Historie
Historie
|
21.01.2009 15:47:10
Weiterempfehlen
Drucken
schliessen x
Name des Absenders
E-Mail Adresse
Name des Empfängers
E-Mail Adresse
1990/91: Wie Nobodies zu Meistern wurden
Karl-Heinz Feldkamp führte den FCK zur überraschenden Meisterschaft
Guido Hoffmann, Markus Kranz, Thomas Richter, Uwe Scherr, Rainer Ernst, Bernhard Winkler und wie sie alle hießen - sie waren als absolute Nobodies in die Bundesliga-Saison 1990/91 gestartet und holten am Ende als gefeierte Helden die Meisterschale ab.
Der 1. FC Kaiserslautern gewann mit einer Mannschaft der Namenlosen seinen dritten Titel und düpierte unter Trainerfuchs Karl Heinz Feldkamp das Starensemble von Rekordmeister Bayern München.
"Das hatte einen einmaligen Stellenwert. Das ist einfach das Schönste, wenn man nach dem Krieg mit zwölf Jahren mit dem Fußball angefangen und auf der Straße oft die Meisterschale ausgespielt hat. Das war einfach ein Glücksgefühl", erinnerte sich Feldkamp voller Stolz an den 15. Juni 1991 und den erlösenden 6:2-Sieg beim 1. FC Köln. Der Motivator hatte seine "Durchschnittstruppe" zu immer neuen Siegen geführt und konnte mit über 40.000 mitgereisten Fans am letzten Spieltag im Müngersdorfer Stadion den Erfolg genießen.
Die "Aura orientalischen Gleichmuts"
Erst 15 Monate vorher war Feldkamp aus Ägypten an den Betzenberg zurückgekehrt, hatte in seiner zweiten Amtszeit zunächst den Abstieg verhindert und anschließend den DFB-Pokal geholt. "Seit er aus Kairo wiederkehrte, verbreitet er eine Aura orientalischen Gleichmuts, an der sämtliche psychologischen Tricks der Konkurrenz einfach abprallen. Unerschütterlich glaubte er daran, dass sein Kismet die Meisterschaft war, und nur so konnte es ihm gelingen, die namenloseste Mannschaft seit Eintracht Braunschweig 1967 zum Titel zu führen", analysierte die "taz" damals den Erfolg.
Seit dieser Zeit galt Feldkamp bei den Anhängern in der Pfalz als Übervater und wurde bei sämtlichen Trainerdiskussionen sofort als Kandidat gehandelt. Doch im Winter 2002 bekam das Image des ehemaligen Meistermachers leichte Kratzer, nachdem er die Führung des finanziell und sportlich in die Krise geratenen FCK heftig kritisiert hatte und die Ablösung des bei den Fans beliebten Coaches Erik Gerets gefordert hatte.
"Lieber Betzenberg als Effenberg"
Von derartigen Machtspielen blieben die Fans im Jahr 1991 noch völlig unberührt. Vielmehr zeigten Hunderttausende in Kaiserslautern ihre Kreativität im Feiern, strichen das Haus von Präsident Norbert Thines in den Vereinsfarben rot-weiß und kauften eifrig das beliebteste T-Shirt mit der Aufschrift "Lieber Betzenberg als Effenberg". Der Bayern-Star hatte sich zuvor bei den Pfälzern mit dem Spruch "Die andern sind einfach zu dumm, um Meister zu werden" unbeliebt gemacht und bekam prompt die Häme zu spüren.
Dennoch kam auch aus München die Gratulation an das Team um Kapitän Stefan Kuntz: "Sie sind zu Recht und verdient Meister geworden", sagte Coach Jupp Heynckes und auch die Ehrungen ließen nicht lange auf sich warten. Feldkamp wurde zum "Trainer der Saison" gewählt, Kuntz zum "Fußballer des Jahres" und das Team zur "Mannschaft des Jahres".
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 1990er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 1990/91
1991/92: Eintracht scheitert am letzten Spieltag
1992/93: Herzog macht Bremen zum "spielenden" Meister
1993/94: Held rettet Dresden trotz Vier-Punkte-Abzug
1994/95: Dortmund feiert Meisterschaft der Emotionen
1995/96: Hitzfelds Aufstieg in die Trainer-Elite
1996/97: "Magisches Dreieck" verzaubert VfB
1997/98: Teuflisches Meisterstück in der Pfalz
1998/99: Hitzfeld - mit Rotationssystem zum Erfolg
1999/2000: Ein Kultclub als Meistermacher
Die 1990er Jahre: TV-Boom, Einheit und Dortmunder Dominanz
Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick
"Das hatte einen einmaligen Stellenwert. Das ist einfach das Schönste, wenn man nach dem Krieg mit zwölf Jahren mit dem Fußball angefangen und auf der Straße oft die Meisterschale ausgespielt hat. Das war einfach ein Glücksgefühl", erinnerte sich Feldkamp voller Stolz an den 15. Juni 1991 und den erlösenden 6:2-Sieg beim 1. FC Köln. Der Motivator hatte seine "Durchschnittstruppe" zu immer neuen Siegen geführt und konnte mit über 40.000 mitgereisten Fans am letzten Spieltag im Müngersdorfer Stadion den Erfolg genießen.
Die "Aura orientalischen Gleichmuts"
Erst 15 Monate vorher war Feldkamp aus Ägypten an den Betzenberg zurückgekehrt, hatte in seiner zweiten Amtszeit zunächst den Abstieg verhindert und anschließend den DFB-Pokal geholt. "Seit er aus Kairo wiederkehrte, verbreitet er eine Aura orientalischen Gleichmuts, an der sämtliche psychologischen Tricks der Konkurrenz einfach abprallen. Unerschütterlich glaubte er daran, dass sein Kismet die Meisterschaft war, und nur so konnte es ihm gelingen, die namenloseste Mannschaft seit Eintracht Braunschweig 1967 zum Titel zu führen", analysierte die "taz" damals den Erfolg.
Seit dieser Zeit galt Feldkamp bei den Anhängern in der Pfalz als Übervater und wurde bei sämtlichen Trainerdiskussionen sofort als Kandidat gehandelt. Doch im Winter 2002 bekam das Image des ehemaligen Meistermachers leichte Kratzer, nachdem er die Führung des finanziell und sportlich in die Krise geratenen FCK heftig kritisiert hatte und die Ablösung des bei den Fans beliebten Coaches Erik Gerets gefordert hatte.
"Lieber Betzenberg als Effenberg"
Von derartigen Machtspielen blieben die Fans im Jahr 1991 noch völlig unberührt. Vielmehr zeigten Hunderttausende in Kaiserslautern ihre Kreativität im Feiern, strichen das Haus von Präsident Norbert Thines in den Vereinsfarben rot-weiß und kauften eifrig das beliebteste T-Shirt mit der Aufschrift "Lieber Betzenberg als Effenberg". Der Bayern-Star hatte sich zuvor bei den Pfälzern mit dem Spruch "Die andern sind einfach zu dumm, um Meister zu werden" unbeliebt gemacht und bekam prompt die Häme zu spüren.
Dennoch kam auch aus München die Gratulation an das Team um Kapitän Stefan Kuntz: "Sie sind zu Recht und verdient Meister geworden", sagte Coach Jupp Heynckes und auch die Ehrungen ließen nicht lange auf sich warten. Feldkamp wurde zum "Trainer der Saison" gewählt, Kuntz zum "Fußballer des Jahres" und das Team zur "Mannschaft des Jahres".
Hier finden Sie weitere Rückblicke zu den Spielzeiten der 1990er Jahre:
Tabelle und Spieltage der Saison 1990/91
1991/92: Eintracht scheitert am letzten Spieltag
1992/93: Herzog macht Bremen zum "spielenden" Meister
1993/94: Held rettet Dresden trotz Vier-Punkte-Abzug
1994/95: Dortmund feiert Meisterschaft der Emotionen
1995/96: Hitzfelds Aufstieg in die Trainer-Elite
1996/97: "Magisches Dreieck" verzaubert VfB
1997/98: Teuflisches Meisterstück in der Pfalz
1998/99: Hitzfeld - mit Rotationssystem zum Erfolg
1999/2000: Ein Kultclub als Meistermacher
Die 1990er Jahre: TV-Boom, Einheit und Dortmunder Dominanz
Tore, Titel, Tabellen: Die wichtigsten Statistiken im Überblick
Die besten Videos!
Fakten, Fak- ten, Fakten
Elf des Spieltags













