Historie
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29.07.2009 20:06:22
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2008/09: "Wölfe" erbeuten Schale mit historischem Sturmlauf
Edin Dzeko (l.) und Grafite schossen Wolfsburg mit insgesamt 54 Toren zum Titel
Als die Experten in der Winterpause der Saison 2008/09 über den möglichen Ausgang der laufenden Saison diskutierten, gab es eigentlich nur zwei Themen: Kann Sensationsaufsteiger 1899 Hoffenheim am Ende sogar die Meisterschale gen Himmel recken? Und wann erobert der FC Bayern endlich zum ersten Mal in dieser Spielzeit die Tabellenspitze?
Vom VfL Wolfsburg war keine Rede. Warum auch. Die Niedersachsen standen zum Bundesliga-Bergfest auf einem durchwachsenen 9. Platz. Sieben Siege und jeweils fünf Niederlagen und Unentschieden standen für die Mannschaft von Felix Magath zu Buche.
Komplett neue Mannschaft
Doch während der Ausflug der "Wölfe" in den internationalen Wettbewerb nach dem überraschenden 5. Rang der Vorsaison schon als Eintagsfliege abgestempelt wurde, formte der Trainer, der schon den FC Bayern zwei Mal zum "Double" geführt hatte, unbeirrbar an seiner Erfolgsformel.
Letzte Einkäufe wurden im "Winterschlussverkauf" getätigt. Beinahe den kompletten Kader hatte er seit Amtsantritt im Sommer 2007 ausgetauscht, sich genau die Spieler in die Autometropole geholt, die seiner Meinung nach den VfL nach vorn bringen würden.
"Unter Magath haben viele Spieler einen großen Schritt nach vorne gemacht", weiß auch Zvjezdan Misimovic, Top-Vorbereiter der Liga. "Er hat das Unmögliche möglich gemacht. Dass er einen großen Anteil am Titel hat, kann man nicht abstreiten."
Historisches Duo
Magaths Konzept ging auf. Nach einem Remis beim 1. FC Köln zum Auftakt der Rückrunde starteten die Wolfsburger zu einer historischen Aufholjagd. Zehn Siege in Folge feierte der VfL. Sieben Mal kassierte der Club während dieser Serie maximal ein Gegentor. Doch noch viel beeindruckender war die Offensivabteilung der "Wölfe".
Grafite und Edin Dzeko schossen sich in der Rückrunde in die Geschichtsbücher der Bundesliga. Mit zusammengerechnet 54 Treffern stellten sie einen neuen Rekord für das erfolgreichste Sturmduo der Liga auf und überflügelten damit die legendären Gerd Müller und Uli Hoeneß.
Mit insgesamt 28 Treffern durfte sich Grafite am Saisonende die Torjägerkrone aufsetzen. Dzeko traf unglaubliche 21 Mal in der zweiten Saisonhälfte. Allein zehn Mal war er an den letzten fünf Spieltagen erfolgreich und kam am Ende auf 26 Tore.
Meisterprüfung gegen Bayern
Ein Ausrufezeichen setzten die Wolfsburger am 26. Spieltag. Mit 5:1 fertigte Magaths Elf dessen ehemaligen Arbeitgeber FC Bayern ab. Dabei wurden die Münchener regelrecht vorgeführt - nicht nur bei Grafites traumhaftem Slalomlauf durch die Bayern-Abwehr. Wolfsburg kletterte nach diesem Triumph erstmals an die Tabellenspitze und galt plötzlich als Titelfavorit.
Selbst Rückschläge steckten die "Wölfe" professionell und meist mit vielen Toren weg. Die Siegesserie endete ausgerechnet beim späteren Absteiger Energie Cottbus am 29. Spieltag. Zwei Runden später standen die eigenen genialen Stürmer im Schatten eines anderen Goalgetters: vier Tore von Mario Gomez musste der VfL im Duell mit Stuttgart hinnehmen.
Trainerwechsel als Motivation
Plötzlich waren die mittlerweile punktgleichen Bayern den Niedersachsen ganz nah auf den Leib gerückt. Doch die größte Herausforderung wartete noch auf Wolfsburg. Kurz vor Saisonende platzte die Bombe: Felix Magath würde den Verein im Sommer in Richtung Schalke verlassen. "Ich bin froh, dass die Entscheidung raus ist", sagte der Trainer selbst.
Die Antwort auf die Frage, ob die im Titelkampf so unerfahrene Mannschaft der "Wölfe" mit dieser Tatsache umgehen könne, beantworteten Grafite, Dzeko und Co. auf dem Rasen.
"Es war eine neue Situation für uns ganz oben zu stehen und diesem Druck standhalten zu müssen", erinnert sich Misimovic. "Aber wir haben nur nach vorne geschaut und die letzten Spiele souverän gewonnen." Mit drei Siegen und 13:1-Toren beschloss der VfL die Saison und feierte den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Sebastian Stolz
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2000er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2008/09
2000/01: Der "Meister der Herzen"
2001/02: "Der Fußball-Gott ist kein Leverkusener"
2002/03: "Mit zwei blauen Augen davongekommen"
2003/04: Titelgewinn in der "Höhle des Löwen"
2004/05: Ein meisterlicher Endspurt
2005/06: Zwei Krimis zum Abschluss
2006/07: Triumph der "jungen Wilden"
2007/08: Mit "König Franck" zurück an die Spitze
Die 2000er Jahre: DFL, Samba und immer wieder Bayern
Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick
Komplett neue Mannschaft
Doch während der Ausflug der "Wölfe" in den internationalen Wettbewerb nach dem überraschenden 5. Rang der Vorsaison schon als Eintagsfliege abgestempelt wurde, formte der Trainer, der schon den FC Bayern zwei Mal zum "Double" geführt hatte, unbeirrbar an seiner Erfolgsformel.
Letzte Einkäufe wurden im "Winterschlussverkauf" getätigt. Beinahe den kompletten Kader hatte er seit Amtsantritt im Sommer 2007 ausgetauscht, sich genau die Spieler in die Autometropole geholt, die seiner Meinung nach den VfL nach vorn bringen würden.
"Unter Magath haben viele Spieler einen großen Schritt nach vorne gemacht", weiß auch Zvjezdan Misimovic, Top-Vorbereiter der Liga. "Er hat das Unmögliche möglich gemacht. Dass er einen großen Anteil am Titel hat, kann man nicht abstreiten."
Historisches Duo
Magaths Konzept ging auf. Nach einem Remis beim 1. FC Köln zum Auftakt der Rückrunde starteten die Wolfsburger zu einer historischen Aufholjagd. Zehn Siege in Folge feierte der VfL. Sieben Mal kassierte der Club während dieser Serie maximal ein Gegentor. Doch noch viel beeindruckender war die Offensivabteilung der "Wölfe".
Grafite und Edin Dzeko schossen sich in der Rückrunde in die Geschichtsbücher der Bundesliga. Mit zusammengerechnet 54 Treffern stellten sie einen neuen Rekord für das erfolgreichste Sturmduo der Liga auf und überflügelten damit die legendären Gerd Müller und Uli Hoeneß.
Mit insgesamt 28 Treffern durfte sich Grafite am Saisonende die Torjägerkrone aufsetzen. Dzeko traf unglaubliche 21 Mal in der zweiten Saisonhälfte. Allein zehn Mal war er an den letzten fünf Spieltagen erfolgreich und kam am Ende auf 26 Tore.
Meisterprüfung gegen Bayern
Ein Ausrufezeichen setzten die Wolfsburger am 26. Spieltag. Mit 5:1 fertigte Magaths Elf dessen ehemaligen Arbeitgeber FC Bayern ab. Dabei wurden die Münchener regelrecht vorgeführt - nicht nur bei Grafites traumhaftem Slalomlauf durch die Bayern-Abwehr. Wolfsburg kletterte nach diesem Triumph erstmals an die Tabellenspitze und galt plötzlich als Titelfavorit.
Selbst Rückschläge steckten die "Wölfe" professionell und meist mit vielen Toren weg. Die Siegesserie endete ausgerechnet beim späteren Absteiger Energie Cottbus am 29. Spieltag. Zwei Runden später standen die eigenen genialen Stürmer im Schatten eines anderen Goalgetters: vier Tore von Mario Gomez musste der VfL im Duell mit Stuttgart hinnehmen.
Trainerwechsel als Motivation
Plötzlich waren die mittlerweile punktgleichen Bayern den Niedersachsen ganz nah auf den Leib gerückt. Doch die größte Herausforderung wartete noch auf Wolfsburg. Kurz vor Saisonende platzte die Bombe: Felix Magath würde den Verein im Sommer in Richtung Schalke verlassen. "Ich bin froh, dass die Entscheidung raus ist", sagte der Trainer selbst.
Die Antwort auf die Frage, ob die im Titelkampf so unerfahrene Mannschaft der "Wölfe" mit dieser Tatsache umgehen könne, beantworteten Grafite, Dzeko und Co. auf dem Rasen.
"Es war eine neue Situation für uns ganz oben zu stehen und diesem Druck standhalten zu müssen", erinnert sich Misimovic. "Aber wir haben nur nach vorne geschaut und die letzten Spiele souverän gewonnen." Mit drei Siegen und 13:1-Toren beschloss der VfL die Saison und feierte den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Sebastian Stolz
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2000er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2008/09
2000/01: Der "Meister der Herzen"
2001/02: "Der Fußball-Gott ist kein Leverkusener"
2002/03: "Mit zwei blauen Augen davongekommen"
2003/04: Titelgewinn in der "Höhle des Löwen"
2004/05: Ein meisterlicher Endspurt
2005/06: Zwei Krimis zum Abschluss
2006/07: Triumph der "jungen Wilden"
2007/08: Mit "König Franck" zurück an die Spitze
Die 2000er Jahre: DFL, Samba und immer wieder Bayern
Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick
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