Historie
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01.07.2011 00:29:09
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2010/11: Schwarz-gelbe Festspiele
Borussia Dortmund bejubelte die vierte Meisterschaft der Vereinsgeschichte
Als sich Borussia Dortmund zwei Spieltage vor Saisonende die Deutsche Meisterschaft vor heimischer Kulisse sicherte, brachen alle Dämme. Zwischen die vielen Bierduschen, Freudengesänge und Jubelarien mischten sich einige Aussagen der Vereinsverantwortlichen, die deutlich machen, welchen Stellenwert die vierte Deutsche Meisterschaft des BVB genießt.
"Es war die größte Leistung in der Geschichte von Borussia Dortmund", befand Sportdirektor Michael Zorc kurz und knapp. Klare Worte des Ur-Borussen, der bei den beiden ersten Meistertiteln des Clubs selbst noch aktiv war und den dritten in seiner derzeitigen Funktion miterleben durfte. Für BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war der Titelgewinn "eine der größten Sensationen der letzten 20 Jahre".
Sprachloser Trainer
Mit diesen Aussagen standen die Dortmunder nicht allein. Die gesamte Bundesliga verneigte sich vor einer Mannschaft, die trotz ihres jugendlichen Durchschnittsalters unheimlich selbstbewusst und konstant spielte. Der BVB marschierte souverän und zuweilen dominant durch die Spielzeit 2010/11.
Trainer Jürgen Klopp war sprachlos, fand dann aber schnell die passenden Worte, die die Leistungen seiner Elf treffend beschrieben: "Was diese Mannschaft geleistet hat, ist nicht in Worte zu fassen. Wir mussten 32 Mal über uns hinauswachsen - und wir haben es getan!"
Der tiefe Fall sechs Jahre zuvor
Der Gewinn der Meisterschaft ist umso erstaunlicher, bedenkt man, wie tief der BVB nur wenige Jahre zuvor gesunken war. Sechs Jahre ist es gerade einmal her, da stand Dortmund vor einem Trümmerhaufen. Der Verein war finanziell arg angeschlagen, es drohte gar die Insolvenz. Zum Umdenken gezwungen, setzte die Borussia fortan auf junge, hungrige Spieler. Was fehlte, war ein ebenso hungriger Trainer.
Den fanden die Dortmunder Verantwortlichen keine 180 Kilometer Luftlinie entfernt. Beim 1. FSV Mainz 05 hatte ein gewisser Jürgen Klopp längst Kultstatus erhalten. Im Februar 2001 als Interimstrainer eingesetzt, eroberte er die Mainzer im Sturm und führte sie gar in die Bundesliga. Im Sommer 2008 folgten dann der tränenreiche Abschied vom FSV und der Wechsel zum BVB.
Alles neu mit Klopp
Von Anfang an war klar, Klopp und Dortmund, das passt. Die Mannschaft bekam vom Trainer den Willen und den Enthusiasmus eingeimpft, die er selbst tagtäglich zeigt. Und nach und nach kam auch die spielerische Note hinzu.
Im ersten Jahr unter Klopp beendete der BVB die Saison auf Platz 6. Erst in der Schlussminute der Saison 2008/09 entriss der Hamburger SV den Borussen einen Platz im internationalen Geschäft. Nie zuvor war ein Bundesligist mit so vielen Punkten (59) nicht international vertreten gewesen. Am Ende der Saison 2009/10 stand Platz 5 zu Buche. Die Europa League war erreicht.
Dominante Hinrunde
Zwar verwunderte es aufgrund der kontinuierlich guten Arbeit von Klopp und Co. niemanden, dass Dortmund in der Spielzeit 2010/11 um die vorderen Tabellenplätze mitspielen würde. Doch die Meisterschaft hatten den Borussen wohl nur die kühnsten Optimisten und Träumer zu getraut.
Der Saisonauftakt verlief auch alles andere als gewünscht. Am 1. Spieltag unterlag der BVB daheim mit 0:2 gegen Bayer Leverkusen. Ein Ausrutscher, wie sich herausstellen sollte. Denn die nächste Niederlage gab es erst zum Abschluss der Hinrunde (0:1 bei Eintracht Frankfurt). Dazwischen blieb Dortmund 15 Spiele in Folge ungeschlagen. Zwei Mal - zwischen dem 2. und dem 8. Spieltag sowie zwischen dem 10. und dem 16. Spieltag - gewann der BVB sieben Spiele in Serie in der ersten Saisonhälfte.
Und spätestens nachdem die Borussen auch zu Beginn der Rückrunde acht Spiele in Serie unbesiegt blieben, war der Konkurrenz klar, an diese Mannschaft war kein Rankommen mehr. Am Ende lag der BVB sieben Punkte vor Leverkusen. Die Meisterschaft sicherten sich die Schwarz-Gelben bereits am 32. Spieltag durch einen 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg.
Neue Stars
Und endlich konnten "Kloppos junge Wilde" einfach nur das sein: jung und wild. Sie alle feierten den Titelgewinn ausgelassen. Viele von ihnen reiften in dieser einen Saison zu Stars: Schnäppchen-Einkauf Shinji Kagawa. Spielmacher Nuri Sahin, der nach dem Triumph zu Real Madrid wechselte. Mario Götze, 18-Jähriger Vorlagenguru und Jungnationalspieler der Borussen. Die "alten Hasen" in der Verteidigung: Mats Hummels und Neven Subotic.
Auch "Oldie" Roman Weidenfeller, mit 30 Jahren der mit Abstand älteste Stammspieler dieser Meistermannschaft. Und dann waren da noch die Spieler, die den BVB noch aus seinen früheren Glaztagen kannten: Sebastian Kehl oder Dede.
Alle gemeinsam schafften etwas Großes, etwas völlig Überraschendes. Etwas, das noch wächst und den Dortmunder Fans noch viele erfolgreiche Jahre bescheren kann.
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2010er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2010/11
Saison-Feature 2010/11
Sprachloser Trainer
Mit diesen Aussagen standen die Dortmunder nicht allein. Die gesamte Bundesliga verneigte sich vor einer Mannschaft, die trotz ihres jugendlichen Durchschnittsalters unheimlich selbstbewusst und konstant spielte. Der BVB marschierte souverän und zuweilen dominant durch die Spielzeit 2010/11.
Trainer Jürgen Klopp war sprachlos, fand dann aber schnell die passenden Worte, die die Leistungen seiner Elf treffend beschrieben: "Was diese Mannschaft geleistet hat, ist nicht in Worte zu fassen. Wir mussten 32 Mal über uns hinauswachsen - und wir haben es getan!"
Der tiefe Fall sechs Jahre zuvor
Der Gewinn der Meisterschaft ist umso erstaunlicher, bedenkt man, wie tief der BVB nur wenige Jahre zuvor gesunken war. Sechs Jahre ist es gerade einmal her, da stand Dortmund vor einem Trümmerhaufen. Der Verein war finanziell arg angeschlagen, es drohte gar die Insolvenz. Zum Umdenken gezwungen, setzte die Borussia fortan auf junge, hungrige Spieler. Was fehlte, war ein ebenso hungriger Trainer.
Den fanden die Dortmunder Verantwortlichen keine 180 Kilometer Luftlinie entfernt. Beim 1. FSV Mainz 05 hatte ein gewisser Jürgen Klopp längst Kultstatus erhalten. Im Februar 2001 als Interimstrainer eingesetzt, eroberte er die Mainzer im Sturm und führte sie gar in die Bundesliga. Im Sommer 2008 folgten dann der tränenreiche Abschied vom FSV und der Wechsel zum BVB.
Alles neu mit Klopp
Von Anfang an war klar, Klopp und Dortmund, das passt. Die Mannschaft bekam vom Trainer den Willen und den Enthusiasmus eingeimpft, die er selbst tagtäglich zeigt. Und nach und nach kam auch die spielerische Note hinzu.
Im ersten Jahr unter Klopp beendete der BVB die Saison auf Platz 6. Erst in der Schlussminute der Saison 2008/09 entriss der Hamburger SV den Borussen einen Platz im internationalen Geschäft. Nie zuvor war ein Bundesligist mit so vielen Punkten (59) nicht international vertreten gewesen. Am Ende der Saison 2009/10 stand Platz 5 zu Buche. Die Europa League war erreicht.
Dominante Hinrunde
Zwar verwunderte es aufgrund der kontinuierlich guten Arbeit von Klopp und Co. niemanden, dass Dortmund in der Spielzeit 2010/11 um die vorderen Tabellenplätze mitspielen würde. Doch die Meisterschaft hatten den Borussen wohl nur die kühnsten Optimisten und Träumer zu getraut.
Der Saisonauftakt verlief auch alles andere als gewünscht. Am 1. Spieltag unterlag der BVB daheim mit 0:2 gegen Bayer Leverkusen. Ein Ausrutscher, wie sich herausstellen sollte. Denn die nächste Niederlage gab es erst zum Abschluss der Hinrunde (0:1 bei Eintracht Frankfurt). Dazwischen blieb Dortmund 15 Spiele in Folge ungeschlagen. Zwei Mal - zwischen dem 2. und dem 8. Spieltag sowie zwischen dem 10. und dem 16. Spieltag - gewann der BVB sieben Spiele in Serie in der ersten Saisonhälfte.
Und spätestens nachdem die Borussen auch zu Beginn der Rückrunde acht Spiele in Serie unbesiegt blieben, war der Konkurrenz klar, an diese Mannschaft war kein Rankommen mehr. Am Ende lag der BVB sieben Punkte vor Leverkusen. Die Meisterschaft sicherten sich die Schwarz-Gelben bereits am 32. Spieltag durch einen 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg.
Neue Stars
Und endlich konnten "Kloppos junge Wilde" einfach nur das sein: jung und wild. Sie alle feierten den Titelgewinn ausgelassen. Viele von ihnen reiften in dieser einen Saison zu Stars: Schnäppchen-Einkauf Shinji Kagawa. Spielmacher Nuri Sahin, der nach dem Triumph zu Real Madrid wechselte. Mario Götze, 18-Jähriger Vorlagenguru und Jungnationalspieler der Borussen. Die "alten Hasen" in der Verteidigung: Mats Hummels und Neven Subotic.
Auch "Oldie" Roman Weidenfeller, mit 30 Jahren der mit Abstand älteste Stammspieler dieser Meistermannschaft. Und dann waren da noch die Spieler, die den BVB noch aus seinen früheren Glaztagen kannten: Sebastian Kehl oder Dede.
Alle gemeinsam schafften etwas Großes, etwas völlig Überraschendes. Etwas, das noch wächst und den Dortmunder Fans noch viele erfolgreiche Jahre bescheren kann.
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2010er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2010/11
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