Historie
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30.04.2010 09:41:07
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"Die Enttäuschung war so groß - unbeschreiblich"
In diesem Moment war Schalke 04 Deutscher Meister 2001: Der Hamburger SV führte 1:0 gegen den FC Bayern
Die Geschichte der Bundesliga ist reich an kleineren und größeren sportlichen Dramen. In den letzten Minuten der Saison 2000/01 spielte sich parallel an zwei Orten eines der bewegendsten ab: in Gelsenkirchen und in Hamburg. Andreas Möller und Carsten Jancker waren an diesem heißen 19. Mai 2001 direkt beteiligt. bundesliga.de erzählt die Geschichte des Gewinners und des Verlierers.
Der FC Schalke 04 und Andreas Möller haben vor Anpfiff des 34. Spieltags den großen Nachteil, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Und das ausgerechnet erst seit dem 33. Spieltag, an dem Schalke die Tabellenspitze in den letzten Sekunden an die Bayern verlor.
Während die Schalker durch ein Tor von Krassimir Balakov in der 90. Minute 0:1 in Stuttgart verlieren, schießt Alexander Zickler zeitgleich das 2:1-Siegtor für Bayern gegen Kaiserslautern.
62 Punkte für den FC Bayern, 59 für den FC Schalke weist die Tabelle vor dem Saisonfinale aus. Meister kann der S04 nur noch werden, wenn das Heimspiel gegen Unterhaching gewonnen wird und Bayern in Hamburg verliert.
Harte Arbeit gegen Haching
Das Spiel in Hamburg wird lange zur Nebensache, denn die Schalker haben mit Haching genug zu tun. 2:0 und 3:2 führt Unterhaching zwischenzeitlich im Parkstadion, erst Ebbe Sands Treffer zum 5:3-Endstand sichert in der 89. Minute endgültig den Sieg.
"In den letzten Minuten war im Stadion eine unglaubliche Stimmung. Wir hatten den Sieg in der Tasche und dann steht plötzlich auf der Anzeigetafel, dass Hamburg 1:0 gegen Bayern führt - das war unglaublich. Das war nur noch Jubel", erzählt Möller.
Schalker Fans feiern den Titel
Sekunden später pfeift Schiedsrichter Hartmut Strampe in Gelsenkirchen ab, die Sicherheitstore vor den Fankurven werden geöffnet und tausende Schalker Fans stürmen auf den Rasen - mit der Gewissheit, die achte Deutsche Meisterschaft gewonnen zu haben.
"Uns Spielern wurde um den Hals gefallen und gratuliert, wir sind dann vor dem Ansturm der Fans erst mal mit der Rolltreppe in die Umkleidekabine gefahren. Erst da wurde uns mitgeteilt, dass das Spiel in Hamburg noch läuft", denkt Möller an die Sekunden, bevor eine Schalker Fußballwelt zusammenbrechen sollte.
"Wir sind dann mit acht, neun Mann in den Trainerraum gegangen. Da lief das Spiel auf Premiere und oben rechts stand die 95 (die Spielzeit in Hamburg; d. Red.). Es gab gar keinen Grund so lange nachzuspielen, es waren außerdem die Bayern, die vorher immer auf Zeit gespielt haben."
"Wir hätten es verdient gehabt"
Im Parkstadion flimmern plötzlich ebenfalls die Live-Bilder aus Hamburg über die Anzeigetafel, und das Tor von Patrik Andersson beendet die Schalker Meisterfeier auf die brutalst mögliche Weise. "Die Enttäuschung war so groß, das ist unbeschreiblich. Wir hätten es verdient gehabt, wir haben alles aus der Saison rausgeholt, das war so viel Pech", sagt Möller.
Auf der Meister-Rechnung hatte die Schalker vor der Saison keiner, hatte die Mannschaft von Trainer Huub Stevens die vorherige Spielzeit doch auf Platz 13 abgeschlossen. "Wir hatten eine erfolgsorientierte Mannschaft mit erfahrenen Spielern wie Ebbe Sand, Olaf Thon oder Jiri Nemec und junge Wilde wie Emile Mpenza und Gerald Asamoah. Dazu die beiden Polen Waldoch und Hajto in ihrer Blütezeit. Das waren alles starke Charaktere", lobt Möller, der selbst zur Saison 2000/01 von Borussia Dortmund zu Schalke gewechselt war.
Einen Titel holten sich die Schalker aber noch. Eine Woche nach dem bitteren Bundesliga-Ende schlug Schalke im DFB-Pokalfinale den Außenseiter Union Berlin mit 2:0. Für Möller ein letztlich schwacher Trost: "Wir hätten schon gerne die Schale geholt."
Stefan Kusche
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 2000er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 2006/07
2000/01: Der "Meister der Herzen"
2001/02: "Der Fußball-Gott ist kein Leverkusener"
2002/03: "Mit zwei blauen Augen davongekommen"
2003/04: Titelgewinn in der "Höhle des Löwen"
2004/05: Ein meisterlicher Endspurt
2005/06: Zwei Krimis zum Abschluss
2007/08: Mit "König Franck" zurück an die Spitze
Die 2000er Jahre: DFL, Samba und immer wieder Bayern
Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick
Während die Schalker durch ein Tor von Krassimir Balakov in der 90. Minute 0:1 in Stuttgart verlieren, schießt Alexander Zickler zeitgleich das 2:1-Siegtor für Bayern gegen Kaiserslautern.
62 Punkte für den FC Bayern, 59 für den FC Schalke weist die Tabelle vor dem Saisonfinale aus. Meister kann der S04 nur noch werden, wenn das Heimspiel gegen Unterhaching gewonnen wird und Bayern in Hamburg verliert.
Harte Arbeit gegen Haching
Das Spiel in Hamburg wird lange zur Nebensache, denn die Schalker haben mit Haching genug zu tun. 2:0 und 3:2 führt Unterhaching zwischenzeitlich im Parkstadion, erst Ebbe Sands Treffer zum 5:3-Endstand sichert in der 89. Minute endgültig den Sieg.
"In den letzten Minuten war im Stadion eine unglaubliche Stimmung. Wir hatten den Sieg in der Tasche und dann steht plötzlich auf der Anzeigetafel, dass Hamburg 1:0 gegen Bayern führt - das war unglaublich. Das war nur noch Jubel", erzählt Möller.
Schalker Fans feiern den Titel
Sekunden später pfeift Schiedsrichter Hartmut Strampe in Gelsenkirchen ab, die Sicherheitstore vor den Fankurven werden geöffnet und tausende Schalker Fans stürmen auf den Rasen - mit der Gewissheit, die achte Deutsche Meisterschaft gewonnen zu haben.
"Uns Spielern wurde um den Hals gefallen und gratuliert, wir sind dann vor dem Ansturm der Fans erst mal mit der Rolltreppe in die Umkleidekabine gefahren. Erst da wurde uns mitgeteilt, dass das Spiel in Hamburg noch läuft", denkt Möller an die Sekunden, bevor eine Schalker Fußballwelt zusammenbrechen sollte.
"Wir sind dann mit acht, neun Mann in den Trainerraum gegangen. Da lief das Spiel auf Premiere und oben rechts stand die 95 (die Spielzeit in Hamburg; d. Red.). Es gab gar keinen Grund so lange nachzuspielen, es waren außerdem die Bayern, die vorher immer auf Zeit gespielt haben."
"Wir hätten es verdient gehabt"
Im Parkstadion flimmern plötzlich ebenfalls die Live-Bilder aus Hamburg über die Anzeigetafel, und das Tor von Patrik Andersson beendet die Schalker Meisterfeier auf die brutalst mögliche Weise. "Die Enttäuschung war so groß, das ist unbeschreiblich. Wir hätten es verdient gehabt, wir haben alles aus der Saison rausgeholt, das war so viel Pech", sagt Möller.
Auf der Meister-Rechnung hatte die Schalker vor der Saison keiner, hatte die Mannschaft von Trainer Huub Stevens die vorherige Spielzeit doch auf Platz 13 abgeschlossen. "Wir hatten eine erfolgsorientierte Mannschaft mit erfahrenen Spielern wie Ebbe Sand, Olaf Thon oder Jiri Nemec und junge Wilde wie Emile Mpenza und Gerald Asamoah. Dazu die beiden Polen Waldoch und Hajto in ihrer Blütezeit. Das waren alles starke Charaktere", lobt Möller, der selbst zur Saison 2000/01 von Borussia Dortmund zu Schalke gewechselt war.
Einen Titel holten sich die Schalker aber noch. Eine Woche nach dem bitteren Bundesliga-Ende schlug Schalke im DFB-Pokalfinale den Außenseiter Union Berlin mit 2:0. Für Möller ein letztlich schwacher Trost: "Wir hätten schon gerne die Schale geholt."
Stefan Kusche
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Tabelle und Spieltage der Saison 2006/07
2000/01: Der "Meister der Herzen"
2001/02: "Der Fußball-Gott ist kein Leverkusener"
2002/03: "Mit zwei blauen Augen davongekommen"
2003/04: Titelgewinn in der "Höhle des Löwen"
2004/05: Ein meisterlicher Endspurt
2005/06: Zwei Krimis zum Abschluss
2007/08: Mit "König Franck" zurück an die Spitze
Die 2000er Jahre: DFL, Samba und immer wieder Bayern
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