Historie
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29.07.2009 22:44:59
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2008/09: Das Dauer-Derby im hohen Norden

Auf wiedersehen, Diego: Nach drei Jahren bei Werder verabschiedete sich der Brasilianer in Richtung Turin
Vier Spiele innerhalb von 19 Tagen sind für den Fußball-Profi von heute nicht unbedingt etwas Besonderes - gerade die Top-Clubs müssen nicht selten mehrfach hintereinander in "Englischen Wochen" an ihre Leistungsgrenze gehen. Vier Partien gegen ein und denselben Gegner sind da schon eher ungewöhnlich. Wenn dieser Gegner dann auch noch der Erzrivale ist, dann kann wohl von einem einmaligen Erlebnis gesprochen werden.


So geschehen in der Saison 2008/09. Werder Bremen und der Hamburger SV sollten sich innerhalb kürzester Zeit vier Mal gegenüber stehen: am 22. April im DFB-Pokal-Halbfinale, am 30. April sowie 7. Mai in der Vorschlussrunde des UEFA-Cup und am 10. Mai im Bundesliga-Rückspiel.

Matchwinner Wiese

In beiden Hansestädten brach schon Wochen vor der ersten Begegnung das Derby-Fieber aus. Und die Vorfreude sollte nicht umsonst gewesen sein. Gleich zum Auftakt wurden die Nerven der Fans bis zum Zerreißen gespannt. In der Hamburger HSH Nordbank-Arena hieß es nach 90 Minuten 1:1, die Verlängerung sollte keinen Sieger bringen und so musste das Elfmeterschießen entscheiden. Bremens Tim Wiese war dabei der Matchwinner mit drei gehaltenen Elfmetern und sicherte seinem Team das Ticket zum Endspiel in Berlin.

Im UEFA-Pokal ging es ebenfalls um den Einzug ins Finale. Die Hamburger hatten im Hinspiel im Bremer Weser-Stadion eine gehörige Portion Wut im Bauch. Mit 1:0 schufen sich die "Rothosen" eine gute Ausgangsposition.

Pech für Gravgaard

Im Rückspiel sollte dann eine Papierkugel für die Entscheidung sorgen. Beim Stande von 2:1 für die Gäste aus Bremen wollte der Däne Michael Gravgaard einen Ball zu Torwart Frank Rost zurückspielen. Das Leder wurde durch die Papierkugel abgelenkt und der Hamburger Innenverteidiger schob den Ball unglücklich ins Toraus.

Die folgende Ecke brachte die 3:1-Vorentscheidung für Werder. Der HSV konnte nur noch aus 2:3 verkürzen. "Grün-Weiß" jubelte zum zweiten Mal über den Einzug ins Finale.

Doch nicht allen war nach diesem Erfolg zum Feiern zu Mute. Spielmacher Diego, dessen Abgang aus Bremen zum Saisonende schon länger feststand, sah die zweite Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und war somit fürs Finale in Istanbul gesperrt.

Titelträume ade

Auch zum Abschluss des Vierkampfes der beiden Erzrivalen war Diego verletzungsbedingt nicht dabei. Aber auch ohne den Brasilianer schlugen die "Grün-Weißen" noch einmal zu.

Mit 2:0 hatte der HSV in der Bundesliga erneut das Nachsehen. Nach den verpassten Endspielen im UEFA-Cup und DFB-Pokal mussten die Hamburger damit auch die Träume auf den Gewinn der Meisterschaft endgültig begraben.

Happy-End für HSV und Werder

In einem Herzschlagfinale durften sich die "Rothosen" wenigsten noch über die Qualifikation zur neu geschaffenen Europa League freuen.

Für Werder Bremen endete die Saison sogar mit einem Pokalgewinn. Während das Team um Trainer Thomas Schaaf im UEFA-Cup gegen Donezk klar unterlegen war, sorgte das "Goldene Tor" von Mesut Özil für den Triumph im Endspiel in Berlin gegen Bayer Leverkusen. Für Diego endete sein dreijähriges Gastspiel bei Werder dadurch auch noch mit einem Titel.

Hier finden Sie weitere Legenden und Geschichten zu den Spielzeiten der 2000er Jahre:

Tabelle und Spieltage der Saison 2008/09

2000/01: "Breisgau-Brasilianer" qualifizieren sich für UEFA-Cup

2001/02: Effenberg - Eine Reizfigur verabschiedet sich

2002/03: 40 Jahre Bundesliga - Hambuger SV immer dabei

2003/04: Meyer sorgt doch noch für ein Happy End

2004/05: Das "Phantom" ballert weiter

2005/06: BVB setzt auf "Jugend-Stil"

2006/07: "Scholli" sagt leise Servus

2007/08: "Märchenhafter Abschied" für Hitzfeld und Kahn

Die 2000er Jahre: DFL, Samba und immer wieder Bayern

Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick