Historie
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21.01.2009 15:08:55
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Die 2000er : DFL, Samba und immer wieder Bayern

Ailton führte Bremen 2004 zur Meisterschaft - er steht für viele erfolgreiche Brasilianer in der Bundesliga
Das neue Jahrtausend brachte eine grundlegende Änderung in der Bundesliga mit sich. Am 18. Dezember 2000 wurde der Ligaverband in Frankfurt am Main gegründet. Damit fanden nach fast 39 Jahren die Bundesliga und 2. Bundesliga den Weg in die Eigenständigkeit. Dem eingetragenen Verein gehören alle aktuellen Mitglieder der Bundesliga und 2. Bundesliga als gleichberechtigte Partner an. Im Mai 2001 erfolgte dann die Gründung der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, die eine hundertprozentige Tochter des Ligaverbandes ist und für die operativen Aufgaben Spielbetrieb, Lizenzierung und Vermarktung verantwortlich zeichnet.


Die erste Spielzeit im neuen Jahrtausend hätte dramatischer nicht verlaufen können. Mit drei Punkten Vorsprung auf den FC Schalke 04 ging der FC Bayern München in den letzten Spieltag. 2:0 und 3:2 führte die SpVgg Unterhaching bereits in Gelsenkirchen. Doch ein "Doppelpack" von Jörg Böhme (72. und 73. Minute) brachte die "Königsblauen" auf die Siegerstraße (5:3-Endstand). In Hamburg lagen die Bayern durch ein Tor von Sergej Barbarez in der 89. Minute 0:1 hinten. Auf Schalke feierte man nach dem Abpfiff schon die Meisterschaft. Doch in Hamburg wurde noch gespielt. Quasi mit dem Schlusspfiff hämmerte Patrik Andersson den Ball nach einem Freistoß im Sechzehner des HSV in die Maschen. Ganz München jagte den Schweden über den Platz, Oliver Kahn erwürgte vor Freude die Eckfahne und Schalke ertrank im Tal der Tränen. Der Begriff "Meister der Herzen" war geprägt. Kurz darauf ließen sich die Bayern durch einen 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den FC Valencia als "Könige von Europa" - als Champions-League-Sieger - feiern.

Ein Jahr später feierte Borussia Dortmund eine Wiederauferstehung. In der Vorsaison nur um Haaresbreite dem Abstieg entronnen, gewann der BVB die Meisterschaft (2001/02). Was im Vorjahr der FC Schalke, war in jener Saison Bayer Leverkusen. Die Werkself wurde nicht nur Vizemeister, sie scheiterte zudem im Finale des DFB-Pokals am FC Schalke und unterlag Real Madrid im Endspiel der Champions League. In der nächsten Saison erreichte Dortmund das Endspiel im UEFA-Pokal. Seither schafften es drei weitere Teams immerhin in die Vorschlussrunde dieses Wettbewerbs.

2002/03 ging es ausnahmsweise einmal nicht ganz so spannend zu an der Tabellenspitze. Mit 16 Zählern Vorsprung auf den VfB Stuttgart feierte der FC Bayern einen weiteren Meistertitel. Rund drei Monate später eröffnete der Rekordmeister mit einem Spiel gegen "Bundesliga-Dino" Hamburger SV die 40. Bundesliga-Saison. Zum Jubiläum durfte sich aber ein anderer Verein mit dem Meistertitel krönen: Werder Bremen.

Einen großen Anteil am Gewinn der "Salatschüssel" hatte der Brasilianer Ailton. Mit 28 Treffern wurde Bremens Angreifer Torschützenkönig und am Jahresende als erster ausländischer Spieler zum "Fußballer des Jahres" in Deutschland gewählt. Der kleine Stürmer stand stellvertretend für einen Ausländerboom in der Bundesliga. Vor allem Brasilianer fanden Gefallen am Fußball in der Bundesliga. Mit Marcio Amoroso (2001/02), Giovane Elber (2002/03) und Ailton (2003/04) wurden gleich drei Kicker vom Zuckerhut nacheinander Torschützenkönig.

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends konnten sich nur zwei deutsche Spieler die Torjägerkanone sichern. 2001/02 teilte sich 1860 Münchens Martin Max die Ehre mit Amoroso (je 18 Treffer). 2005/06 war Bremens Miroslav Klose mit 25 Treffern einsame Spitze. Schließlich schrieb der FC Energie Cottbus am 6. April 2001 im Spiel gegen den VfL Wolfsburg Geschichte: Als erster Verein standen elf ausländische Spieler in der Startelf der Lausitzer, und auch die drei Einwechselspieler waren internationaler Herkunft.

Zur Saison 2004/05 führte die Bundesliga eine meisterhafte Neuerung ein: Für die im Rahmen der Bundesliga gewonnenen Deutschen Meisterschaften erhalten die Clubs goldene Sterne, die sie im Wappen und auf dem Trikot tragen dürfen. Dabei steht ein Stern für mindestens drei gewonnene Titel, zwei Sterne dürfen ab fünf Meisterschaften, drei Sterne ab dem zehnten Titel und vier Sterne ab dem 20. Titelgewinn getragen werden.

Dem vierten Stern kamen die Bayern mit den Meisterschaften 2004/05 und 2005/06 bereits sehr nah. Anschließend überraschte die junge Elf des VfB Stuttgart die Konkurrenz und sicherte sich den Titel 2006/07. Doch im Folgejahr machte der FC Bayern den 20. Deutschen Meistertitel seit Bundesliga-Gründung (21. insgesamt) perfekt - als einziges Team dürfen sich die Bayern seither mit vier Sternen schmücken. 2008/09 schrieb sich eine Mannschaft in die Meisterliste ein, die dort erstmals zu finden ist. Der VfL Wolfsburg wurde sensationell Deutscher Meister. Das Jahrzehnt endete, wie es begonnen hatte: mit einer Meisterschaft des FC Bayern. Unter der Leitung von Trainerlegende Louis van Gaal holten die Bayern nicht nur den Meistertitel, sondern gewannen auch den DFB-Pokal und erreichten das Finale der Champions League.

Trotz oder gerade wegen der Dominanz des FC Bayern München sowie dank des "Sommermärchens 2006", der Weltmeisterschaft im eigenen Land, stellt die Bundesliga in den vergangenen Jahren immer wieder neue Zuschauerrekorde auf - wie auch in der Saison 2008/09: Es war der achte Zuschauerrekord in Folge mit insgesamt 17,58 Millionen Besuchern in der Bundesliga und der 2. Bundesliga.

Hier finden Sie weitere Infos zu den Jahrzehnten der Bundesliga-Geschichte:

Die 1960er Jahre: Die Gründerjahre

Die 1970er Jahre: Schwarze Stunde, goldenes Jahrzehnt

Die 1980er Jahre: Rekordsummen und Rekord-Bayern

Die 1990er Jahre: TV-Boom, Einheit und Dortmunder Dominanz

Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick