Seppo Eichkorn kehrte schließlich am 21. März der zweieinhalb Monate zuvor in Hoffenheim gegangene Ralf Rangnick zu den "Königsblauen" zurück.
Apropos Rückkehr: Die feierte auch Magath. In Wolfsburg. Dort heuerte er nur zwei Tage nach seiner Entlassung auf Schalke an. Zuvor hatte es der VfL mit Steve McClaren (bis 7.2.) und Pierre Littbarski (8.2.-17.3.) probiert gehabt.
Favre als Retter
Das Interessante daran: Alle vier Clubs, die zwei Mal den Trainer wechselten, konnten am Ende die Klasse halten. Auch bei Borussia Mönchengladbach brachte der Trainerwechsel etwas. Nach dem Aus von Michael Frontzeck rettete sein Nachfolger Lucien Favre die als hoffnungslos geltenden "Fohlen" vor der Schlachtbank.
Hingegen verzichtete ein Absteiger auf die üblichen Trainerentlassungen. Der FC St. Pauli kam mit Holger Stanislawski aus der 2. Bundesliga und kehrte mit ihm auch wieder dorthin zurück. Allerdings zog es den Trainer am Saisonende nach Hoffenheim. Damit war St. Pauli neben Bremen die einzige Mannschaft der unteren Tabellenhälfte, die alle 34 Spieltage mit demselben Chefcoach an der Seitenlinie auflief.
Der Absturz der "Adler"
Ganz bitter verlief die Saison für Eintracht Frankfurt. In der Hinrunde zählten die Hessen zu den vielen Sensationsteams der Saison 2010/11, lagen nur zwei Punkte hinter dem internationalen Geschäft auf Platz 7. "Warum sollen wir nicht nach oben schauen? Mit dem Abstieg haben wir nichts mehr zu tun", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen im Wintertrainingslager dem "Kicker".
Was dann folgte, war ein geradezu historischer Einbruch. Die Hessen erzielten in der Rückrunde nur sieben Tore und stellten damit den Minus-Rekord der Bundesliga ein, Tasmania Berlin war 1965/66 genau so schlecht. Nach nur einem Sieg aus den letzten 17 Spielen und acht Punkten musste die Eintracht den schweren Gang in die 2. Bundesliga antreten.
Da fiel der Blick auf die zur Winterpause noch als Mitkonkurrenten angesehenen Underdogs aus Mainz, Hannover, Kaiserslautern, Freiburg und Nürnberg umso schwerer. Denn sie alle konnten sich oben halten und genossen einen herrlichen Blick auf die sonst so "Großen" aus Bremen, Schalke, Stuttgart oder Wolfsburg.
Mainzer Festspiele
Und wer hätte auch mit solch einer Saison rechnen können? Kaiserslautern spielte ein Jahr zuvor noch zweitklassig. Freiburg machte in der Vorsaison erst am 33. Spieltag den Klassenerhalt perfekt. Hannover rettete sich ein Jahr zuvor erst am letzten Spieltag. Und Nürnberg musste gar in die Relegation, um erstklassig zu bleiben.
Einzig Mainz verbesserte sich im Vergleich zur Saison 2009/10 "nur" um vier Plätze (von 9 auf 5). Doch wer hätte Thomas Tuchel, dem Shootingstar der Trainerbranche, schon solch eine Saison mit Siegen über Stuttgart, Bremen, Wolfsburg, den HSV, Leverkusen und den FC Bayern zugetraut. Es war die erfolgreichste Saison der Mainzer Vereinsgeschichte.
Keine Frage: Die Spielzeit 2010/11 machte wieder einmal deutlich, dass in der Bundesliga einfach alles möglich ist. Und wer weiß, was die Saison 2011/12 zu bieten hat…
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2010er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2010/11
Saison-Rückblick 2010/11
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