Historie
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26.05.2009 10:28:44
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Jedes Tor ein Stück Geschichte

Uli Hoeneß (l.) und Gerd Müller kamen zwei Mal auf insgesamt 53 Treffer
Erstmals in seiner Vereinsgeschichte hat der VfL Wolfsburg die Deutsche Meisterschaft gewonnen und die Schale in die niedersächsische Metropole geholt. Der Titelgewinn trägt zweifelsohne die Handschrift von Felix Magath.


Doch was wären der VfL und sein Trainer ohne die beiden Superstürmer der Bundesliga: Grafite und Edin Dzeko erzielten in der Saison 2008/09 Tore am Fließband. Gemeinsam trafen sie 54 Mal - ein neuer Bundesliga-Rekord. bundesliga.de hat den Erfolg des "Wolfsduos" genauer unter die Lupe genommen.

Müller und Hoeneß überholt

Mit 28 Treffern sicherte sich Grafite die Torjägerkanone der Bundesliga. Sein eigener Freund und Teamkamerad Dzeko folgte ihm allerdings Schritt auf Schritt und beendete die Spielzeit mit 26 Toren. Nie zuvor in der Bundesliga-Geschichte stellte ein Club zwei Spieler mit jeweils mehr als 20 Treffern.

In der ewigen Bestenliste der stärksten Torjägerduos der Bundesliga-Historie haben Grafite und Dzeko am letzten Spieltag der Saison das legendäre Sturmduo des FC Bayern München der 70er Jahre hinter sich gelassen. Denn gleich zwei Mal kamen Gerd Müller und Uli Hoeneß auf insgesamt 53 Tore. Dieses Kunststück gelang den beiden Bayern-Angreifern 1971/72 und 1972/73.

Während Grafite und Dzeko beim Tore schießen Hand in Hand gingen, war beim Duo Müller/Hoeneß der "Bomber der Nation" der tonangebende Spieler. 1971/72 setzte er den noch immer bestehenden Rekord von 40 Treffern (Hoeneß traf 13 Mal). Im Jahr darauf war Müller 36 Mal erfolgreich (Hoeneß traf 17 Mal).

Tore garantieren keine Titel

Dzeko jagte zudem noch einen weiteren Rekord: Der Treffer zum 5:1-Endstand im Saisonfinale gegen Werder Bremen war das 21. Tor des Bosniers in der Rückrunde. Nur Gerd Müller (23 Tore) traf in einer Bundesliga-Rückrunde öfter. Allein an den letzten fünf Spieltagen der Saison traf Dzeko zehn Mal.

Viele Tore eines Sturmduos sichern dem Club derselbigen eine große Chance auf den Gewinn der Meisterschaft. Grafite und Dzeko und ihre "Wölfe" sind dafür das jüngste Beispiel. Auch Müller und Hoeneß führten den FC Bayern in ihren beiden angriffslustigsten Spielzeiten zum Titel. Dennoch konnten drei der zwölf torgefährlichsten Duos der Bundesliga-Geschichte am Saisonende nicht die Schale in den Händen halten.

1976/77 wurden nicht die Kölner mit Dieter Müller (34 Tore) und Roger van Gool (zehn Tore), sondern Borussia Mönchengladbach Deutscher Meister. 1969/70 schafften es nicht die Bayern mit Gerd Müller (38) und Dieter Brenninger (elf Tore), sondern ebenfalls die "Fohlen". In der Debütsaison der Bundesliga 1963/64 feierte nicht das Duo Uwe Seeler (30)/Bernd Dörfel (15) mit dem HSV die Meisterschaft, sondern der 1. FC Köln.

Top-Torjäger gefährlicher als früher

Zudem bleibt festzuhalten, dass der beste Torjäger einer Saison keine Garantie für den Gewinn der Meisterschaft ist. Erst 16 Mal hatte der Deutsche Meister auch den Torschützenkönig einer Saison in seinen Reihen. So auch in den vergangenen beiden Spielzeiten (Luca Toni und der FC Bayern, Grafite und der VfL Wolfsburg).

Auffällig ist noch die Anzahl der Tore, die ein Torschützenkönig erzielt hat. Nimmt man die gerade beendete Saison 2008/09 dazu, traf der beste Goalgetter der Saison in den vergangenen acht Spielzeiten immer mindestens 20 Mal - und fünf Mal davon sogar mindestens 24 Mal.

Davor gab es zwischen den Spielzeiten 1987/88 und 2001/02 gerade einmal elf Jahre, in denen die 20-Tore-Marke vom besten Schützen der Bundesliga geknackt wurde. 24 oder mehr Tore schoss in diesen 15 Spielzeiten kein einziger Spieler.

Sebastian Stolz

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